Aummimer 88
den Bau der Strecke Rosenheim-Frasdorf anfrebte.
Er ist eines der ältesten und verdienstvollen
Mitglieder dieses Komilees. In rueilesren
Kreisen wird sicherlich heute seines Jubellages
gedacht werden. Wir entbieten ihm zu
seinem Cesle die herzlichsten Glückwünsche. Möge
er sich seiner guten Rüstigleit noch lange erfreuen
und die Gemeinde Frasdorf noch viele Jahre
so erfolgreich leiten wie bisher!
Leitzachtbal, 10. April. Am 6. April trieb
Kunstmühl und Gutekesizer Treichl im Leitzachtal,
zum erstenmal seine Biehherde auf die Weide.
Ein weidendes Vieh um Anfang April weiß
niemand in unserer Gebirgsgegend.
Varischzell, 12. April. Ueber 8400 Mark
hat die Bevöllerung der Gemeinde Bayrischzell
bis jett durch freiwillige Gaben für Kriegswohlfahrts
zwede ausgebracht.
Eggstätt, 10. Arril. Im Weitmoos, unweit
des Gefangenenlagers, bruch am Samostagmittag
ein Brand aus, der mehrere Tagwerk
vernichtete.
Mühldeorf, 12. April. Die Stadtgemeinde
Mühldorf hat vor zmei Jahren mit der Ueberlandzentrale
einen Lieserungsvertrag für Licht
und Kraft abgeichlossen. Dadurch ist der Weiterbetrieb
des eigenen Weidinger Werkes und
dieses selb uberflüssig gen orden. Andererseits
bot sich Gelegenheit, den ganzen Vorrat an
Kupser zu angemessenem Preis an die Einlaufflelle
Berlin verlausen zu lönnen. Das
Magistratskollegium nahm am Montag nach
lurzer Beratung ein Offert des Mollereibeiizers
Menninger in Weiding auf läufliche
Uebernahme des Kädtischen Wertes in Weiding
einichliesilich des Walsertechis um den Betrag
ren 21 #0 Ml. an. Diesem Beschiuß trat auch
dar Gemieinsclollegium eintimmig bei.
Altstting, 12. Auril. Die langjährige Lekrerin
im Instilut der Englischen Fräulein zu
Altdliing. . Melania Freün- v. Andrian-Werlurg.
die bald 50 Jahre im Orden verdienfstvoll
wirlt, seiert am 15. Abril ihren 70. Geburtstag.
Rosenheim, 13. April.
Ein Jubiläum kann am 19. April d. J.
der Rosenkeimer Bahnliof begehen. An diesem
Tage sind es 40 Jahre, seit die neue Bahnho
aulas in Berrieb genommen wurde. Früher
beiand sich unser Bahnhof belanntlich inmitte
der Stadt. Mit der Eröffnung des neuen
Babnhoses uurde gleichzeitig auch das englüche
Eineigrerfabren eingeführt, nach welchem man
sich zu den Zügen nicht mehr über die Gleise
begab, sondern die darunter erbauten Durchgänge
benütte. Mit Augsburg war Nosenheim
die erste Stadt in Banern, in der man die
neue Einrichiung. die vor der Gefahr des
leberfahlennerdens schützt, anwendeie.
Gegen das Einhamnern von Lebenomitteln
richtet sich eine Bekanntmachung
des bayer. Kriegsministeriums, in der
es heiht: Wenn durch die Einhamsterung von
Vorräten bei irgendeinem notmendigen Gebrauchsgegenstand
ein mirklicher Mangel eintreten
sollte, so veriügen die militärischen Bejehlshaber
jederzeit über die Möglichleit, rücksichtslos
einzuickreiten und die aufgestapelten
Vorräte zuangsueise dem Markte wieder
zuführen. Die unbedachten Leute, die sich. 2
bensmittel über den laufenden Bedarf zusammentrugen,
setzen dabei nicht nur auss Spiel,
daß sie durch diese Handlungsweise ihren guten
Namen in der Oeffentlichleit schädigen, sondern
es werden ihre Vorräte unter Umständen zu
Preisen eingezogen, die die von ihnen bezahlten
Einkaufspreise kaum decken. Wer also, ohne
die möglichen Folgen zu bedenlken, größere Vorräte
über seinen Bedarf vorgekauft hat, tut gut
daran, abgesehen von der genauesten Befolgung
der bereits wegen Kassee, Tec, und Zucker ergangenen
Anordnungen, diese Waren sosfort
freimillig den für die Lebensmittelversorgung
eingesetzten gemeindlichen Organisationen zur
Verfügung zu stellen.
