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Chronica. 71
vierthel ein rechen ?') in einem weissen feldt, uff dem helm zway
rotte hörner, darzwischen ein gelben erbschenckhenkopff?), wie vor
augen abgemalt ist“) ?).
Disz schlosz mit sampt dem flecken darunder, den zoll zu Hall
unnd zu Geiszlingen das halbtheil, unnd Sultzdorff und anderer mer
stuckh hat schenckh Eraszmus von Limpurg anno domini 1540 einem
erbarn rath zu Hall zu kaufien geben umb zwayundviertzigtauseut
guldin. Darmit sich aber alle andere schenckhen vonn Limpurg
alles zuspruchs zu disem schlosz, darinnen sie ein offen hausz gehapt,
verzigen, hat ein erbar rath inen hinzugeben drey tausent güldin,
damit alle schenckhen von Limpurg, die dazumal gelebt und manbar
gewesen, in disen kauff bewilligt, sich dis schlosz und zugehör® in
disem kauff ernent verzigen, kein zu oder anspruch nimmermehr dazu
&) rotten rechen 7". b) alle zugehor 7",
alten Kolobert, oder — nach Bossert — ein am Main aufyekommener Scherzname.
Von Fürst F. K. von Hohenlohe- Waldenburg (Das Wappen der Reichsschenken
von Limburg 1861) ist aher dargelhan, dass jedenfalls schon im
13. Jahrh. diese Kolben nicht mehr als Rohrkolben, oben abgerundet, sondern
als Streitkolben, oben scharfkantig, aufgefasst wurden.
I) Rechen, di: sogenannten fränkischen Heerspitzen; sie kommen in einem
quadrierten Schild erstmals hei Friedrich III. von Limburg I4 11 vor, sind aber
wahrscheinlich schon von Friedrich IT. (} 1333) als zweites Wappendhild geführt
worden. Diese vier Spitzen wurden früher als identisch oder verwandt angenommen
mit den dres (!) Spitzen d:s Inschüflich würzburgischen Wappens und de:se
schhst wieder als Bezeichnung der fränkischen Herzogswürde aufgefasst. So
ergab sich der — sei es durch Aufnahme dies®s Wappenbildes erst sich äussernde
und andeulende, oder, was wahrscheinlicher ist, aus dem Wappen erst fälschlich
herausged.utzle — Glaube an dis Alıstammung der Limburger von den
altfränkischen Herzoy:n. Bauer hat Wr. 5, 468 ff. die Haltlosigk:it dieses
ganzen Zusammenhangs darg:than, wnngleich der Ursprung der Limburgischen
Lacken nicht aufgehzllt werden kann. Der Ungrund der angeblichen Ahstammung
von den ostfränkischen Hlerzogyen geht schon aus dem Ministzrialenverhiältnis
der Schenken und aus ihrem ursprünglich unbedeutenden B»süzstand herror.
») Kopf = Trinkgeschirr, Schm., also der Schenkenbecher.
®) Im Text von St! ist ein Raum für das Wappen ausnespart, ab:r
nnausgefüllt gelassen. Diese Stelle, zusammengehalten mit der obigen bei Dullam
u. a. beweist, dass der Chronist sellist sein Werk mit einig:n, wahrscheinlich
wenigen, gemalten Wappen ausgestattet hatte.
*) Über das Wappen überhaupt s. Mauch, Beschreibung d.s Wappzus
der Herren von Limburg, mit verschied:nen Nachträgen, Wr. 4, 122 8.1291.
Dazu die Bildertafel Bd. 5, nach 8. 328, mit Beschreibung N. 417 u. 5, 408,
sodann di: obeugrnannte Schrift des Fürsten von Hohenlohe- Waldenhurg. —
Das von Herolt bischriehene Bild zeigt das Wappn in derjenigen Ausgestaltung,
die es 1475 hatte, Bildertafel WIr. 5, nach 328. Nr. 11.