thumbs : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Kummer  7

 

den  neuesten  herrlichen  Waffentaten  in  Rumünien,
  ein  fast  alltägliches  Erelanis.
eben  in  dieser  Hinsicht  verwöhnt.  rend
heute  Frankteich  nach  mehr  als  zuel  Jahren
immer  noch  am  vermeintlichen  Murnesieg  zehrt,
schaffen  unsere  zahlreichen  kriegerischen  lge
gerade-u  einen  Ueberfluß  an  Aniassen  zu  slolzer
  vaterländischer  Erhebung,  so  daß  mancher
Sien  im  Strudel  der  allgemeinen  Begeisterung
versinkt  oder  wenigstens  nicht  die  ihm  gebührende
  Würdigung  erfährt.

Daß  der  deutsche  Sieg  an  der  Somme  diesem
Schicksal  ohne  weiteres  anheimtallen  wird,  fürchlen
  wir  nun  gerade  nicht.  Dafär  ist  doch  zuviel
beussches  Blut  in  den  balb  ein  halbes  Jahr  andauernden
  Schlachten,  in  denen  der  Sieg  er-—
  geslossen,  dafür  haben  doch  zuviele

  Herzen  daheim  um  die  Lieven  gebangt,  die
sie  in  deren  mörderischem  Toren  wußten.  Trondem
  aber  erscheint  es,  nachdem  jetzt  auch  die
Jeinde  vom  Ende  der  Sommeschlacht  sprechen,
geboten,  auf  deren  Bedeutung  noch  einmal
beonders  hinzuweisen.  Demn  sie  int  nicht  eine
Schlacht,  wie  viele  andere  auch,  sondern  ein  kriegerisches
  Ereignis  von  ganz  besonderem  Einschlag
  und  ihr  für  die  Deutschen  siegreicher  Ausgang
  von  ganz  außerordentlicher  Tragweite.

Deas  zeigt  uns  schon  eine  Betrachtung  des
Diels,  das  unsere  Feinde  mit  der  Ossen###r  des
Jahres  1916,  die  man  kurz  als  die  Sommeschlacht
  bezeichnet,  verfolgt  haben.  Dies-=  Ziel
war  ausgesprochenermaßen:  die  deutsche  Front
zu  durchsroßen,  sie  nach  rechts  und  1½15  auszurollen
  und  die  Deutschen  aus  Fran'reich  und
im  gleichen  Anlauf  womöglich  auck  nach  aus
Belgien  zu  vertreiben.  Das  gleiche  Ziel  schweble
wohl  auch  den  fruheren  O  fsensiwen  Frankreich
Dor,  aber  es  ist  doch  niemals  als  so  selbstverständlich
  hingestellt  worden  wie  bei  der  Osffensive
  dieses  Jahres.  Die  Vordereilungen  dazu
sind  in  aller  Oeffentlichkeit  getrosfen  worden.
1  Von  Ende  1915  an  bis  zum  Beginn  der  Offen-A

  Krien  dav#nffetragen  haben,  besonders  aber  nach

—  —

live  Wurden  die  eigenen  und  die  neutralen  Völler
ron  den  Stimmungemachern  der  Entente  unallessig
  im  Sinne  des  vorgenannten  Ziels  bearbeilet,
  selbst  im  Film  wurden  der  aulshorchenden
Welt  die  Vorarbeiten  zu  dein  giroßen  Schlag
vor  Augen  geführt.

Ein  Zueifel,  daß  Deutschland  nunmehe  zerschmettert
  werden  würde,  wa:  für  den  ganzen
Vierverband  und  seine  Trabanten  niht  mehr
möglich.  „Es  handelt  sich  ictzt  um  die  Krast-Plobe
  und  nichts  anderes“,  schrieb  Herr  Ciemen=6
  im  April.  „Der  Höhepunt  des  Krieges

 