Der deutsche Luftflotten-Verein
bezueckt die Förderung des deutschen Flugwesens,
die Stärtung unserer Luftflotie. Er unterslutzt
die vom Vereine gegründeie, slaatlich geförderte
Luftfohrerschule in Adlersdorf-Berlin.
In Kriegszeiten erftrebt er den Schutz der Heimat
durch Einrichtung von Flugzeugwachen zur
raschesten Meldung seindlicher Witangrsss, und
schließhlich unterügt er die Familien der im
Felde stehenden Flieger und trägt Sorge für die
Hinterbliebenen gefallener Angehöriger der deutschen
Luftflotte. Jeder kann diese patriotischen
Jiele fördern, menn er dem Vereine beitritt und
für ihn nirbt. Der mindeste Mitgliedsbestrag
beträgt jährlich nur drei Mark. Dafür wird die
Tereinszeitschrift „Die Luftflotte“ geliesert. Zur
Bildung eines bayerischen Landesverbandes des
Vereins wurde in München, Paul Heysestr. 9,
Tel. 51001, eine eigene Geschäftssielle eingerichtet,
von mo aus alle Anfragen wie auch Anmeldungen
zum Vereine erledigt werden.
##st e# Sturm l heute über das
Lanb. Während es in der 6 anduernde.
E regnete, trat heute früh heftiger Wind
ein. Er spielte namentlich dem frischen Gron
Mal##### ###
unserer Bäume schlimm mit. Zahleriche Blätter
und junge Zweige liegen unter den Alleen
in Boden. Dafür war aber der Regen höchst
willlommen. Nach der Wetiervorhersage soll
es unbeständig bleiben bei Regen und Schnee.
Es ist eben immer noch April.
Ein Strohtäschchen wurde gefunden.
Almholen im maginratischen Geschäftszimmer
Nr. 2.
Gefunden. Eine Brille wurde gefunden:
— im magistratischen Geschäftszimmer
Nr. 2.
SNKlochliche Nachrichten.
Bauernwallsahrt nach Allötting.
Der bayer. christl. Bauernverein ruft seine Mitglieder
zu einer Walllahrt nach Altötting auf.
In der Einladung heißt es: Die bayerischen
Bauern sollen in dieser Stunde dem ganzen
deuischen Volle mit leuchtendem Beispiel vorangelen
in der Anerlennung der Oilse Gotles, oie
und während zweier Kriegsjahre auslömmliche
Ernten, ein glänzendes Erntemetter und außerordemlich
gunstige Witterungsverhällnisse fur
die Zeiten des Anbaues gescheult hat. Von
seiten des banerischen etislichen) Bauernvereins
it daher für die 3. des Monats Mai
eine grobe Bauernuali ½ nach Allötting ge:
Plant. Dort an der Gnadenflätte unserer lieben
Frau, der Schirmerin und Schützerin unseres
engeren Heimatlandes Bayern, wollen wir Gott
dem Herrn und der gütigen Gotlesmutter heißen
Danl absiatten für die Ersolge unserer Wassen
u. für den Segen, den der Himmel nährend der
ersten 2 Jal.re der K# ieges unserer Landumir!lschaft
geu####l at, ein Segen, dessen Bedemung
für den schließlick en Ersolg der Krieges unermerlich
il. Aber ni#t bloß danlen mollen wir
für die bereits genosiene (Unni#t des Himmels,
sondern auch nod. für die lemmende schwere zeit
uns neiler die Huld und Guade Gottes uu id
die Fürbitte Mariens erflehen, damit der reiche
Segen, den unsere Fluren bei ihrem gegenwär
ligen herrlichen Stand rersprechen, in den Ernle.
monaten al? reise Frucht gluclich unter Dach
und Fach gebracht nerde. Dann lönnen wir
geiront zliehen, wie weiter die ohnmächtigen
Vesrebungen unserer Feinde, wie draußen an
den Spitzen der Bojonette unserer Soldaiten, so
innen an der Falle und dem Reichtum unserer
landwirtschaftlichen Erzeugnisse wirkungslos abprallen.
Am Mittwoch nach dem Palmsonnlag
wird in Regenoburg nachmitlage 312 Uhr in
der Meißenburgerstraße Nr. 5 eine Besprechung
aller Kreisselretäre staltfinden über Zeit und
Durchführung der geplanten Wallfal. tt. Die
Walljahrt ist in Aussichl genommen für die Zeit
zu ischen 10. und 20. Mai. Bir dahin find die
Geldbestellungsarbeiten des Finlialer vorüber,
die Heuernte hat no.h nicht begonnen, die Bauern
haben somit in dieser Zeit am ehesten die ---lichleit
von ihrem Vetriebe abzukommen. Die
Aumeldunnen zur Teilnahme sollen schon l
bei den Obmannschaften erfolgen. Vis 1.
müssen die Anmeldungen abgeschlossen sein. Die
Obmannschaften werden dann die erfolgten Anmeldungen
sofort an die Kreissekreläre weitergeben.
