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deutschen Panzerschiffes, welche in dem vom Kaiser so geliebten Stettin
unter seinen Augen sich vollzog, im Jahre 1872. — Aus alle Dem ersehen
wir, wie wohl berechtigt die Marine ist, gleichfalls einen Anteil an dieser
Person zu haben, und deshalb habe ich bestimmt, daß das erste große
Panzerschiff, hoffentlich der Vorläufer von manchen von derselben Klasse,
den Namen dieses Allerhöchsten Herrn tragen soll. Gleichsam als die Eröffnung
einer neuen Aera für unsere Marine, wie auch der Name und die
Persönlichkeit Kaiser Friedrichs die Eröffnung einer neuen Aera für das.
Deutsche Reich gewesen ist. Indem Ich Ihnen, Mein lieber Hollmann,
für die freundlichen Worte von Herzen danke, kann Ich nur sagen, daß,
wenn Ich einen bescheidenen Anteil an den Arbeiten habe durch das Interefse,
welches ich denselben entgegentragen durfte, dieses doch zum Besten der
Gesamtheit geschah, und daß es Mir selbstverständlich eine besondere Freude
war, gerade für dieses Schiff mitraten und thaten zu können. Ich spreche
Ihnen aber Meinen Dank aus dafür, daß Sie und alle die unter Ihnen
stehenden Beamten und Offiziere auf die Wünsche und die Fingerzeige eingegangen
sind, welche Ich glaubte, im Sinne der Front= und praktischen
Seeoffiziere an Sie übermitteln zu können. Denn wir wollen nicht vergessen,
Derjenigen, dem diese Waffe in die Hand gedrückt werden soll, der
Kommandant, der Offizier, die Mannschaft, die sie bevölkern sollen, haben
auch und sind berechtigt dazu, ein Wort mitzureden beim Schmieden dieses
Werkzeuges. — So will Ich denn Meinen Wunsch dahin zusammenfassen,
daß jeder Kommandant und jeder Offizier und jeder Matrose, der jemals
die Ehre hat, auf diesem Schiff zu dienen, sich stets voll bewußt sei der
hohen Ehre, die ihm dadurch zu Teil wird, und stets bestrebt sei, diesem
Namen Ehre zu machen, und, wo das Schiff auch auftreten möge, um dasselbe
einen Nimbus der Achtung, der Ehrfurcht, und, wenn nötig, des
Schreckens zu verbreiten. — Möge es uns gegeben sein, mit diesem und
hoffentlich mit noch so manchem anderen Schlachtschiff in der weiteren Entwickelung
der Marine den Grundsatz wahr zu machen, den Ich an 18. Januar
d. Is. ausgesprochen habe, daß unser deutsches Vaterland befähigt sei,
Niemandem zu Liebe und Niemandem zu Leide seinen eigenen Weg zu gehen
und stets für Friede und Ordnung in der Welt einstehen zu können. —
Daß Mir dabei Meine Marine und ihr vortreffliches Offizierkorps und ihr
ganzes gutes Material zur Seite stehe und der Geist, der sie erfüllt, stets
von neuem sich an ihr bethätigen möge, hierauf erhebe ich mein Glas. Ich
trinke auf das Wohl Meiner Marine und ihres jüngsten Kindes, des Panzerschiffes
„Kaiser Friedrich III.": Hurral Hurra! Hurra!"
1. Juli. (Wilhelmshaven.) Der Keiser tritt eine Nordlandsreise
an. Vgl. Schweden.
2. Juli. (Reichstag.) Dritte Beratung und Annahme der
Margarinevorlage; Erklärung Böttichers. — Hohenlohe über die Annahme
des Bürgerlichen Gesetzbuches. Vertagung.
Abg. Rettich (k.): Margarine sei ein minderwertiges und unter
Umständen gesundheitsschädliches Nahrungsmittel. Die Margarinefabrikanten
hätten es verstanden, durch Agitation Stimmung gegen den Entwurf zu
machen. Je schärfer das Gesetz sei, desto besser sei es, man sorge dadurch
am besten für den Arbeiter und den kleinen Mann. Ein wirtschaftliches
Bedürfnis für Herstellung von Margarine liege nicht vor, noch weniger
ein solches für Margarinekäse. Durch Einrichtung getrennter Verkaufsräume
für Butter und Margarine werde das Gesetz erst wirksam. Preuß.