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ihm die weltberühmte Vaticanische Bibliothek, sowie das
ochristliche Museum“ mit den Martyriumswerkzeugen der ersten
Jahrhunderte der christlichen Welt, mit den byzantinischen und
italischen Anfängen der christlichen Kunst. Und zeigte ihm den
alterthümlichen Saal, wo einst eine Commission der berühmtesten
Sternkundigen den Gregorianischen Kalender schuf, und wo#
Galilei während seines ersteu Prozesses gefangen saß. Das
berühmte „sie dreht sich doch,“ — an den Wänden stand es
nicht — und der „Kerker“ war auch nicht schauerlich, aber
reich mit Fresken geschmückt und hatte die herrlichste Aussicht
über Rom und die Campagna bis zu den Bergwällen des
Apennin.
Da es absolut nicht gestattet ist, Jemand in die Säle
des geheimen Archivs einzuführen, hatte Pater Theiner mit Erlaubniß
seiner Obern einige Kleinode aus der historischen Schatzkammer
ausgehoben und dem König vorgelegt. Mit einer Art
Andacht sah wohl Max II. Dokumente der ältesten Päpste; die
Originalakten über das Zerwürfniß seines großen Ahn, des
Kaisers Ludwig des Bayern, mit dem Papste Johann XX l.;
viel goldene Kaiserbullen; Originalbriefe der Königin Maria
Stuart aus dem Gefängniß an die Päpste Pius V. und
Gregor XIII.; Originalbriefe der älteren Herzoge und des ersten“
Kurfürsten von Bayern, Maximilians des Großen 2c.; und zuletzt
eigenhändige Schreiben von König Max I. von Bayern. Lange
verweilte das Auge des Enkels auf den Schriftzügen des theuern
Großvaters. Während er einzelne kürzere Schriftstücke ganz,
größere stellenweise las, ließ er Bemerkungen mit einfließen,
die den gelehrten Mönch überraschten. Ein Monarch von solcher
Geschichtskenntniß — das war ihm etwas Seltenes.
Endlich gestattete das Wetter Ausflüge in die nahen Berge.
All die ihm bekannten schönen Orte besuchte der König. Am
1. April kam sein Vater durch Rom, hielt sich aber nur so
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