Am Tage der Abfahrt nach Altötting
werden an zentral gelegenen Staiionen Ertraeüge
bereit siehen. Die Ertrazüge ermöglichen
eine Verbilligung der Fahrt. Für ausreichendes
Quartier uird gesorgt werden. Einzelnheiten
werden spärer nach der Besprechung der Kreisselreläre
belannt gegeben werden. Wir hosffen,
daß unsere Mitglieder sich an dieser Wallfahrt
so zahlreich als möglich beteiligen werden. Die
Beteiligung daran ist nicht nur eine Ehrensache.
sondern auch eine Gewissenopflicht. Wer den
Dank an Gott unterläßt, der verdient seine weitere
Gnade nicht.
Ans dem Gerchtslässee.
ienstmütze.
Schuindeleien mit der D
München. 12. April. Der 32 jährige Kaufmann
Georg Grünbauer von Mitteraschau, A.
G. Neunburg a. D., wurde vor Jahren bei
Ableistung seiner Militärdienstzeit in der Kanzlei
des 6. Juf.-Reg. verwendet, brannte mit
der Regimentskasse durch und uurde wegen
Diebstahls vom Kriegsgericht zu 1 Jahr 6 Monale
Zuchthaus verurleilt. Nach seiner Entlassung
konnte er den rechten Weg nimmer finden,
sank immer tieser und wurde zuletzt wegen
Raubes zu 5 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus
verurleilt. Krank rerließ er den Strafort,
schwere Arbeit konnte er nicht leisten, leichtere
nicht finden und so lam er neuerdings auf
wege. In Regensburg stahl er ein Fahrrad,
mit dem Erlös kaufte er sich u. a. eine Dienstmütze
und fing das Schwindeln an. In verschiedenen
Dörfern der Bezirke Dachau, Ebersberg
und Weilheim ging er zu einzelnen Bauern, gab
lich als Vertreter des Gerichtsvollziehers, als
NRentamtaassistent, als Amtsbote aus, zeigte ein
von ihm fäl hiich angesertigtes Schreiben mit
einem nachgem gchen Be - hdalisih bessen der
mit dem „amtlichen“ Besuch beglückte von einem
entsernten Verwandten t½0 nicht unbeträchtliches
Erbschafts-Legat Ebellten werde. Von dem so
beglückten „Erben“ verlangte bann di
Amtsperson —„ en und Er
steuern. In der ersten freudigen ht
wurden ihm auch Beträge von 2 Ml. bis 90
Marl, im Ganzen 508 Mk. bezahlt. Einige
Vorsichtige verweigerten die gesorderte Bezah-=lung.
Schliehlich mwurde man durch Zeilungsnachrichten.
auf den Schwindler aufmerksam. Als
er in einem Dorf bei Weilheim verfolgt wurde,
drohte er, jeden niederzuschiessen, der sich ihm
nähere. Das Gericht billigle dem Angellagten
mildernde Umstände zu und verurteilte ihn
zu 2 Jahren und 6 Monaten Gesängnis wovon
2 Monate Untersuchungshaft in Abrechnung
lommen.
Sittlich verkommen.
münchen, 12. April. Der 46 jährige, verheiratete
Maschinist Johann Rott von Feldlirchen
verging sich in seiner Wohnung wiederholt
mit seiner leiblichen, jetzt 16 Jahre alten
Tochter in sawerster Weise. Wegen Berbrechens
wider die Sitlichkteit wurde Rott zu 3 Jahren
Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenverlust verurteilt.
Fante Chronik.
Zeitunterschiede. Während des lommenden
Sommers werden wir in Deutschland
nach der osteuropäüischen Zeit rechnen, die die
Ortozeil des 30. Längengrades östlich von
(#r#ennich ist, und die der mitleleuropäischen
Zeit eine, der mesleuropäischen (von Greenwich)
um zwei Stunden voraus ist. Weit größer
nerden natürlich die Jeituntersch iede,. wenn wir
die Grenzen Europas verlassen. Die Zeit in
Indien in z. B. gegen die mitteleuropäische Feit
um 41-, in Birma um 51 . Stunden vor. Ostlajien
ül uns, soreit die Küite in Veiracht
lommt, um 7, Lapan und Korea sind uns um
3 Slunden, Australien 81= his 0 Stunden,
Neuseeland schliefllich 101. Slunden voraug.
