Full text: Deutsches Kolonialblatt. VIII. Jahrgang, 1897. (8)

Dampfschiffe ohne bedeutenden Zeitverlust mit der 
billigen Transvaalkohle bedient werden können, deren 
Werth überdies nach dem Urtheile der Interessenten 
mit den bald eröffneten tieferen Lagern zunehmen wird. 
An Leichtern und Ponts waren Ende 1896 vor- 
handen: 53 Leichter von 3362 Reg.-Tons 
41 Ponts 1423 
Ende des Jahres 1895 konnten gegen 6000 Tons 
Waaren in den Zollspeichern untergebracht werden. 
Im Jahre 1896 wurden zunächst die schon vorhan- 
denen Räumlichkeiten durch Aubauten vergrößert. 
Ferner wurde mit dem Auffüllen eines an der haupt- 
sächlich benutzten Zollhauspier gelegenen Bassins be- 
gonnen, um auf dem dadurch gewonnenen umfang- 
reichen Terrain einen neuen Güterschuppen zu errichten. 
Die Beendigung der betreffenden Arbeiten steht in 
Bälde bevor. Auch seitens der portugiesischen Eisen- 
bahngesellschaft findet eine beschleunigte Versendung 
der Transitgüter statt. Den Betrieb der Eisenbahn 
hat die Zollhausverwaltung dadurch erleichtert, daß 
das im Jahre 1895 vor den ersten Zollhausschuppen 
* 
329 
Damypfsschiffe, zusammen 221, d. h. 75 pCt. von den 
überhaupt angekommenen 294 Dampfsschiffen. 
Die Zahl der regelmäßig verkehrenden Dampf- 
schiffe soll im Jahre 1897 durch eine von portugie- 
sischer Seite ins Leben gerufene Küstendampfschiffs- 
linie vermehrt werden. 
Die ekwa 2000 Reg.-Tons großen Dampfschiffe, 
für den Verkehr zwischen Natal und Sansibar be- 
stimmt, sollen die hauptsächlichsten Handelsplätze der 
Ostküste anlaufen und die dort eingenommene Ladung 
an Dampfschiffe der Messageries Maritimes zur 
Weiterverschiffung abgeben. 
Der deutsche Schiffsverkehr hat seit dem Jahre 
1894 kaum eine Steigerung erfahren. Dafür unter- 
hält Deutschland aber, abgesehen von Großbritannien, 
am längsten einen regelmäßigen Schiffsverkehr mit 
Delagoabai durch die Deutsche Ost-Afrikalinie. 
Die folgende Tabelle giebt eine Uebersicht über 
den Verkehr deutscher Schiffe in der Delagoabai 
während der Jahre 1889 bis 1893. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
führende Eisenbahngeleise um ein zweites vermehrt Dampf- Segel Zu= Segel-Dampf!)u- 
wurde. Infolge dessen können jetzt 40 bis 50 Güter- schisfe schiffe sammen schiffe schisse sammen 
wagen zu gleicher Zeit von den Zollhausrampen aus- Anzahl N.-Tons Neg-Tons 
geladen werden. 
Im Jahre 1896 ist die Delagoabai von 39111889 6— 62330 1 2330 
Kauffahrteischiffen mit einem Raumgehalt von 559 646 1890 1 1 10 333 1 105 K 16 
Reg.-Tons angelaufen worden. Die Betheiligung der 1882 1 3 241013 833 52444537 
verschiedenen Natlonen am Schiffsverkehr (Eingang) 2 26 28 5383890739446 
stellte sich in den Jahren 1894, 1895 und 1896, 
wie folgt: . 
1594 195— 1 — 185 1896 
Nationalität * " 3 z 7s. 7 *n * 7 
65#E 5 65# 538 2 5 5 Reg.-Tons 
Britische 9 187 196 11 2172 26 240| 33 372 — 430 813 
Deutschae 4 32 86 533514 5 37 42 511062460 110 61 944 
Norwegischhe . 12 —121 220 30 3 353 6565747230778 
Schwedische 6 — 6 10— 773— 7 2 108 4924 
Amerikanische (Ver. Staatern —— — 2 44( 4 — 2150 3 563 
Niederländische 1 — 1 — — 4 — 4 1048 — 5630 
Französische 3 11 11 3 5 10 15 2 i 51 13441 
Zusammen einschließlich der a 
Schiffe anderer Nationen 45 221 266 53261 31497|294 3394 466 559646 
  
  
  
Mit dem Jahre 1897 wird eine Verbindung 
Madagaslars mit Delagoabai auch durch die von 
Lissabon ums Kap der guten Hoffnung direkt nach 
Port Natal fahrenden Extradampfer der Deutschen 
Ost-Afrikalinie ins Leben treten. Es sind sechs Fahrten 
nach Majunga und Nossi-Bé in Aussicht genommen. 
24 Dampfschiffe der Union Steam Ship Co. Ltd. 
mit einem Raumgehalt von zusammen 63 288 Reg.-= 
ons kamen aus Hamburg. 
Zu den regelmäßig in Lourengo-Marques ver- 
kehrenden, durch Agenturen vertretenen Linien ge- 
börten 33 deutsche, 178 britische und 10 französische 
  
  
  
  
  
  
Dandel in Uganda. 
Der dem Parlament vorgelegte Jahresbericht der 
englischen Verwaltung am Victoriasee schildert die 
Entwickelung der Handels= und Verkehrsverhältnisse 
als eine außerordentlich günstige. Während früher 
der Haupthandelsweg von und nach Uganda über 
die Häfen der deutschen Küste ging, habe nunmehr 
durch die Eröffnung einer direkten Verkehrsstraße von 
Mombassa nach dem Victoriasee und Uganda der 
Handel innerhalb der britischen Sphäre eine be- 
trächtliche Ausdehnung erfahren. Diese Handelsstraße 
werde fortgesetzt verbessert sowohl durch Errichtung