18 Die allgemeinen Kriegsvorbereitungen unserer Feinde.
Thronfolgers erschienen, erwiesen, daß sich bereits damals in schamloser
Verunglimpfung Deutschlands jene sadistische Verrohung vorahnen ließ,
die wir bei den Franzosen im VBerlauf des Kriegee in so abschreckender
Form kennengelernt haben.
Neben der Presse bediente sich die Entente in ihrer Bearbeitung
der Weltmeinung für den Krieg gegen Deutschland des modernsten Nittels
der Volksaufklärung und Volkeverhetzung: des Kinos.
Die in der ganzen Welt vor Millionen und aber Millionen Zuschauern
gezeigten französischen Filme gaben in der Auewahl ihres Revuestoffes
von Deutschland immer nur ungünstige Bilder, während sie für Frankreich
und die „Lichtstadt Paris“ in jeder Weise die erdenklich intensioste
Reklame machten. Ee war verhältnismäßig leicht, von diesen Vorbereitungen
späterhin den weiteren Schritt zu unternehmen zu bildlichen
Darstellungen unerhörter Greueltaten der „Boches“.
Auf diese im Auslande üblich gewordene Autzung des Kinos zur
politischen Propaganda suchte ich in Deutschland die Aufmerksamkeit zu
lenken durch einen im „Tag“ vom 21. Februar 1914 veröffentlichten
Aufsatz unter der Überschrift: „Kabel, Kino, Kapital“:
„Wenn man die drei Worte so nebeneinander sieht, meint man wohl, daß zwischen
diesen drei K schwerlich ein Zusammenhang bestände. Wobl gehört viel Kapital dazu, ein
Kabel zu legen, aber gemeinbin wohl nur wenig Kredit dazu, ein Kino aufzumachen. Und
Kabel und Kino haben untereinander doch wohl gar nichte zu schaffen.
Sobald man die Dinge aber unter einem ganz bestimmten Gesichtswinkel betrachtet,
kann man doch eine gewisse Verwandtschaft in den möglichen Zweckbestimmungen von
Kabel, Kino und Kapltal feststellen. Der gleichen Zweckbestimmung dienen alle drei nämllch
dann, wenn es sich darum handelt, sie in den Olenst einer deutsch feindlichen
Polltik zu stellen, Deutschland in fremden Ländern Ansehen und Kredlt zu nehmen,
den deutschen Wettbewerb auf wirtschaftlichem und politischem Geblet zu unterbinden,
dle deutsche Lelstungefähigkelt perabzusetzen, deutsche Kultur geringschätzig zu behandeln
und deutsche Einflüsse nicht aufkommen zu lassen.
Was in dleser Bezlehung durch das Kabel gesündigt wird, kann jeder Auslanddeutsche
nachprüfen, kann man schlleßlich bel elfriger Beobachtung der überseelschen Presse
auch von Deutschland aue hinlänglich feststelten. In ganz abnllcher Welse wle das britische
Kabel fündigt aber auch das französische Kino. Zuerst nahmen die französischen Filmfabriken
die deutschen Reichslande in Bearbeitung; hier fand man früher als im übrigen
Deutschland in der kleinsten Stadt ein Kino französischer Herkunft. Zn Nestern, in denen
nicht einmal ein auereichender Saal zur Verfügung stand, wurde dem größten Gastwirt
eigens für die Zwecke der Kinovorführung ein entsprechender Saal auf Kosten der feanzösischen
Gesellschoft gebaut. Und dann wurde dem staunenden Publikum ein Film nach dem
andern verzapft, der Wunderdinge erzählte von französischer Kultur und Technik, von
der Schönhelt französischer Städte und Landschaften, von den französischen Siegen in
der Luft, von dem imposanten Eindruck dee franzssischen Mllltärs, von französischer Grazle
und französlscher Mode und all dlesen schönen Sachen. Dann zog man aus dleser sogenannten
„französischen Ostmark“ mit denselben Films blnaus übere Meer und betrieb in allen fünf
Erdteilen dieselbe Propaganda für Frankreich. Daneben verschmähte man es nicht, ge-