Dagegen #eht die Zeil von Nemnorl um 6,
Vron Chicago um 7. ron San Franzisko um 6
Stunden blinter der unfrigen zurück.
Eine lünstliche Hand. Da das Deutsche
Museum seine Beziehungen zu vissenschaftlichen,
lechniscken und industriellen Kreisen, son ie die
Täligteit seiner Angenellten bereits bei den
rersckiedensten Gelegenbeiten in den Dieni der
Kriegsfüriorge gestellt hat, isl es jetzt niederum
mit einer neuen Anregung für die Kriegsbeschädiglen
hervorgetreten. Das Deutsche Museum
hat nämlich seinem Mechaniker Will, der
eine neue Konstrultion für eine lünftliche Hand
erdacht bal, Zeil und Mittel zur Verfügung gesielllt,
um seine Jdee soweit zu verwirklichen,
daß sie jetzt der Oeffenilichleit bekannt gegeben
nerden lnonte. Bei der Konstruktion der neuen
lünftlichen Hand wmurde als Haupterfordernis
betrachtet, daß sich die einzelnen Finger selbit.
lätig, wie bei der natürlichen Hand, jedem
Cegenstand genau anpassen, daß die Hand den
ergrifsenen Gegenstand beliebig lange senhalten
lann und dah die Griff: nicht von einer zwangs
age des Armes abllungig sind, sondern daß
dao Greisen und Feühalten der Gegenstände
in jeder Armlage erfolgen lann. Die Betäligung
der Hand wird durch eine äußerfi sinnreiche
Konstraltion ermöglickt, deren Grundgedanle
im Folgenden kurz angedentet sei. Jeder
Finger besteht aus drei aus dunnen Stahlblechen
geserligten Gliedstücken, die unter sich und mit
dem Hantteiler durch Scharniere verbunden sind.
Durch einfachke Hebevorrichtungen kann jedes
Fingerglied in ganz ähnlicher Weise bemegt
werden, mie bei der nalurlichen Hand und jedem
der fünf Finger tann eine beliebige Stellung
gegeben nerden, ganz wie es der zu eriassende
(Gegenstand erfordert. Es iüönnen beispielewe eise
Federhaiter, Eßbeitede, Trinigefäße, Werkzeuge
oder was es sonst immer sei, so erfaßt und festgehbaletn
nerden, wie es der Gegenstand zum
sicheren Halten und sicheren Gebrauch erfordert.
Ein Zug von nur wenigen Zentimelern genügt,
um die gestreckte Hand in die Faustlage zu
bringen, sodaß die Betäligung des Griffes
durch ein geringes Strecken des Ellbogens oder
beim Fehlen des Unterarmes durch eine lleine
Beuegung des Achselgelenkes erfolgen lann.
Durch eine selbstlälige Sperrvorrichtung wird
dann die Hand in jeder durch den zu erfassenden
Gegensland bedingten Lage sestgehalten, auch
kann sie, ohne einen Gegenstand zu halten, in
einer beliebig gewähllten zwanglosen Stellung
verbleiben. Ebenso einfach, wie die Herstellung
des Griffes, ist seine Löfung. Durch Auflegen
der Hand auf die Tischplatle oder durch Andrücken
des Oberarmes an den Körper wird
die Sperrvorrichtung frei gegeben und langsam
und allmählich strecken sich die Finger, ganz
so, wie dies bei der natürlichen Hand der Fall
ist. Eine genaue Konstruktionsbeschreibung ist
allen in Betracht kommenden Fachzeitschriften
zugegangen, sodaß sich die Fachleute eingehend
über die neue Stahlhand unterrichten können.
Das Deutsche Museum siellt die Anregun allen
Werkstätten und Fabriken ohne jede Enkschädigung
zur Verbesserung und zur beliebigen Herstellung
zur Verfügung.
Mitgefühl. Aeltere Schwester: „Nosa,
nimm einmal das Bild meines gewe en rn
ligams und wirf es ins geun
nimmer anrühren!“ uFher „#on
ich's nicht lieber zur sre#rn tragen,
dammt, es ins Verbrecheralbum ausgenommen
—
Freltag, 14. Upril 7916
Der Weltkrieg.
Die Kämpfe vor Verdun.
Geuf, 13. April. Auffallend lleinmütig
der Ton der heutigen Havasnote, die den Mangel
an Initiative der französischen Oberbefehlshaber
jetzt mit folgenden Worten zu bemänteln
sucht: „Unsere Chefs beherrschen ihre Ungeduld,
den Eindringling zu vertreiben. Sie sparen
das Menschenmaterial für den Ort und die
Stunde auf, da ihnen die Aussichten für das
allgemeine Gelingen einer Gegenossensive gün.
slig erscheinen.“ (3.)
