Kosmaj — Kriegerheimstätten
General der Infanterie, 28. Aug. 1916 Führer der
Donauarmee in Rumänien, mit der er über Bukarest
gegen die untere Donau vorbrang und Anfang Jan.
1917 Bräila eroberte, April 1918 in der Krim.
Kosmaj, Berg in Nordserbien, südl. von Belgrad,
mit stark befestigter Stellung der Serben, wurde 22.
Okt. 1915 von der Armee Koevess erstürmt.
Kostajuik, Gemeinde und Berg in Serbien, stark
befestigter Stützpunkt, wurde nach vergeblichem Sturm
(15. u. 16. Sept.) 8. Nov. 1914 von den im Westen
Serbiens eingedrungenen österr.-ungar. Truppen erstürmt,
was den Fall von Krupanj zur Folge hatte.
Koester, Adolf, Kriegsberichterstatter, Mehrheitssozialist,
geb. 8. März 1883 in Verden, 1912—14 Privatdozent
der Philosophie an der Techn. Hochschule in
München, seitdem in Blankenese b. Hamburg, 22. April
1919 preuß. Gesandter in Hamburg und Staatskommissar
für Schleswig-Holstein, wurde 1920 Reichsmin.
d. Ausw. K. verfaßte Kriegsnovellen u. d. T.: TDer
Tod in Flanderne (1914) und Brennendes Blut-(1910),
sowie die Liichsberichte »Die stille Schlacht-(1915),-Wandernde
Erde (1917),-Die Sturmschar
Falkenhayns (1917) u. Mit den Bulgaren, Kriegserlebnisse
aus Serbien und Mazedonien (1917).
Kotur, pers. Stadt nahe der türk. Grenze, Nov.=Dez.
1914 umkämpft, wurde 7. Jan. 1915 von den
Türken, 18. März 1916 von den Russen besegzt.
Koevess von Koevesfsháza, Hermann, Freiherr,
österr.-ungar. General, geb. 30. April 1854 in
emesvar, 1896 Oberst, 1907 Feldmarschalleutnant,
1911 General der Infanterie und komm. General in
Hermannstadt, 1916 Generaloberst, Aug. 1917 Feldmarschall.
An der Spitze des 12. Korps focht K. auf
dem nördl. Kriegsschauplatz, nahm 4. Aug. 1915 als
Führer einer Armeegruppe unter v. Woyrsch Iwangorod,
erhielt Sept. eine Armee gegen Serbien und
eroberte den Sandschak Novipazar und Montenegro.
K. vertrieb dann die Italiener aus Durazzo und besetzte
das nördl. Albanien. An der Maioffensive 1916
gegen Italien hatte K. mit seinem Vorstoß bis über
Arsiero und Asiago den Hauptanteil. An der Spitze
der 7. Armee focht er bis Aug. 1917 in den Karpathen,
dann wieder in Italien. Sept. bis Okt. 1918 hatte er
den Oberbefehl in Serbien und Ungarn inne. — Bild
s. Bd. II bei S. 181.
Kowel, Kreisstadt im russ. Gouv. Wolhynien,
Knotenpunkt der Weichselbahn, wurde 23. Aug. 1915
von der Armee Puhallo besetzt; über die weiteren
Kämpfe um K. 1916 vgl. Bd. II, S. 205 ff. K. wurde
8. Febr. 1919 von den Deutschen geräumt; seitdem
streiten sich PFolen und Russen um Eeinen Besitz.
Kowno, Hauptstadt und Festung im russ. Gouv.
K., an der Mündung der Wilia in den Njemen und
der Bahn K.-Eydtkuhnen. über die Eroberung K.s
im Aug. 1915 vgl. Bd. III, S. 62 sowie Bd. I, S. 229f.
K. wurde Jan. 1919 Sitz der litauischen Regierung.
K. R. A., amtl. Abk. für Kriegsrohstoff-Abteilung.
Krafft von Delmensingen, bayr. General,
wurde 1909 Oberst und Abt.-Chef im bayr. Kriegsministerium,
1911 Generalmajor und Komm. der
4. Artilleriebrigade, 1914 Generalstabschef des Kronprinzen
Rupprecht (6. Armee), 1916 Führer des
Alpenkorps in Galizien u. Rumänien, Anfang 1917
Chef des Ceneralstabs der retprupe Verzo
Albrecht (Lothringen), Nov. 1917 enerclstchbe
der 14. deutschen Armee unter Otto v. Below, 1918
der 17. Armee (Arrag). ([Panzerwagen.
