der Eindruck so günstig gewesen, daß dort an dem befriedigenden
Verlauf und Abschluß des Abkommens nicht mehr gezweifelt wurde.
Es habe sich nunmehr zwischen den Ministern, zumal zwischen Churchill
und Grey, ein edler Wettstreit darüber entsponnen, wer nach Berlin
solle, um seinen Namen unter dieses große historische Dokument zu
setzen — wenn es nämlich gelungen wäre, Deutschland zur vollständigen
Preisgabe der weiteren Ausgestaltung seiner Flotte zu bestimmen.
Churchill habe gemeint, er sei der gegebene Mann, da er die
Marine habe. Aber Grey und Asquith gönnten dem Kollegen den
Ruhm nicht. Daher stand eine Zeitlang Grey im Vordergrunde —
wieder ein Beweis, daß die Politik und nicht so sehr die Zahl der
Schiffe dabei die Hauptrolle spielen sollte. Nach einiger Zeit aber
beschloß man, daß es Grey's ganzer Person und Stellung doch
würdiger sei, erst zum Schluß der Verhandlungen zu erscheinen und
seinen Namen unter das Abkommen zu setzen und — wie es in
Ballins englischen Informationen lautete — „to get his dinner from
the Emperor and to come in for his part of festivitles and fireworks“*),
auf gut Deutsch: die „bengalische Beleuchtung“ einzuheimsen.
Da nun Churchill diese keinesfalls bekommen sollte, so
mußte für die Verhandlungen eine Persönlichkeit gewählt werden,
die Asquith und Grey nahestand und, deren volles Vertrauen besitzend,
bereit war, die Verhandlungsarbeit bis zum Beginnn der
„bengalischen Beleuchtung“ auf sich zu nehmen, und die außerdem in
Berlin schon bekannt und in Deutschland nicht fremd war. Churchill
war das freilich auch nicht, denn er war einige Male bei den Kaisermanövern
in Schlesien und Württemberg als Kaiserlicher Gast zugegen
gewesen. Ballin verbürgte sich für die Zuverlässtgkeit seiner
Londoner Quelle.
— —
*) „sein Festessen vom Kaiser zu bekommen und bei den Festlichkeiten und
Feuerwerken auf seine Rechnung zu kommen“
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