J

ist  da.  Faͤr  alle  Verbandsmüchte  gibt  es  nur
die  Losung:  Sieg  oder  Tod:  Wnn#jetzt  ein
:  Wille  die  einbeitliche  Tat  beseelt,  wird  das
prcuf#sche  Barlar#etum  vernichtet  werden")  vernerte
  der  Senaror  Verenger  unmntittelbart  vor
Beginn  des  Angriffs.  Und  am  30.  Juni,  als
da?  Trommelfeuer  bereito  eine  Woche  lang  auf
g  die  deutsche  Stellung  niederhegelte,  fonute
man  in  der  „Action“  lesen:  .„Die  Deutschen
lönnen  ruhig  sein,  man  wird  Lille  und  St.
Quentin  schneller  erobern,  als  sie  denken.  Ebenso
wird  die  Stunde  für  Lüttich  und  Diedenhefen
schlagen  und  über  Erwatten  schntll  wird  die
Trikolore  an  der  Maas  und  am  Rheine  wehen“.
Man  wäürde  den  Franzpsen  unrecht  kun,  wollte
man  sagen,  die  Prophezeiungen  wären  aus  der
hohlen  Hand  heraus  getan  worden.  Dem  Ziele
seuprachen  auch  die  Mittel.  In  den  gewaltigen,
b#eer  beispiellosen  Vorbereitungen,  die  von  den
Westmächten  getrosfen  worden  waren,  hatten
die  Prophezeiungen  wohl  eine  reale  Unterlage.
Hatten  doch  die  Alarmruje  über  den  Kanal  endlich
  ihre  Wirkung  getan  und  Enaland  veramaßt,
ient  auch  einmal  Opfer  an  Blut  zu  riskieren.
Eine  Million  Engländer  fland  neben  den  fran-—



öölischen  Divisionen  bercit,  #oyl  ausgerüfstet  und
—  «

 

·  pfuiUm-d.cicd"1·.1nofcn,doritc  iie,
diese  Republikaner!  In  eing  frangösccher:t
Königreiche  oder  gar  unter  einem  Kaiser  hatte
so  etwas  nicht  geschehen  können.  Nicht  einmal
einen  Koplan,  der  sie  hätte  krösten  können,
haue  man  mehr  im  Schloß!  Auch  er  hatte
damals  bei  Austkreibung  der  Kirche  weichen
mussen,  und  so  war  denn  niemand  da,  der  sie
in  ibrer  großen  Not  stüten  oder  ihr  gar
helsen  konnte.

a,  was  sollle  nun  mit  den  arm
wundeten  da  unten  geschehen?  Wen  eernun
  eine  Granate  einschlug?  Warum  hatte
Heury  gerade  diese  Seite  gewählt?  Ach  ja
man  hatte  eben  nur  mit  einem  Angriff  der.
Franzosen  gerechnet.  der  Kapitän  der
beiden  Kompagnien  sprach  ja  auch  nur  von
dem  droßen  Vormarsch  an  den  Rhein  und
daß  noch  französische  Granaten  von  Weste  «
geflogenkäme-s,londcranukcln  paar  len  vee
deutsche,  aber  von  der  anderen  Seite  der.

Die  waren  aber  nicht  mehr  der  Rede  wert,
denn  die  Deutschen  mußten  ja  nun  Wrück!
Ganz  Frankrelch  stand  ja  wie  ein  Mann
unter  den  Wassen,  und  die  Millior#n  wackerer
Gallier  mit  ihrem  sprichwörtlichen  Clan  würden
ja  dlese  deutsche  Barbarenbrut  einfach  über
den  Hausen  rennen  und  vom  Erdboden  wegegen

So  hatten  doch  dle  Generale  und  dle  Minister
  Na  und  die  Herren  da  oben
an  der  Spile,  die  mußten's  doch  wissen.
Hol's  der  Kuckuck,  wenn's  anders  war.
Genevloͤve  a  immer  vollkommen
aufgelöst  und  absolut  nicht  Herr  ihrer  Gefühle

 

 

in  dem  Stubl.  in  den  sie  bingefunren  war.

 