Kraftfahrzenge, s. Bd. I. S. 279 ff. Vgl. auch
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Kragnjev#e, Stadt in Serbien, an der Lepenica.
wurde 31. Okt. 1915 von der Armee Gallwitz, 26.
Okt. 1918 von franz.-serb. Abteilungen erobert.
Krakan, Stadt und Festung in Westgalizien, an
der Weichsel und der Bahn K.-Lemberg-Wien. Der
Raum um K. war Nov. 1914 der Ausgangspunkt
der österreich. Offensive gegen die Russen; vgl. S. 53 f.
Kraljevo, Flecken an der Serb. Morava, wurde
6. Nov. 1915 von deutschen Truppen der Armee Koevess
erobert; 30. Okt. 1918 zogen die Serben in K. ein.
Kramersch (Kramarcz), Karl, tschech. Politiker,
geb. 27. Dez. 1860 in Hochstadt geunmeng Jurist,
seit 1891 im Reichsrat, 1894 im böhmischen Landtag,
1897/98 Vizepräs. des österr. Abgeordnetenhauses,
1906 Obmann des Tschechenklubs, Gegner des Dreibundes
und fanat. Verfechter des Panslawismus, Mai
1915 wegen Hochverrats verhaftet, Dez. mit Vermögensbeschlagnahme
belegt, Juni 1916 zum Tode
verurteilt, aber zu lebenslänglichem Kerker begnadigt
und März 1917 durch Amncttieerlas in Freiheit gesetzt,
war Nov. 1918 bis Juli 1919 Ministerpräsident.
Vgl. Wichtl, K., der wahre Anstifter des Weltkrieges
(Münch. 1818).
rankenpflege, s. Rotes Kreuz, Lazarett, Kriegsbeschädigte,
ferner Bd. I. S. 311 und 282 ff.
Kräáfunik, Stadt im russ.-poln. Gouv. Lublin. Am
25. Aug. 1914 erlitten hier die Russen eine schwere
Niederlage. Anfang Juli 1915 entspannen sich im
Raume von K. neue garinächee Känipfe, die zum Rückzug
der Russen führten.
rauß, Alfred, österr.-ungar. General u. Mil.-Schriftsteller,
geb. 1862 in Zara, 1913 Feldmarschallleutnant
und Komm. der Kriegsschule, bei Kriegsausbruch
Befehlshaber der 29. Inf.-Div., vernichtete
6. Sept. 1914 die serb. Timokdivision bei Mitrowitza
und betelligte sich an den Kolubarakämpfen. Nach
Potioreks Rücktritt Generalstabschef der 5. Armee
(Erzh. Eugen) in Serbien und 1915/16 gegen Italien,
führte K. dann das 1. Korps am Isonzo und nach der
12. Isonzoschlacht die Armeegruppe, die die Italiener
Nov. 1917 bis an die Brenta zurückwarf.
Kredithilfe, s. Kriegsdarlehnskassen sowie Bd. I,
Kreisel, s. Gyroskop. [S. 389 u. 411 ff.
Kremenec, Stadt in Wolhynien, s. Ikwa.
Kreß von Krefsenstein, Friedrich, Freiherr
von, bayr. Generalstabsoffizier, geb. 1868, 1914—17
Oberst und Veneralstabsches in Palästina, 1918 Führer
der deutschen Kaukasustruppen in Tiflis.
Krenzbergsattel, wichtiger Alpenübergang an
der ital.-kirol. Grenze, war Juni bis Okt. 1915 umstritten;
ein Einbruch gelang den Italienern nicht.
Krenzer, Kriegsschiff für den Aufklärungsdienst
bei der Schlachtflotte und für den Handeskrieg. Val.
Bd. L, S. 241. — Krenzerkrieg, s. Bd. 1I, S. 268.
Krenzuacher Abmachungen, die zwischen den
militärischen und politischen Leitungen Deutschlands
und Osterreich-Ungarns 17./18. Mai 1917 in Kreuznach
getroffenen Vereinbarungen über die Kriegsziele.
Krenz-Pfennig-Sammlung, Sammlung des
Roten Kreuzes, die durch Verkauf von Kreuz- r ennig-Marken
zum Aufkleben auf Briefe, bes. in
Vahnbofsbuchgandlungen, Warenhäusern und Gastwirtschaften,
Geld für die Kriegsfürsorge aufbrachte.
Kriegerehrungen, s. Heldenehrung.
Kriegerheimstätten. Nach den Grundsätzen des
Hauptausschusses für K. (Juni 1915) sollen den
Kriegsteilnehmern Wohnheimstätten, d. h. Kleinhäuser
mit Nutzgärten, und Wirtschaftsheim-