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Jagdrecht ruhen oder durch einen angestellten Jäger ausüben zu lassen oder zu
verpachten.
Gemeinden oder Korporationen dürfen das Jagdrecht auf solchen ihnen
gehôrenden Grundstücken (F. 2.) nur durch Verpachtung oder durch einen an-
gestellten Jager ausüben.
K. 4.
Alle übrigen Grundstücke eines Gemeindebezirks, welche nicht zu den im
K. 2. gedachten gehören, bilden der Regel nach einen gemeinschaftlichen Jagd-
bezirk. Es ist aber den Gemeindebehörden gestartek, nach freier Uebereinkunft
mehrere ganze Gemeindebezirke oder einzelne Theile eines Gemeindebezirks mit
einem anderen Gemeindebezirke zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirke zu ver-
einigen. Auch soll die Gemeindebehörde befugt sein, mit Genehmigung der
Aufsichtsbehörde aus dem Bezirke Einer Gemeinde mehrere für sich belichende
Jagdbezirke zu bilden, deren jedoch keiner eine geringere Fläche als dreihundert
Morgen umfassen darf.
Den Besitzern der im K. 2. bezeichneten Grundstücke ist es gestattet, sich
mit diesen Grundstücken dem Jagdbezirke ihrer Gemeinden anzuschließen.
Die Beschlüsse über alle dergleichen Abanderungen der gewöhnlichen
Jagdbezirke dürfen sich auf keinen kürzeren Zeitraum als auf drei Jahre und
auf keinen längeren Zeitraum als auf zwölf Jahre erstrecken.
. 5.
Die Besitzer isolirt belegener Hôfe sind berechtigt, sich mit denjenigen
Grundstücken, welche zusammenhängend den Hof ganz oder theilweise umgeben,
also nicht mit fremden Grundstücken im Gemenge liegen, von dem hemeinschaft.
lichen Jagdbezirke auszuschließen, wenngleich die Gruodstache nicht zu den im
K. 2. gedachten gehören.
. 6.
Auf den nach K&. 5. aus dem gemeinschaftlichen Jagdbezirke ausgeschie-
denen Grundstücken müssen die Grundbesitzer, so lange die Ausschließung dauert,
die Ausübung des Jagdrechts gänzlich ruhen lassen.
5 Auch mässen die Grenzen solcher Grundstücke stets erkennbar bezeichnet
werden.
g. 7.
Grundstücke, welche von einem über dreitausend Morgen im Zusammen-
hange großen Walde, der eine einzige Besitzung bildet, ganz oder größtentheils
eingeschlossen sind, werden, auch wenn sie nicht unter die Bestimmungen des
H. 2. fallen, dem gemeinschaftlichen Jagdbezirke der Gemeinde nicht zugeschla-
gen. Die Besitzer solcher Grundstücke sind verpflichtet, die Ausübung der Jagd
auf denselben dem Eigenthümer des sie umschließenden Waldes auf dessen
Verlangen gegen eine nach dem Jagdertrage zu bemessende Entschäbigung zeit-
pachtweise zu übertragen, oder die Iogdaugöhung ganzlich ruhen zu la ii*
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