Hoch- und
Niederdeutsch.
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Aber nicht dieses ganze Gebiet fällt in den Kreis
unserer Betrachtungen. Die Niederfranken, d. h. die
Holländer und neuerdings auch die Vlämen, haben
bekanntlich ihre deutsche Mundart zur selbstän-Hoch-
Mundlarten.
Oderdeutsch.
digen Literatursprache entwickelt, die somit aus
einer Geschichte der deutschen Sprache ausscheidet.
Ohne wesentlichen Einfluss auf deren Entwicklung
sind ferner die niederdeutschen Mundarten, das Friesische
und Sächsische, geblieben, die daher auch.
nicht in den Rahmen dieses Werkes fallen.
Die Grenze zwischen dem Nieder- und Hochdeutschen
läuft heute etwa auf einer Linie, die westlich
von Aachen beginnt, dann ungefähr über Düsseldorf,
Siegen, Kassel, Nordhausen, Dessau, Wittenberg,
Buckau, Frankfurt a. d. OÖ. zur polnischen Sprachgrenze
mit Einbuchtungen nach Süden und Norden
verläuft. In alter Zeit ging das Niederdeutsche
weiter nach Süden, indes lassen sich die früheren
Grenzen nicht überall mit Sicherheit feststellen. ' Deshalb
sind hier die jetzigen angegeben.
Da das Niederdeutsche, wie gesagt, für die Entwicklung
der heutigen deutschen Sprache, abgesehen
von einigen Wortentlehnungen, ohne Bedeutung ist,
so hat sich unser Augenmerk also vornehmlich auf
die Mundarten zu richten, die als hochdeutsche
bezeichnet werden.
Denn auch innerhalb der angegebenen Grenzen,
den Vogesen im Osten, dem Böhmerwald im Westen
und den Alpen im Süden, bildete das Hochdeutsche
schon in frühester Zeit keinen einheitlichen Sprachstamın,
sondern zerfiel in verschiedene Mundarten.
Es sind dies:
ı. Die alemannische Mundart zu beiden Seiten
des Oberrheins und in der Schweiz; die nörd-