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ift. Der größte Theil berjelben ift nämlich geflügelt, mie bie Vögel.
Überhaupt find die Infeften auch in vielen anderen Cigenjchaften gar
merkwürdige Thiere. An ihnen zeigen fi) wundervolle Kunfttriebe, Vor:
gefühl des Künftigen und vor allen Dingen eine Verwandlung ober
Umgeftaltung, mit einem fremden orte Metamorphoje genankt,
durch melde ein und bafjelbe Thier wieder zu einem ganz anbern wird.
\Grft ift e8 5. B. eine Häßlihe Raupe, bie ungemein gefräßig oder
Ihänfich ift, indem fie eine große Menge von Blättern und Senoöpen
frigt, oder auch, ein Häßlicher Wurm, ber vom Stothe Tebt. Auf ein
mal wird die Raupe frank. Sie Frümmt fi) und minbet fi und muß
als Raupe fterben, nachbem fie fich öfter8 noch vorher ihr Gterbefleib
gefponnen, ober ihren Sarg zurecht gemacht hat. “Da liegt oder hängt
fie dann Yange wie tobt, umb die Raupe ift nicht mehr vorhanden. Auf
einmal aber Kricht der Frühlingsjonnenfchein herein; der Sarg jpringt
entzwei, und aus dem Grabe geht num ein ganz anbereö Leben hervor,
al8 das vorige war. Ein fhöner, bunter Schmetterling tritt her:
vor, der all das Schädlihe und Häfliche, mad der Raupe eigen war,
abgelegt bat, der gar feine Blätter und feinen Koth mehr frefjen mag,
Sondern mit feiner rührigen langen Zunge allenfall3 bloß Die Thautröpflein
oder auch den Honigfaft aus den Blüthen jaugt, öfter8 aber
gar nichts mehr zu geniegen braucht, weil er fich in diejer lebten Öejtalt
der Welt nur ganz furze Zeit zeigt. Gar viele Ipmjekten machen
ioIches Sterben und foldhe Verwandlung durch. Sie leben hernad) zulebt
als fchönes, geflügelted Thierchen in der Luft und auf Blumen,
während fie vorher al8 Wurm in der Erde, im Waller, im Morait
und Unvath Iebten. Manche Snfeften, 3. ®. die häßliche Yaus, ber
giftige Scorpion, die Spinne u. a. Tönnen fich jedocd, nicht Dazu entjehließen,
jo zu jterben. Sie bleiben bi8 ans Ende bas, was fie waren,
eine hapliche Spinne oder Yau8 oder ein Scorpion.
Bei einer folchen Verwandlung fan man fi) viel, viel denken.
Schon die Alten haben deshalb den Schmetterling und feine Verwanblung
al3 ein Bild unfere8 Todes betrachtet und an den Denkmälern
über den Gräbern ihrer Verftorbenen die Raupe und ben Schmetterling
abbilden lafjen, ald ein Sinnbild der Unfterblichfeit.
30. Der Todtengräber.
Mit dem Namen Eodtengräber bezeichnet inan Käfer, welse bie
merkwürdige Gewohnheit. Haben, todte Thiere, wie Maulmwürfe, Mäufe,
fleine Vögel, Sröjche, Kröten und dergleichen zu begraben. Legt nıan
im Sommer ein jolche8 Thier oder ein Stüdchen faules Fleifh auf
Iodere Erbe, jo fann man jchon nach Furzer Zeit beobachten, mie fie
dies Schwierige Gefchäft ausführen. Oeleitet Dur ihren feinen Gerud8-finn,
fommen fie von allen Seiten herbeigeflogen, unterjuchen Die Erbe
und jcharren fie, wenn fie biefelbe Inder genug finden, mit ihren fräftigen
Worberbeinen in dem Grabe unter der Leiche weg, Daß Diefe. mehtere
Bol tief verfinkt und zuleßt gar nicht mehr von oben zu fehen ift.