Nr. 17. 181
hinzu und bringt sie zunächst auf dem Wasserbad, alsdann bei etwa 120° C zur
Trockne. Die so erhaltene lockere Asche wird mit einem erkalteten Gemische
von 5 cem Methylalkcohol und 0, ccm konzentrierter Schwefelsäure sorgfältig
zerrieben und unter Benutzung weiterer 5 cem Methylalkohol in einen Erlenmeyerkolben
von 100 ccm Inhalt gebracht. Man lässt den verschlossenen Kolben
unter mehrmaligem Umschütteln ½ Stunde lang stehen: alsdann wird der Methylalkohol
aus einem Wasserbade von 80 bis 85°% vollstündig abdestilliert. Das
Destillat wird in ein Gläschen von 40 cem Inhalt und etwa 6 cm Höhe gebracht,
welches mit einem zweimal durchbohrten Stopien verschlossen wird, durch
den 2 Glasröhren in das Innere führen. Die eine Röhre reicht bis auf den Boden
des (iläschens, die andere nur bis in den Hals. Das verjüngte äussere Ende der
letzteren Röhre wird mit einer durchlochten Platinspitze, die aus Platinblech hergestellt
werden kann, verschen. Durch die Flüssigkeit wird hierauf ein getrockneter
Wasserstoffstrom derart geleitet, dass die angezündete Flamme 2 bis 3 cm
lang ist. Ist die bei zerstreutem Tageslichte zu beobachtende Flamme grün gefärbt,
so ist Borsäure im Fleische enthalten.
Fleisch, in welchem Borsäure nach diesen Vorschriften nachgewiesen ist, ist
im Sinne der Ausführungsbestimmungen D §5 Jr. 3 als mit Borsäure oder deren
Salzen behandelt zu betrachten.
2. Nachweis von Formaldehyd und solchen Stoffen, welche bei ihrer
Verwendung Formaldehyd abgeben.
30 g der zerkleinerten Fleischmasse werden in 200 cem Wasser gleichmässig
verteilt und nach halbstündigem Stehen in einem Kolben von etwa 500 cem
Inhalt mit 10 ccm einer 25 prozentigen Phosphorsäure versetzt. Von dem bis
zum Sieden erhitzten Gemenge werden unter Einleiten eines Wasserdampfstroms
50 ccm abdestilliert. Das Destillat wird filtriert. Bei nicht geräuchertem
Fleische verden 5 cem des Destillats mit 2 cem frischer Milch und 7 ccm
Salzsäure vom spezifischen Gewicht 1 welche auf 100 ccm 0, Cccm einer
prozentigen Eisenchloridlösung enthält, in einem geräumigen Probiergläschen
gemischt und etwa ½ Minute lang in schwachem Sieden erhalten. Durch Vorversuche
ist festzustellen, einerseits, dass die Milch frei von Formaldehyd ist,
anderseits, dass sie auf Zusatz von Formaldehyd die Reaktion gibt. Bei geräucherten
Fleischwaren ist ein Teil des Destillats mit der 4 fachen Menge
Wasser zu verdünnen und 5 cem der Verdünnung in derselben Weise zu behandeln.
Die Gegenwart von Formaldehvyd bewirkt Violettfürbung. Tritt letztere nicht ein,