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in  der  langen  Ruhezeit,  die  sic  sich  bisher  gegönnt
  hatten,  bis  aufs  Letzte  eingeübt,  uie  man
besste.  Dazu  kamen  die  Vorbereitungen  für
einc  artilleristische  Wirkung,  von  der  man
glaubte,  daß  ihr  nichts  widerstehen  könne.  Monatelang
  waren  die  Geichüz=  und  Munitions.
sabrilen  Frankreichs,  Englauos  und  Amerikas
Tag  und  Nacht  nur  für  diese  eine  Aufgabe  tätig
gewesen.  Selbst  am  Pfinastfest  hatte  es  für  die
Arbeiter  keine  Pause  ge  eben.  Besonders  in  der
Kabrilation  schwerer  und  schwerster  Geschuütze  war
das  denlbar  Mögliche  aeleiste:  n  orden,  hatte
man  doch  von  den  Deutschen  und  deren  Erfolgen
durch  die  schwere  Artillerie  selernt.  Größte
Sorgsain  halle  man  auf  die  Verett#eilung  aller
Spezielwaffen  verwendet,  ganze  Schwärgte  von
Fliegern  lonnten  auf  die  deutschen  Linien  losgelassen
  werden.  Die  Angriffsbemegung  selbit  war
bie  in  Kleinste  ausgedacht,  jede  Moglichieit
forgsäitig  in  Rechnung  gezogen,  die  Bieite  des
Angrifssabschnittes  so  geuung  wie  möglich  gerählt,
  um  eine  Tiesenwirlung  zu  erz#elen,  welcher
der  Erfolg  nach  menschlichem  Ermessen  untker
allen  Umständen  beschieden  sein  mußte.

Cos  war  die  gewaltigste  Machtanhäufuna  diese:
  Krieges,  der  sich  die  deutschen  Sommekämpjer
  gegenübersahen.  Die  gesamten  versügodaren
Kräfte  zueier  Großitaaten  vereinigten  sich  zum
Angriff  gegen  nur  einen  Teil  oe=  deutichen
DHeeres,  denn  dieses  hatte  sich  ja  auch  auf  der
der  weiten  Ostfront  gegen  die  russischen  Angriffe
zu  wehren.  Diese  Tatsache  der  vielfachen  Ueberlegenheit
  an  Menschen  und  Kriegsmatertal  muß
man  sich  immer  wieder  vor  Augen  halten,  wenn
man  die  Leistungen  unserer  Sommetruppen,
dic  Heldengröße  ihres  siegreichen  Widerstandes
würdigen  will.  Und  dann  vergegenwärtige  mon
sich,  daß  das  Sturmen,  Hämmern  und  Stoßen
über  fünf  Monate  Tag  und  Nacht  dauerte,  daß
ein  Großkampftag  an  verderebn'ip##iendem  Kraftaufmand
  den  anderen  in  Schatten  stellte  daß

—.

als  sie  aus  dem  Halbtraoune  und  vielleicht
auch  einer  leichten  Ohnwacht  von  einer  ihr
bekannt  erscheinenden  Somme  geweckt  wurde.

Vor  ihr  stand  der  deutsche  Arzt.

„Guten  Tag,  Gräfin.  Wie  neht  es  unseren
  Berwundeten?  We  siind  sie?  Doch  nicht
mehr  da  oben?"  und  er  zeigie  eine  Treppe
hinauf.

Da  sprang  sie  auf  und  sagte:

„Nein,  Herr  Doktor,  unten  im  Peller  liegen
  sie,  aber  ich  bin  sehr  in  Sorge,  daß
ibnen  bei  dem  Schießen  etwas  zustoßen  lann,
ich  suchte  den  Diener,  aber  —  —  —“

„ODeda,  komm  enmal  ein  paar  Mann  her
von  euch!  Ist  denn  der  Blume  —  —  —
„Hier  bin  ich  schon,  Herr  Stabsorzt,“
rief  atemlos  heranstürzend  der  brave  Junge,
„Am  —  wo  ist  mein  Leutnant?“

Uund  sein  ganzes,  bübsches  jugendliches  Gesicht
  war  in  Spannung.

„Geh  mit  den  anderen  in  den  Keller
und  hilf  da  der  Gräfin.“

Karl  Blume  horte  schon  nichts  mehr,  sondern
  stürzte,  gleich  zwei  und  drei  Stkusen  mit
einmat  nehmend,  die  Treppe  hinab  und
knicte  bald  am  Bett  seines  Leutnants.  Der
Doltor  kam  auch  glelch  und  untersuchte  jofort
die  beiden  Verwundeten.

„Ich  bin  leidlich  zufrieden  mit  dem  Zustande,
  trotz  der  wahrscheinlich  überstandenen
Aufregungen  und  Anstrengungen  des  Umtransportes,“
  sagte  er  zu  Geneviè#we  gewandt.
—  „He,  Leute,“  befahl  er  dann  den  nachgekommenen
  andern  Ulanen,  „verstopft  mal,  so
gut  es  geht,  die  Fenster  da  mit  dicken  Sandsäcken,
  damit  wensgstens  keine  Sprengstücke

auch  der  stärkste  Eisen=  und  Stacthagel  immer
wieder  überboten  wurde.

