Full text : Leitfaden der Erdkunde für Mittelschulen

22  Dritter  Teil.

goliichen  Rate.  Die  Faufafiiche  Naffe  zeriällt  wieder  in  drei  Bauptitämme:  in
die  Germanen,  Nomanen  und  Slaven.  -

‚Die  Germanen  bewohnen  die  Mitte  Europas;  zu  ihnen  gehören  die
Veutichen,  die  Skandinavier,  Niederländer  und  Engländer;  die  Slaven  erfüllen
den  Ojten;  hierher  zählen  beionders  Lie  Rujien,  dann  auch)  die  Zidjechen  in
Böhmen,  die  Polen  ujm.  Die  Romanen  Haben  ihren  Wohniig  im  Süden
und  Weiten,  jo  die  Italiener,  Spanier,  Portugieien  und  franzoien.

Tem  Befeuntniffe  nach  gehören  die  europäiiden  Völker  größtenteils  der
hriitlihen  Religion  an:  die  Romanen  meit  der  fatholüicyen,  die  Slaven  vor:
wiegend_der  griechiichen,  die  Germanen  meiit  der  proteitantüchen  Kirche;  nur  ein
fleiner  Teil  der  Bewohner  Europas  bekennt  fich  nicht  zur  hrütlihen  Netigion.

Staaten.

Die  meilten  europäiihen  Staaten  find  wohl  ubgegrenzjte  Qänderräime.

1.  Südeuropa.  Die,  Byrenäcnhalbinjel  umfaßt  zwei  Staaten:  das
Königreih  Portugal,  im  meitlichen  Zeil  der  Halbinjel,  mit  der  Haupt:
jtabt  Sitjabon,  und  das  Königreih  Spanien,  welches  die  ganze  übrige
Halbinjel  einnimmt,  mit  der  Hauptjtadt  Madrid,  in  der  Mitte  des  Landes
gelegen.

Die  Apenninenhälbinjel  nebit  der  Moebene  bildet  das  Nünigreid
Italien;  jeme  Dauptjtadt  ijt  Rom  am  Tiber.

Die  Dalfanhalbinjel-  umichließt  eme  Mehrheit  von  Staaten,  ımter
denen  die  bedeutendften  find:  das  Königreich  Serbien  mit  Belgrad  an  der
Donau;  das  Körigreich  Rumänien,  zwiihen  dem  Südojtabhang  der  Star:
vaten  ımd  der  Donau,  mit  Bufareit:  das  Sultanat  der  Türlet  mit  der
herrlich  gelegenen  Hauptitadt  Konjtantinopel  am  Vozporus  und  das  König:
reih  Sriehenland  mit  Athen.

2.  DOfteuropa.  Das  Dfteuropäiiche  Tieiland  wird  erfüllt  vom  Naifertum
Rußland,  dem  arößten  ımd  volfreihjten  Staute  Europas,  mit  der  Dauptitudt
St.  Petersburg  an  der  Newamündung.  Die  frühere  Hauptitadt  ded  Landes
war  Mosfau  inmitten  der  großen  Tieiebene.

3.  Die  Halbinfeln  und  Infeln  von  Nord:  und  Nordweitenropa.  Hierher
gehören:  1.  die  beiden  Königreiche  Schweden  und  Norwegen;  eriteres
nimmt  den  Oft:  und  Südabhana  ber  Sfandinavitchen  Halbinfel  ein,  fegteres  um:
jaßt  das  wmeitliche  Hochgebirge.  Tie  Hauptitadt  Schwedens  üt  Stodholm,  jene
von  Norwegen  Chrijtiania:  2.  das  Königreich  Dänemarf;  es  beiteht  aus
der  Halbintel  Zütland  und  den  öjtlich  davon  gelegenen  Imjeln.  Hauptitadt  it
Kopenhagen  auf  der  Injel  Seeland;  3.  das  Königreid  Großbritannien
und  Irland,  das  fich  aus  den  drei  Teilen  der  Britiichen  Injeln  (England,
Schottland  und  Irland)  zufammenjegt.  Hauptitadt  ift  Qondon  an  der  Ihemie,
die  größte  Stadt  der  Welt  mit  fjaft  5  Mill.  Einm.

4.  Weftenropa.  Die  Nepublif  Zranfreich.  Hauptitadt  iit  Paris  an
der  Seine,  die  bepälfertjte  Stadt  ded  europäiichen  ‚zeitlanded  mit  fait  3  Mil.
Einw.  Außerdem  Lyon  (liön,)  an  der  Rhone,  Bordeanz  (bordö)  an  ber
Garonne  (gavömn)  und  Marjeille  (marbij)  am  Mittelmeer.