Full text: Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1900. (27)

W 43. 
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Erscheinen dem Rentamte die gesetzlichen Voraussetzungen zur Bestrafung nicht 
als gegeben, so ist das Verfahren einzustellen. In zweifelhaften Fällen werden 
sich die Rentämter jedoch vorher mit dem betreffenden Staatsanwalte in's Be- 
nehmen setzen, eventuell auch an die vorgesetzte Stelle berichten und deren Ent- 
schließung abwarten. 
Zur Stellung von Anträgen an die Staatsanwaltschaft auf Strafverfolgung 
ist in jedem Falle die Genehmigung der vorgesetzten Stelle einzuholen. 
Nach § 19 Abs. 1 des Wechselstempel-Stenergesetzes kann jede von dem zu- 
ständigen Rentamte wegen Stempel Hinterziehung eingeleitete Untersuchung und 
jeder Strafbescheid auch auf diejenigen Inhaber des stempelpflichtigen Schrift- 
stückes ausgedehnt werden, welche einem anderen Bundesstaate angehören. Die 
Strafvollstreckung ist nöthigenfalls durch Requisition der zuständigen Behörden und 
Beamten des Staates zu bewirken, in dessen Gebiet die Vollstreckungsmaßregel 
zur Ausführung kommen soll. 
Die Behörden und Beamten der Bundesstaaten sollen sich gegenseitig thätig 
und ohne Verzug den verlangten Beistand in allen gesetzlichen Maßregeln leisten, 
welche zur Entdeckung oder Bestrafung der Stempel-Hinterziehungen dienlich sind. 
(§ 19 Abs. 2 a. a. O.) 
Die Erhebung von Anklagen in den Fällen des § 464 der R. St.-P.-O., die 
weitere Vertretung und Antragstellung vor Gericht, sowie die eventuelle Einlegung 
von Rechtsmitteln kommt gemäß § 5 der Allerh. Verordnung vom 16. August 
1881 den einschlägigen Regierungsfiskalaten zu, welchen daher vorkommenden 
Falles die Rentämter die betreffenden Aktenstücke zur weiteren Einleitung un- 
verzüglich mitzutheilen haben. 
IX. Aebergangs= und Schlußbestimmungen. 
1. Für das Rechnungsjahr 1900 sind von den Regierungen, Kammern der Finanzen, 
sowie von der Generaldirektion der k b. Posten und Telegraphen vierteljährlich zwei Ueber- 
sichten des Ertrags der Reichsstempelabgaben, und zwar die eine (A) über die auf Grund 
des Gesetzes vom 27. April 1894 erhobenen Stenerbeträge nach dem bisherigen Muster 
(Ziff. 13 der Bestimmungen des Bundesraths vom 27. April 1894), die andere (B) über 
die auf Grund des Gesetzes vom 14. Juni 1900 erhobenen Steuerbeträge nach dem neuen 
Muster (Ziff. 90 der Ausführungs Bestimmungen des Bundesraths vom 21. Juni 1900) 
aufzustellen und an das Reichsschatzamt einzusenden. Gleichzeitig ist je ein weiteres Exemplar 
dem Staatsministerium der Finanzen zur Einsicht in Vorlage zu bringen. 
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