Man  denle  reiter  daran,  daß  menatelong
vorher  in  das  Gehirn  jedes  Frawosen  hineingehämmert
  worden  war,  worum  es  in  dieser
Schlacht  für  Frankreich  geht,  nämlich  um  die  Befreiung
  der  eigenen  Erde  von  den  tdeutschen
Vardaren,  um  nichts  weniger  als  um  Frank.
reichs  Zukunft,  daß  auch  sonst  kein  Mittel  unversucht
  gelassen  wurde,  das  geeignet  schien,
die  Truppen  vormärts  zu  heyen,  daß  neten
den  tollsten  Versprechungen  der  Allohol  eine
große  Rolle  spielte,  und  daß  man  schlichlich  auch
nicht  davor  zurücksscheute,  den  Truppen  nach
russischem  Vorbild  den  Weg  nach  rücknür#:  durch
eigenes  Maschinengemehr=  und  Geschutzfeuer  zu
verlegen.  Vorwärts.  Vorwärts  jies  jeder
neuc  Tagesbefehl  den  Tinppen  zu.  N.  die
franzölüchenglisce  Hr#eresleiung  woilte  vor
wärts  um  jeden  Preis.  Versuchle  es  mit  dem
Durckbruch,  dann  wieder  nnt  der  Zeimürbung.
dann  wieder  mit  dem  Durchbruch.  Hatte  noch
kürzlich  die  Kavallerie  bereitgeilellt,  die  durch
das  in  die  deutsche  Mauer  zu  itoßende  Loch
durchbrechen  und  das  Werk  der  Aufrollung  be-Zinnen
  sollte.  Der  beste  Beweis,  wic  zäh  sie
ihr  Ziel  bis  zuletzt  verfolgt  hat.

Vergeblich.  Die  deutsche  Mauer  hielt.  Gab
wehl  da  und  dort  nach.  aber  sie  brach  nicht  auseinander.
  Wo  unsere  Tapseren  wichen,  da  hinterließen
  sie  bis  in  den  tieisten  Gruno  verwustelez
  Land,  und  auch  dies  hatte  der  Feind  erst
mit  Strömen  von  Blut  erlaufen  müssen.  Sein
ganzer  Erfolg  war  eine  gerince  Einbuchtung
umere  Linic,  die  auf  einem  gewöhnlichen  Kartenblatt
  laum  zu  sehen  ist.  Niczt  einmal  die
Städte  Bapaume  und  Peronne  sind  von  ihm  erreichl
  worden,  die  schon  als  Hiel  der  eisten
Angriffstage  ausersehen  waren!  Ally  ein  völliges
  Mißlingen  des  ganen  Unternemens,  die
gröhte  französisch-englische  Ricder#  g##dieses

   

Kriegzes,  ein  gewaltiger  deutscher  Seg.  D.  #l
it  dasn  Ergebnio  der  haldreüre  Zon#neschlacht.
  .
Wenn  wir  das  hee  ##  ugtuung
-eLtülcllen,  dann  wollen  wit  uns  au.  ins
Orachtnis  p  Uas  unsere  tapferen  Truppen
  dort  au  tten  haben,  um  dieses  Zel  zu
eireichen.  An  so  manchen  Taken  hat  der  sonst
o  nũchterne  Heeres  bericht  die  Taten  der  Sommetämpfer
  geruhmt.  In  noch  beredteren  Warten
haben  die  Kriegsberichterslatter  #er  Heimat  erzöhlt.
  was  dort  an  der  Somme  an  hher  Ausdauer,
  an  todesmutiger  Tapxjerkeit  und  serb##tloser
  Hingabe  von  Leib  und  Leben,  nicht  zmient
an  Ueberwindung  des  Furchtbarsten  und  Sch#--lichiten,
  ras  Menschenhirn  iich  ausdenken  kann,
geicisltet  uard.  Vergessen  wir  je't  über  den
Sigeoglocken,  die  unsere  vorwärts'turmenden
Heere  in  Rumänien  zu  unser  aller  Frende  begleiten,
  das  harte  Heldentum  von  der  Sommeschlacht

  nicht,  dad  sein  gut  Teil  dan  beitrug,

den  Weg  nach  und  durch  Rumanien  zu  bahnen.

