Full text : Der germanische Ursprung der lateinischen Sprache und des römischen Volkes.

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3)  Durch  die  Form  des  Infinitiv.  Sind  sie  aus  dem  Latein,
  so  machen  sie  gewöhnlich  iren,  so  contribuiren,  spazieren,
  referiren.  Wo  dagegen  die  rein  deutsche  Infinftivform.
  sich  findet,  wie  bei  haben  und  mählen,  ist  gewiss
das  Deutsche  das  ältere,  selbst  wenn  wir  die  Kunst  durch
die  Römer  bekamen,  wie  z.  B.  Schreiben;  denn  aus  unserm
  graben  —  an  manchen  Orten  Schaben  und  Schraben
  —  war  das  lateinische  scribo  entstanden,  was  uns  nur
wieder  zurückgegeben  wurde;  so  poliren  von  polire,  dagegen
  polio  selbst  von  feilen;  imprimiren  von  ömprimere,
aber  primo  —  press  —  selbst  von  pressen,  '  Notker  hressen,
  Holländisch  parsen  und  Schwedisch  prässaz;  so  auch
fero  von  bären  (noch.  im  Niedersächsischen),  im  Allemannischenperan,
  im  Gothischen  dairan,  im  Schwedischen  daera,
im  Dänischen  böse.  Der  unregelmässige  und  dem  Dänischen
  ähnliche  Infnitiv  ferre  zeigt  das  hohe  Alter  des  Worts
im  Latein,  daher  auch  nicht  alle  Formen  desselben  sich
erhalten  haben.  So  stuntmen  auch  regieren  und  Regent
aus  dem  Latein;  das  Lateinische  rego  aber  kommt  vom
Deutschen  regen,  richten,  vo  dass  wir  die  Wurzel,  sie  die
Ferm  uns  geben.  Ebenso  Siegel  von  sigillum;  allein  dies
ist  ein  Diminstiv  von  signum,  dessen.  Stamm  signo,  ich
zgeichne,  it.

Wir  werden  wun  in  beiden  Sprachen  die  Wörter,  welche
an  Ton  und  Bedeutung  sich  ähnlich  sind,  durchnehmen,  und
zwar  nach  Begriffen  geordnet,  weil  sich  so  die  grosse  Menge
der  die  ersten  Lebensverhältnisse  bezeichnenden  ähnlichen
Wörter  ergeben  wird,  auch  leiehter  Schlüsse  auf  den  frühern
  Culturzustaad  der  Volksstämme  bei  ihrer  Einwanderung
in  Italien  gemacht  werden  können.

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