Einen Frieden unterzelchne er nicht. Aber Rußland gebe den Krieg auf
und benachrichtige hlervon alle Bölker und lhre Reglserungen. Die russischen
Armeen würden demobilislert. Der Krieg sel aue.
8.
Und wiederum die Frage: Was nun? „Die Verblöffung,“ berichtet
Nowak, „war allgemein. Die Diplomaten berieten unterelnonder. Schließlich
war ihre Auffassung, sich auch mit solchem Abschluß abzufinden.“
Dlesmal beurteilten dle Soldaten die Lage richtiger. Für sie gab es nur
Krieg oder Frleden. Ein Zwischenzustand, eine unklare Lage mußte füc sie unerträglich
sein. Die O. . L. veranlaßte eine Aussprache in Homburg, die am
13. Februar stattfand. Zu ihr waren der Kaiser, der Reichekanzler Graf Hertling,
der Vizekanzler v. Payer und der Staatesekretär v. Kühlmann beschieden.
Mit durchschlagenden Gründen verlangte Ludendorff die sofortige Kündigung
des Waffenstillstandes und die Wiederaufnahme der Felndseligkeiten.
Den Bolschewisten war nicht zu trauen. Und die Entente, die den Zaren
geopfert, die russische Revolution gemacht und Kerenstie Offensloe veranlaßt
und gestützt hatte, würde Mittel und Vorwände finden, auch die Lenln und Crotzki
für sich anzuspannen. Für den Augenbllck war die russische Armee wenig schlagfertig,
aber bis zum Frühsahr war noch lange Zeit.
Rumanien würde ohne Rußlands Vorangehen ebenfalls den Friedensschluß
weigern. Was dann? Der Dreifrontenkrieg wäre noch immer nicht zu Ende.
Die Verteidlgungelinle im Osten müßte besetzt bleiben — dem Angriff im
Westen würde die Stoßkraft mangeln. Es mußte endlich Schluß werden im Osten.
Dazu gab es nur einen Weg: das bolschewistische Rußland mußte durch
Waffengewalt zu der Erkenninls gezwungen werden, daß die Nittelmächte
oder daß mindestens Deutschland nicht gesonnen sel, sich durch Trotzkische Zweideutigkeiten
an der Nase herumführen zu lassen. Hazu war ein Dormarsch der
ganzen Ostfront der Verbündeten erforderlich. Wie weit war er auszudehnen?
Die milltärischen Gesichtepunkte verstrickten sich hier mit polttischen. Zunachst
war es undedingt notwendig, die Ukraine gegen den Bolcchewiemus zu
stützen — mit dem willkommenen Nebenergebnis, daß sle dabei unter deutsche
Kontrolle geriete, so daß man milltärisch würde nachhelfen können, wenn es
mit den Getreldelieferungen nicht recht vorwärte wollte.
Gegenüber dem bolschewistischen Rußland — wie west würde man geben
müssen? Peteresburg war der Hauptsitz dee Bolschewiemie. Ee mußte entweder
genommen — oder doch wenigstens von der Entente lsollert werden. Zwar
die Ostsee war endgültig ln deutscher Hand, der Weg über Japan und Sibirien
durch die jähe Zersetzung des Russsschen Relchee so gut wle unpassierdar geworden,
die Dardanellen vor wle nach in der Hut der Türkel.
Aber im Norden, vom Weißen Meere her, hatte sich Rußland im Krieg
einen neuen Verbindungsweg mit der Außenwelt, will sogen mit der Entente
erschlossen. Die Murmanbahn war fertig. England würde zweilfellos von
dort aue Anschluß an den Bolschewlemue suchen. Es galt, diese letzte Derdindung
für die Entente zu sperren.
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