Full text: Deutsches Kolonialblatt. XVI. Jahrgang, 1905. (16)

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Oberst Deimling schlug in diesen Tagen die Simon-Kopperleute südlich Gochas und darauf die 
vor Meister zurückgegangenen Witbois. Infolge von Verpflegungsschwierigkeiten und Wassermangel 
sowie wegen der unter den Pferden, Eseln und Maultieren auftretenden Sterbe konnten diese Erfolge 
am Auob nicht in dem Maße ausgenutzt werden, wie es wünschenswert gewesen wäre. 
Gegen die Nord-Bethanier war die Abteilung von Iwehl vorgegangen und hatte dieselben am 
Hudup und Geitsup unter beträchtlichen Verlusten beim Gegner geschlagen und nach Süden gedrängt. 
Morenga stand in den Karas-Bergen, und ein Hottentottenbastard Morris mit einer Anzahl Bondelszwarts 
machte die Umgegend von Warmbad und das Gebiet am Oranjefluß unsicher. 
Die Operationen gegen diese Bandenführer hatten unter besonders großen Verpflegungsschwierig- 
keiten zu leiden, so daß eine Zeitlang die Unternehmungen gegen sie eingestellt werden mußten und 
erst im März dieses Jahres wieder aufgenommen werden konnten, zu welcher Zeit beide bei Nurudas 
im Mittelpunkt der Karas-Berge stehen sollten. 
Unter Leitung des Obersten Deimling wurde der Angriff gegen die vereinigten Morenga und 
Morris von den Abteilungen von Kamptz, von Koppy und Kirchner konzentrisch ausgeführt. Major 
von Lengerke rückte — nach Abtrennung der Abteilung Kirchner — von Koes, wo er zur Verhinderung 
einer Vereinigung dieser Gegner mit den Witbois gestanden hatte, südlich und nahm östlich der Berge 
in der Gegend Kouchanas Aufstellung, um ein Ausweichen nach Osten über die englische Grenze nach 
Möglichkeit zu verhindern. von Koppy traf von Süden in der Nurudas-Schlucht auf Morris, schlug 
ihn im Verein mit von Kamptz, welcher von Westen und Norden in die Schlucht einmarschierte. Die 
Abteilung Kirchner traf am Nordrand der Berge auf die Hauptstellung Morengas und hatte hier ein 
schweres Gefecht bei Kotis, in welchem ihr Führer fiel. Morenga wurde zersprengt, zog sich später 
vor der Abteilung von Kamptz zurück und wurde am 19. Mai durch Hauptmann Liebert über die 
englische Grenze gedrängt, ist aber bereits wieder auf deutschem Gebiet an der Ostgrenze. 
Inzwischen war die Abteilung des Majors von Estorff im Nossob-Tal nach dem Süden gegen 
die Witbois herangezogen werden. Vereinzelte Vorstöße scheiterten an Wassermangel, die Abteilung 
stand nach Vereinigung mit Major Meister und Verbindung mit Major von Uthmann am Nossob 
und Auob in dem Abschnitt Aminuis -Awadaob—Nunub-Stamprietfontein - Gochas-Haruchas. 
Hendrik Witboi hat sich nach den Gefechten bei Groß-Nabas auf englisches Gebiet zurück. 
gezogen. Die nach den Angaben Gefangener beabsichtigten Einfälle desselben in deutsches Gebiet auf 
Aminuis und die Gegend am Auob sind bis jetzt nicht erfolgt. Er sollte bei Lehutitu, etwa 200 km 
östlich der Grenze, stehen. Später wurde er etwa am Schnittpunkt des Nossob-Flusses mit der Grenze 
gemeldet, weshalb Major von Estorff von Nunub auf Stamprietfontein vorrückte und die Abteilung 
des Majors Täubler von Keetmanshoop auf Kiris vorging. Nach den letzten Meldungen jedoch 
soll Witboi noch bei Lehutitu sein. Samuel Isaak, welcher in dem Dreieck Nuis —-Tses-Persip 
versprengte Hottentotten gesammelt hatte, entzog sich einem Angriff der Abteilung von Hornhardt, 
indem er ebenfalls nach Osten der Grenze zu auswich. 
Die Abteilungen Täubler und Baumgaertel folgten von Norden dem in die kleinen Karas- 
berge zurückgewichenen Cornelius. Von Süden ging Hauptmann von Koppy gegen diesen Feind 
vor, schlug ihn am unteren Fischsluß und hat Befehl, südlich bis zum Oranjefluß durchzustoßen. Die 
Kompagnie von Iwehl geht mit ½ Batterie Stuhlmann auf Warmbad vor, hat Verbindung mit 
Koppy und soll die Rückkehr des auf den Inseln im Oranzjefluß sitzenden Morris in deutsches Gebiet 
verhindern. 
Die Abteilung von Kamptz steht in der Linie Kais -—Dawignab zum Schutz der Ostgrenze. 
Kleinere Banden zeigen sich im Bethanier- und Bersabagebiet. Unternehmungen gegen dieselben 
sind im Gange. 
Da Generalleutnant von Trotha eine Rückkehr der Witbois in deutsches Gebiet vor Wieder- 
beginn der Regenzeit für ausgeschlossen hält, so wurde von ihm die auf Kiriüs vorgeschickte Abteilung 
Täubler nach Keetmanshoop zurückgezogen.
	        
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