344 Dienstesobliegenheiten eines Gemeindeschreibers.
beim Nachhausegehen aus dem Gasthause zur
Rose dahier vor dem Hause des N. N. meuchlings
angefallen und durch mehrere Messerstiche
verletzt, von denen einer, am Nacken,
vom Arzte für lebensgefährlich erklärt wurde.
Als Zeugen werden benannt:
N. N.,
N. N.,
N. N.
Die Wundbeschau und die Vernehmung
der Zeugen, sowie des Verletzten werden das
Nähere ergeben. "
Mit schuldiger Verehrung empfiehlt sich
Eines
Kgl. Herrn Staatsanwaltschafts-Vertreters
gehorsamer
N. N., Bürgermeister.
Ad 3. Protokolle.
Dieselben werden halbbrüchig geschrieben. Am Rande oben rechts
vom Eingang kommt Ort und Datum der Verhandlung, unmittelbar
darunter der Betreff oder das Rubrum. Diesem gegenüber diejenigen
Personen, welche bei der Aufnahme des Protokolls präsent — anwesend,
gegenwärtig — sind. Dasselbe ist nach geschehener Aufnahme den Anwesenden
vorzulesen und von diesen unterzeichnen zu lassen, weshalb die
Formel beigesetzt wird: „V. g. u.“ — Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben.
Es gibt
a) Vernehmungsprotokolle, bei denen man die zu vernehmende Person
Hets in der 1. Person (ich) sprechen läßt (vide Formular
r. 49),
b) Versteigerungs-,
) Verpachtungs-,
d) Augenscheins-,
e) Anzeige= und
f) Anmeld-Protokolle
unr werden dieselben durch die Formulare Nr. 50, 51, 52, 53 und 54
erklärt.
Bei Exekutions-Versteigerungen, welche im Auftrage des kgl. Landgerichts
vorzunehmen sind, werden die Protokolle auf Drei-Kreuzer=Stempel
geschrieben, ist aber die Civilklage Armensache, so darf
freies Papier hiezu verwendet werden.
Kann Jemand das Protokoll nicht unterschreiben, so hat er statt
seines Namens ein Handzeichen (in der Regel 3 Kreuze) beizusetzen,
welches Handzeichen vom Protokollführer zu beglaubigen ist.