Full text : Geschichte der Hohenzollern.

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diesen  meinen  Entschluß  allen  Offizieren  der  Armee  bekannt;  bereiten  Sie  den
gemeinen  Mann  zu  den  Auftritten  vor,  die  bald  folgen  werden,  und  kündigen
Sie  ihm  an,  daß  ich  mich  berechtigt  halte,  unbedingten  Gehorsam  von  ihm  zu
fordern.  Wenn  Sie  übrigens  denken,  daß  Sie  Preußen  find,  so  werden  Sie
gewiß  Sich  dieses  Vorzuges  nicht  unwürdig  machen;  ist  aber  einer  oder  der
andere  unter  Ihnen,  der  sich  fürchtet,  alle  Gefahren  mit  mir  zu  theilen,  der
kann  noch  heute  seinen  Abschied  erhalten,  ohne  von  mir  den  geringsten  Vorwurf
  zu  leiden.“

Kein  Herz  blieb  unbewegt  bei  diesen  Worten,  welche  so  kühnen  Entschluß
mit  so  einfacher  und  bescheidener  Weise  ankündigten.  Befriedigt  und  gehoben
durch  die  aus  allen  Blicken  strahlende  Stimmung  fügte  Friedrich  mit  freundlichem
  Lächeln  hinzu:  „Schon  im  Voraus  hielt  ich  mich  überzeugt,  daß  keiner
von  Ihnen  mich  verlassen  würde;  ich  rechne  also  ganz  auf  Ihre  treue  Hülfe
und  auf  den  gewissen  Sieg.  Sollte  ich  bleiben  und  Sie  für  Ihre  geleisteten
Dienste  nicht  belohnen  können,  so  muß  es  das  Vaterland  thun.  Gehen  Sienun
  ins  Lager  und  wiederholen  Ihren  Regimentern,  was  Sie  jetzt  von  mir
gehört  haben.“

Jetzt  in  der  vollen  Ueberzeugung,  daß  die  Generale  ganz  von  seinem
Geiste  durchdrungen  waren,  glaubte  er  kein  Mittel  unangewendet  lassen  zu
dürfen,  um  den  Sieg  zu  erzwingen.  Auch  die  militahrische  Strafe  stellte  er  in
Aussicht.  „Das  Regiment  Cavallerie,“  lautete  sein  Befehl,  „welches  nicht  gleich,
wenn  es  befohlen  wird,  sich  unaufhaltsam  in  den  Feind  stürzt,  lasse  ich  gleich
nach  der  Schlacht  absitzen  und  mache  es  zu  einem  Garnisonregiment.  Das
Bataillon  Infanterie,  das,  es  treffe  worauf  es  wolle,  nur  zu  stocken  anfängt,
verliert  die  Fahnen  und  die  Säbel,  und  ich  lasse  ihm  die  Borten  von  der  Montirung
  abschneiden.  Nun  leben  Sie  wohl;  in  Kurzem  haben  wir  den  Feind
geschlagen,  oder  wir  sehen  uns  nie  wieder.“  —

So  verstand  es  der  König,  alle  Hebel  anzuwenden,  um  den  Sieg  an
seine  Fahnen  zu  fesseln.  Furcht  vor  Schande,  Ehrtrieb,  Heldenbegeisterung,
Vaterlandsliebe,  —  alle  diese  Empfindungen  wußte  er  in  dem  Herzen  seiner
Krieger  zu  entzünden,  und  sie  dadurch  zu  geeigneten  Werkzeugen  für  seine  kühnen
Pläne  zu  machen.

Schon  auf  dem  Marsche  wurde  der  Muth  seiner  Truppen  durch  den  günstigen
  Umstand  angefeuert,  daß  die  unvorfichtig  vorgeschobene  Feldbäckerei  der
Oestreicher  nebst  einem  Theil  der  Deckung  ohne  großen  Kampf  in  seine  Hände
fiel.  Nicht  minder  wirkte  dieser  Umstand  auf  die  Stimmung  und  die  Entschlüsse
des  Feindes.  Der  Herzog  Karl  gab  seinen  Angriffsplan  auf,  ohne  jedoch  eine
feste  Stellung  einzunehmen,  die  ihm  der  Entschluß  einer  bloßen  Vertheidigung
gerathen  haben  würde,  was  den  Angriff  des  Königs  wesentlich  erleichterte,  welcher
noch  kurz  zuvor  zu  seiner  Umgebung  geäußert  hatte,  er  würde  die  Oeftreicher
angreifen,  wo  er  sie  finden  würde,  und  sollte  es  auf  dem  Zobtenberge  sein.
Auch  erzählt  man,  daß  der  König  bei  der  Nachricht,  die  Oestreicher  hätten  ihre