— 949 —
die Strafe innerhalb des Strafmaßes herabzusetzen und kann selbst bei Aufruhr bis
auf Gefängniß von der kürzesten Dauer ermäßigt werden;
2. auf Anstifter und Anführer;
3. wenn, bevor die Entfernung erfolgt ist, einer der in den beiden letzten Absätzen der
Art. 148 und 149 erwähnten erschwerenden Umstände eingetreten, oder die Absicht
der zusammengelaufenen oder zusammengerotteten Menge bereits erreicht worden ist.
Bei Anstiftern und Anführern, sowie in dem unter 3 gedachten Falle findet auch eine
Herabsetzung der Strafe unter das gesetzliche Strafmaß nicht statt.
Art. 151.
« Störung des Hausfriedens.
Wer in eines Anderen Wohnung, Geschäftslocal oder dazu gehörigen geschlossenen Bezirk
widerrechtlich eindringt, oder ohne gesetzliche Befugniß und wider den erklärten Willen des
Besitzers oder seiner Stellvertreter daselbst verweilt, soll wegen Störung des Hausfriedens auf
Antrag bestraft werden:
1. mit Gefängniß bis zu sechs Wochen oder Geldstrafe bis zu einhundert und fünfzig
Thalern, wenn weder an Personen noch an Sachen Gewalt begangen wurde;
2. mit Gefängniß bis zu einem Jahre oder Arbeitshaus bis zu drei Jahren, dafern das
Eindringen mit Waffen geschehen, oder Gewalt an Personen oder Sachen verübt
wurde.
Art. 152.
Befreiung von Gefangenen.
Gefangene, welche sich ohne Gewalt gegen Personen und ohne Bedrohung mit solcher,
allein oder in Gemeinschaft mit einander, befreien, unterliegen den für diese Fälle bestehenden
Vorschriften der Gefängnißdisciplin.
Dritte Personen, welche, sei es im Einverständnisse mit den Gefangenen oder ohne ein
solches, die Befreiung bewirken oder zu selbiger mitwirken, sind mit Gefängniß bis zu einem
Jahre, und wenn der Befreite sich in Straf= oder Untersuchungshaft befand (vergl. jedoch
Art. 61 in Verbindung mit Art. 77), mit Gefängniß oder Arbeitshaus bis zu zwei Jahren
zu bestrafen.
Haben die zur Bewachung oder Beaufsichtigung der Gefangenen bestellten Personen zur
Befreiung mitgewirkt, so trifft diese letzteren, sowie Diejenigen, von denen sie zu diesem Behufe
durch Bestechung oder auf andere Weise zu Pflichtwidrigkeiten verleitet worden sind, Ge—
fängniß- oder Arbeitshausstrafe bis zu vier Jahren.