Und  vergessen  o  ir  vor  allem  nicht,  daß  dre  jetzt

langsam  erwachende  Frieden-bewegung  ihren

Unsprung  nicht  nur  in  der  Niederwerfung  Rumäniens

  hat,  sondern  ver  allem  auch  m  der

Talsache,  das  alie  Holfnungen  der  Westmäckte

auf  Durchbrechung  der  deutichen  Westfront  an  der

Somme  zu  Grabe  getragen  worden  sind.  Auch

die  künftigen  Hoffnungen.  Denn  es  wird  nach

dem.  was  die  deutschen  Truppen  an  der  Somme

vollbracht  haben,  leinen  Menscken  auf  der  Welt

geben,  der  ernitlich  unseren  Feinden  für  einen

obermaligen  Versuch  mehr  Erfolg  prophezeien

wurde,  als  sie  jent  gehabt  haben.

Deaos  ist  die  bleibende  Frucht  des  deutschen
Sicges  an  der  Somme.

 

 

 

Jum  Jahreslag  der  Räumung  der
Halblasel  Gallipoll.

In  England  und  Frankreich  mehren  sich  die
Sümmen,  die  ernstlich  zum  Rückzuge  von  Salo
riki  mahnen,  weil  die  Lage  Sarrails  sich  von
Tag  zu  Tag  bedenklicher  ge'latte.  Aber  man
vögert  noch,  weil  die  Preisgahe  von  Saloniki
das  englische  Ansehen  in  der  Levante  unwiederbringlich
  vernichten  wurde.

Es  liegt  eine  gewiste  Ironie  der  Weltneschichte
darin,  daß  gerade  jent  die  die  Lazßze  Überschauenden
  militärischen  Nierv#e#andekreise  Paz  Salani.Abenteuer
  liquidieren  möchten.  wie  sie  juft
ton  einem  Johre  das  Dardanelten-Abentener
ausgegeben  haben,  als  sie  am  3.  9.  Januar
1915  die  Gallivoli-SLatbinsel  völlig  täumten.

Irt  ganten  dauerten  die  Operationen  vor
den  Dardanellen  rund  10=  Monate,  und  nach
del  Landung  franzbslscher  und  enqiescber  Trurpen
  aus  Geilipoll  aren  am  Tage  de-  Räumung
  31.  M2/nad  verflossen.  Stegessicher  schticden
  die  „Times“  z3u  Beginn  der  Derdanelien=Unternehmueng
  vom  „  bevorrehenden  Wendpunkt
  des  Krieges“  und  pochten  stolz  darauf,
„vnl  daß  man  sich  auf  keinen  Fall  einer  Fsschlagz
gestatten  darse“.  Die  „Danuy)  Ma##l#  proyhezeite:
  „Die  38-Zemntimeter-Gesccüge  unserer
Schlachtsch  ifr  Verden  sent  die  600  jährige  Herrschaft
  des  turkeschen  Kalserreiche  ##n  den  Dardanellen
  hinr#egblafen,  und  Deutichlan?  wird  seine
Pläne  in  Mome  zerschellen  sehen.“  Und  am
7.  Mai  fühite  Heir  Churchell  das  N  chen  des
siegleickhen  englischen  Frieden;:  „Duech  die
Moerenge  der  Dardanellen  und  durch  die
Sckluchten  von  Calliyeli  fahrt  der  färzeme  Weg
zum  triumphierenden  EFrieden“

 

     

Zetzt  kling's#  wie  blutiger  S#.  Das  mit
ungeheurem  Pomp  angelundige  Dardanellen.
Abenteuer  Nellt  nach  dem  Urtel.  eines  Londo- 



    

Pumii.  machte  da  ger##de  ein  Eisenstück
eines  Schrapnells  und  war  durch  das  eine
Fenster  hbereingeflogen  und  llatschend  an  die
Wand  cgeschlagen.