Amsterdam, 12. April. Die „Times“ er
hallen folgenden, als zuverlässig bezeichneten
Bericht über die Lage vor Verdun: Der Kamof
steht jetzt hauptsächlich in der Gegend nördlich
der Höhe 304 und östlich vom Mort Homme,
ohne daß der Feind hier mesentlich weiter kommi.
Die andauernde, sehr ernst gemeinte Veschie.
bhung des Seltors hinter Douaumont und Vaur
scheint mit Sicherheit die Erwartungen derer
zu rechtsertigen, die an eine neue große Offensive
des Feindes glauben, sobald seine Mäne
am Mort Homme, die er gegenwärtig unter
großben Opfern weiter verfolgt, erfüllt sind. (Z.)
Deutsche und französische Verluste
vor Verdun.
Berlin, 13. April. Der Berichteritatter
der „Voss. Zig.“ meldet vom wefllichen Kriegsschauplatz
unterm 12. März: Heute werden von
Franlkreich aus in alle Länder und Weltleile
Mitteilungen über unsere Einbuße an Mernschenmaterial
gemacht und unter dem Maniel
detaillierter Einzelheiten vollendeter Unsinn be.
richtel. So habe ein Jägerbataillon allein
1078 Mann verloren, also ungefähr ebensoviel.
wie es überhaupt besessen. Das 18. alo#n
habe bei den Stürmen auf Dorf und Fee
Bauxr 17000 Mann verloren. Das Korps war
aber weder bei den Kämpfen um Dorf noch
um die Feste Vaux beteiligt. Die Gesamtzab!
der Toten, Verwundeten und Vermißten wird
seit dem 21. Februar auf 200 000 Mann aufgerundet.
Das ist der reine Unsinn. Es muß
im Gegenteil immer wieder betont werden, daß
die Zahl unserer Gesallenen glücklichermeise igar
leinem Verhältnis zur Bedeutung des tar,
sächlich Errungenen steht. Ueberdies slehl sert.
daß unter den außer Gefech! Gesetzten der Prozenlsatz
der Leichtverwundeten erfreulich hoch ist.
Ueberall an der Front wird das bestätigt. Die
Schar der Gefangenen serner, deren sich der
Feind rühmen konnte, ül verschwindend llein.
Sie besteht nur aus den Uebertollkühnen, die,
vron der Macht des Sturmes sortgerissen, sich
allzu weit vorgewagt haben. Es ist ferner nicht
weiter erstaunlich, daß die Franzosen in oll
diesen Meldungen ihre Phantasie walten lassen,
Wie sollen Truppenverbände, die dem Gegner
Stück um Stück des Schlachtfeldes überlassen
müssen, von den Verlusten des Siegers eine
Vorstellung geminnen? Mit weit größerer
Sicherheit können wir die gewalligen Verluste
des Feindes abschätzen und dabei seitstellen,
daß wir bei Verdun nicht nur von Erfolg zu
Erfolg schreiten, sondern auch zugleich besser
merken, daß sich die französische Armee, die
in diesem Kessel zum entscheidenden Kampfe
zusammengezogen ist, sich mehr und mehr aufreibt.
(
Neue Kohlenfelder in Belgien.
Brussel, 13. April. In Belgien werden
jetzt neue, füngst entdeckte Kohlenfelder ausgebeutet.
Die geförderte Kohle eignet sich vorzüglich
für die Eisenindustrie und Koksgewinnung.
Es handelt sich um ein Kohlevorlommen
in der Gemeinde Genck, woran auch die Schner
der-Creuzot-Gesellschaft vor dem Kriege betei
ligt war. Für die Entwicklung der Industrie
in jener Gegend ist dieser Fund von großer Wich
tigkeit. (3.)
Die Note an Amerika.
Berlin, 13. April. Die deutsche Antwom
auf die Anfragen der Vereinigten Staaten wegen
der Versenkung von fünf Schiffen ist klat,
rückhaltslos und bei aller Entschiedenheit in
der Wahrnehmung der deutschen Interessen enkgegenkommend.
Sie hat die Aufklärungen gegeben,
die sie geben konnte, und zugleich die
Hand gebotem zu jeder möglichen Feststellung
des Sachverhaltes. Die deutsche Antwortnon
wird die zahlreichen Leute bitter enttäuschen
die auf eine Neuauflage der deutsch amerikam
schen Spannung gehofft hatten. Schon je