Inhaltsverzeichnis : Geschichte der Hohenzollern.

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fsing  man  an,  den  Kurfürsten  von  Brandenburg  als  den  Schützer  des  evangelischen
  Glaubens  in  Deutschland  anzusehen.

Dies  alles  war  nicht  die  Wirkung  zufällig  glücklicher  Wendungen  des
Geschickes,  sondern  die  Folge  der  weisen  und  entschlossenen  Leitung,  also  nur
Friedrich  Wilhelms  Werk,  welches  er  als  Jüngling  schon  so  erfolgreich  begann,
und  mit  Meisterhand  bis  zum  Greisenalter  hin  vervollkommnete.

Vom  westphälischen  Frieden  bis  zum  Frieden  von  Oliva  —  1660.

Durch  den  Abschluß  des  Friedens  war  Friedrich  Wilhelm  noch  nicht  von
allen  Sorgen  für  seine  alten  so  wie  für  die  neuerworbenen  Länder  befreit,  denn
wenn  ihm  auch  der  Besitz  derselben  in  dem  Vertrage  zugesichert  worden  war,
so  haftete  doch  die  Vollziehung  ihres  Inhaltes  an  manchen  schwer  zu  erfüllenden
  Bedingungen,  wie  z.  B.  an  der  Zahlung  der  fünf  Millionen  Thaler,  welche
Schweden  als  Kriegsentschädigung  aus  Deutschland  erhalten  sollte.

Allein  nicht  nur  schwedische  und  holländische,  sondern  auch  kaiserliche
Truppen  hielten  einzelne  Theile  seiner  Staaten  besetzt,  z.  B.  die  Festung  Hamm.
Letztere  jedoch  vollzogen  die  Räumung  noch  im  Jahre  1648.  Mit  den  Schweden
war  die  Verhandlung  schwieriger.  Friedrich  Wilhelm  bemühte  sich,  auf  dem
zur  Friedensvollziehung  angesetzten  Reichstag  zu  Nürnberg  die  übrigen  Stände
zur  baldigen  Erfüllung  ihrer  Verpflichtungen  anzutreiben.  Es  lag  auf  der  Hand,
welcher  Schaden  durch  Hinhaltung  der  Sache  dem  deutschen  Reiche  im  Allgemeinen
  und  den  betheiligten  Ständen  ins  Besondere  erwuchs,  da  die  Erhaltungskosten
  für  das  schwedische  Heer  sich  zu  ungeheuren  Summen  beliefen,  und
überdies  die  Selbstständigkeit  des  Hauptes  und  der  Glieder  dadurch  wesentlich
beeinträchtigt  wurde.  Um  nicht  durch  die  Lässigkeit  Anderer  zu  leiden,  bezahlte
Friedrich  Wilhelm  seinen  ersten  Beitrag  zu  der  stipulirten  Entschädigung,  und
veranlaßte  so  die  Schweden  wenigstens  zur  Räumung  der  Bisthümer  Minden
und  Halberstadt  (1649).

Größere  Schwierigkeiten  machte  die  Regelung  des  Besitzstandes  im  Herzogthum
  Pommern.  Hier  schienen  die  Wortbestimmungen  des  Friedensschlusses  nicht
ganz  klar,  denn  es  war  in  denselben  nur  von  den  Städten  Stettin  und  Wollin,
nicht  aber  von  den  auf  der  rechten  Oderseite  gelegenen  und  zu  ihnen  gehörigen
Aemtern  die  Rede,  die  also  auch  der  Kurfürst  für  sich  in  Anspruch  nahm.  Die
Schweden  jedoch  wollten  von  dieser  Weise  der  Auffassung  eben  so  wenig  wissen,
als  von  einem  Vorschlage  Friedrich  Wilhelms,  für  Minden  Stettin,  zuletzt  sogar
Wollin,  Gollnow  und  Garz  einzutauschen.  Unermüdlich  im  Widerstande,  sobald
es  die  Interessen  des  Landes  erforderten,  suchte  er  die  Unterstützung  des  Kaisers,
indem  er  diesen  bewog,  den  Schweden  die  Belehnung  mit  Pommern  zu  verweigern,
  bis  sie  den  brandenburgischen  Theil  geräumt  hätten.  Allein  auch  dies
machte  nicht  den  gewünschten  Eindruck;  die  Schweden  gaben  nicht  nach.  Der
Kurfürst  mußte  in  die  Beschränkung  seines  Antheils  willigen  und  außerdem