„Seht  ihr,  wie  nötig  es  isi,  aiso  nun
man  dalli!=Es

  bedurfte  gar  keiner  Aufiorderung  zur
Eile  mehr.  denn  mit  fieberhaftem  Cifer  arbeiteten
  alle:  sie  hatten  mit  Jubel  gehört,  dasß
ihr  Leutnant  lebte  und  nicht  in  Gesangenschaft
geraten  war.  Karl  Blume  weinte  dicke  Freudentränen
  und  jubelte  dabei,  immer  dazwischen
  leise  aufjauchzend:

„Er  lebt!  Er  lebt!  Er  ist  dao:“

Gräfin  Genevieève  beobachtete  den  braven
Jungen  und  war  gerührt  über  diese  Liebe
und  Anhänglimkeit  des  Soldaten  an  den
Offizier.  Immer  neue  Dinae  erlebte  sie  an  den
Deutschen,  und  sie  griff  nun  selbst  auch  gar
kräftig  mit  zu  und  half,  so  gut  sie  es  verte.


Wo  nur  der  Henry  blieb?  fragte  sie  sich
immer  und  immer  wieder.

Lange  dauerte  übrisen  die  Beschießung.
des  Schlosses  und  seiner  Umgebung  nicht  mebr,
denn  die  deutschen  Batterien,  die  nun  ausfuhren,
  lenkten  einmal  das  Feuer  von  dem
ersten  Siele  ab.  zwangen  dann  aber  auch  die
Franzosen,  mit  ihren  Geschützen  weiter  zurückäugehen,
  so  daß  schon  um  Mittag  herum  keine
#ranzösische  Gronate  oder  ein  Schrapnell  noch
bis  hierber  flog.  "

Der  Vormarsch  an  den  Rhein  und  à  Berlin
war  ein  blchen  ins  Stocken  geraten,  ja  es
schten  sogar,  als  ob  sich  die  werren  Franzosen,
wie  man  zu  sagen  pflegt,  ein  wenig  rückwärts
konzentrieren  wollten.

 

oder  Schrapnellkugeln  hereinftiegen.“

Im  L.  uc  des  Tages  traf  dann  ein  Dioisioneab
  im  Schlosse  ein,  und  da  jede  Besmehunn###e'air

  nn  vorüber  war,  sjo  wurden
  die  leiden  Verwundeien  zusummen  wie,
der  in  dür  Zimmer  geieg:,  un  dem  der  Kapie

tän  von  Anfung  an  untergebracht  gewesen  war.

Genevi  ve  bezog  ihr  Zimmerchen  nebenan
und  widmete  sich  wieder  ganz  der  Pflege
der  armen  Kranken.

„Mit  dem  Abtransportieren  konnen  wir
nun  rubig  noch  eine  Zeitlang  warten,“  hatte
der  Do#tor  gesagt,  „denn  jeder  Tag  der  Nuhe
ist  vei  diesen  Leiden  Verwundeten,  bei  denen
Gefahr  eincr  inneren  Verblurung  vorliegt,  von
Bedemung  und  #ugßgen.“

ie  beiden  Verwundeien  lagen  ruhig  in
ihrem  Zimmer  und  ipürten  wenig  von  der
allernachiten  Nade  des  Kampfes.  Auch  das
junge  Schlavfräulein  kam  mit  den  deutichen
Soldaten  jan  gar  nicht  in  Beruhrung.  Meist
saß  sie  an  einem  der  Beiten  der  beiden  Verwundeten
  und  gab  sich  ganz  ihrer  Pflege  bin.
Eine  starte  Crmanung  hatte  die  Verwundeten
ergriisen:  es  war  do#n  Zu  viel.,  was  auf  diese
armen  zerichosfenen  Körper  eingestürmt  war,
daß  es  nicht  auch  an  den  so  schon  schwer
milgenommven  Nerven  vorübergeben  konnte.
und  so  schliefen  sie  nun  ost  und  viel  in  tiesster
  Ermattung.  Genevieve  hatte  somit  manche
Stunde  der  Ruhe  für  sich,  wollte  aber  auch
nicht  von  der  Seite  der  Freunde  weichen.
Immer  und  immer  wieder  zog  es  sie  zu  dem
Deutschen  hin,  und  sie  wußte  selbst  nicht,
es  kam,  aber  ihre  Gedanken  wellten  zu  gerne
bei  ihm.  und  jeden  Wunsch  suchte  ste  ihm  an
den  Augen  abzusehen.  Zwar  beunruhlgte  sie

 

 

Reser  Zustand  doch  ab  und  zu,  und  sie  suchte