Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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und  billig  uutzbar  machen  kann.  „Nein,  wir  würden  nie  wieder
auss  Land  ziehen,“  so  hörten  wir  in  einer  aus  einem  Dorfe  Oberschlesiens
  stammenden  und  jetzt  in  einem  Vororte  Berlins  wohnenden
  Arbeiterfamilie,  und  als  Grund  der  Abneigung  gegen  das
Landleben  wurde  in  erster  Linie  angeführt:  „Schon  allein  dadurch,
daß  wir  eine  Wasserleitung  und  Gas  hier  haben,  ist  das  Leben
soviel  bequemer  und  billiger.  Wieviel  Zeit  und  Geld  ersparen  wir
nicht  an  der  Feuerung,  besonders  im  Sommer,  durch  das  Kochen
mit  Gas,  usw.“  Und  es  ist  nicht  allein  die  Beauemlichkeit  und
Billigkeit,  die  hier  in  Frage  kommen.  Ost  herrscht  aus  dem
Vande,  namentlich  bezüglich  der  Wasserverhältnisse  ein  wahrer
Notstand,  bei  dem  nicht  einmal  die  dringendsten  Lebensbedürfnisse
tefriedigt  werden  können.  So  berichtet  das  „Land“  (XVI,  134
von  dem  1200  Einwohner  zählenden  eichsseldischen  Dorfe  Struth,
in  dem  nur  ein  einziger  Brunnen  vorhanden  ist,  aus  dem  jeder
Haushalt  allwöchentlich  20  Liter  Wasser  zugemessen  erhält.  Ost,
wenn  das  ausgesangene  Regenwasser  erschöpst  war,  hat  das  Vieh
aus  den  Jauchegruben  getränkt  werden  müssen,  wobei  ganze  Viehbestände
  erkrankt  und  vernichtet  sind.  Aehnliche,  wenn  auch  vielleicht
  nicht  ganz  so  entsetzliche  Wasserverhältnisse  sind  nicht  selten.
Aber  auch  das  Bedürfnis  nach  ausreichender  und  billiger  Lichtund
  Krastversorgung  macht  sich  immer  dringender  geltend,  je  mehr
bei  intensivem  Betrieb  erhöhte  Arbeitsleistungen  erforderlich
werden,  für  die  menschliche  Arbeitskrast  schwer  oder  gar  nicht  mehr
zu  bekommen  ist.  Auch  dem  Handwerk  wird  aus  der  Möglichkeit
des  Bezuges  billiger  Kraft  eine  mächtige  Förderung  erwachsen:
und  von  dieser  Möglichkeit  hängt  für  manche  ländliche  Hausindustrien
  sogar  das  ganze  Mohl  und  Wehe  ab.

Mittel  und  Wege.  Wo  für  die  Wasserversorgung  genügend
  Brunnen  mit  gutem,  gesundem  Wasser  vorhanden  sind,
dient  die  Anlage  einer  Wasserleitung  ost  in  der  Hauptsache
nur  zur  Erhöhung  der  Bequemlichkeit.  Doch  schon  in  diesem  Falle
kann  der  wirtschaftliche  Nutzen  einer  Leitung,  durch  Ersparung
an  Arbeitskrast,  ganz  beträchtlich  sein.  Ein  zwingendes  Bedürfnis
aber  wird  eine  solche  Anlage  da,  wo  schwierige  und  ungesunde
Grundwasserverhältnisse  vorliegen.  Während  sich  nun  in  Gebirgsgdegenden
  eine  Wasserleitung  meist  in  allen  Ortschaften  mit  ge.
ringen  Mitteln  einrichten  läßt,  ist  ihre  Anlage  im  Flachlande  oft
ait  ganz  erbeblichn  Kosten  verbunden.  Vereinten  Krästen  wird  es
aber  auch  hier  in  der  Regel  gelingen,  zum  guten  Ende  zu  kommen.
Um  so  mehr,  als  staatliche  und  kommunale  Behörden  hierbei  mit
Kat  und  Tat  an  die  Hand  gehen  werden.

In  Preußen  sind  mach  einem  Erlasse  des  Auliuzminifters  und
des  Dandwictschaftsministers  neben  der  Bersuchs-  u  Prüsungsanstalt
für  Wasserversergung  in  Verlin  in  erster  Linie“  die  Beamten  der
Meliorationspanverwaltung  dazu  berufen,  leistungsschwachen  ländlichen
Gemeinden  sachkundige  Uterstützung  zu  gewähren.  Insbesondere  soll