136 Gesetz, betreffend die Verfassung des deutschen Reichs. Art. 53.
schließlich des Maschinenpersonals und der Schiffshandwerker, ist
vom Dienste im Landheere befreit, dagegen zum Dienste in der
Kaiserlichen³) Marine verpflichtet.
Die Vertheilung des Ersatzbedarfes findet nach Maßgabe der
vorhandenen seemännischen Bevölkerung statt⁴). und die hiernach
von jedem Staate gestellte Quote kommt auf die Gestellung
zum Landheere in Abrechnung.
1. Da die Kriegsmarine eine Reichsanstalt ist und in verschiedenen
Beziehungen sowohl im Kriege als im Frieden, namentlich als Schutzwehr
des deutschen Handels, dem ganzen Reiche zu Gute kommt, so
ist klar, daß auch die süddeutschen Staaten zu den Kosten der Marine
beitragen.
2. Die Verpflichtung zum Dienste in der Marine ist im Gesetze,
die Verpflichtung zum Kriegsdienste betr. vom 9. November 1867 und
den auf Grund des § 19 dieses Gesetzes ergangenen Verordnungen, in
specie der Militärersatzinstruktion vom 26. März 1868 näher geregelt.
Nach § 3 jenes Gesetzes wird die Marine in die Flotte und die Seewehr
eingetheilt. Die Flotte ist, wie das stehende Heer (nach § 3 und
13 des Ges.) beständig zum Kriege bereit; die Seewehr ist zur Unterstützung
der Flotte bestimmt. Die Dienstzeit in der Flotte ist im Wesentlichen
die nemliche wie im stehenden Heere, nemlich 7 Jahre; die Verpflichtung
zum Dienste in der Seewehr ist von fünfjähriger Dauer (s. § 6
7 des Ges.). Nach § 13 Ziff. 3 des Kriegsdienstgesetzes kann die
Dienstzeit in der aktiven Marine für Seeleute von Beruf und für das
Maschinenpersonal in Berücksichtigung ihrer technischen Vorbildung und
nach Maaßgabe ihrer Ausbildung für den Dienst auf der Kriegsflotte
bis auf eine einjährige aktive Dienstzeit verkürzt werden. Zum Dienste
in der Marine werden auch Freiwillige zugelassen.
3. Ueber den Ausdruck „Kaiserliche Marine“ statt dessen von einer
Seite im Reichstage der Ausdruck „Reichsmarine“ beantragt wurde, bemerkte
der bayr. Bundesrathsbevollmächtigte Staatsminister v. Lutz: „Eine
sachliche Aenderung war mit der Wahl des Wortes „kaiserliche Marine“
nicht beabsichtigt. Wenn gleichwohl an Stelle des früheren Ausdrucks
nicht der Ausdruck „Reichsmarine“ gewählt ist, sondern eine Fassung
beliebt wurde, welche mehr persönliche Beziehungen zum Reichsoberhaupte
andeutet, so hat dieß seinen Grund in den seemännischen Traditionen,
welche ich des Näheren auseinanderzusetzen wohl nicht genügende Veranlassung
habe. " (Sten. Ber. 1871 S. 57).
4. Zur Gestellung des nicht aus der seemännischen Bevölkerung zu
entnehmenden Ersatzes der Marine sind die Bezirke des 1., 2., 9. und
10. Armeekorps, eventuell jedoch alle Ergänzungsbezirke des Bundes (mit
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