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frieren belegt. Endlich pflanzt man die Erlenloden auch noch auf den
Auswürfen von 30—50 em breiten und ebenso tiefen Gräben; in
trockneren Brüchern unterbricht man die Gräben öfter, um das Wasser
fest zu halten, in sehr nassen Brüchern kann man die Gräben je nach
Bedürfniß vergrößern und gleichzeitig zur Entwässerung benutzen. Die
Pflanzen müssen auf den Grabenauswürfen unbedingt zum Schutz
gegen das Auffrieren mit Plaggen bedeckt und muß die Erde
womöglich mit Sand vermengt werden. Schlecht gewachsene oder be-
schädigte Pflanzen, ebenso solche, die vom Erlenrüsselkäfer befallen sind
und kränkeln, müssen möglichst schnell tief auf den Stock gesetzt werden.
Vergl. Tharand. Jahrh. 1882. Heft 1; Zeitschr. für Forst= u. Jagdw.
1887. S. 502 u. ff., 1889. Hefte 8 u. 9; Vereinsheft des Märk.
Forstvereins. 1887.
189.
Die Weide. Salix.
Die Weide ist hauptsächlich die Holzart der Flußufer und
Stromniederungen. Ihr Werth besteht theils in Befestigung von
Böschungen und Flußrändern und in dem Fangen von Schlick und
Sand an den Ufern, theils in dem vorzüglichen Nutzholze der Kultur-
weiden. Die weniger werthvollen Waldweiden finden sich dagegen fast
auf allen Standorten und bei allen Holzarten als meist lästiges Misch-
holz ein und fordern dann bei den Ausläuterungen die besondere Auf-
merksamkeit heraus, wo man nicht vorzieht sie für den Winter als vor-
zügliches Wildfutter aufzusparen; kultivirt und gepflegt werden sie selten.
Zu den Waldweiden gehören die bekannte Saalweide, Salix caprea, die
Wasserweide, S. cinerea, und die als niedriger Strauch vorkommende
Ohrweide, S. aurita. Die Saalweide erreicht meist Baumgröße und giebt
dann ein gutes (leichtes weiches) Nutzholz und von den Weiden das
beste Brennholz; zu Kopfholz und zu Stecklingen ist sie nicht geeignet;
da sie bald wuchernd auftritt, so muß man sehr vorsichtig gegen sie
sein. Die Wasserweide kommt hauptsächlich auf feuchtem Boden und
Bruchboden vorz sie hat ebenso wie die auf frischem und feuchtem Stand-
ort überall vorkommende Ohrweide nur geringen Nutzwerth, höchstens
zu groben Korbstöcken und zähen Bindeweiden.
Die wichtigen Kulturweiden (vergl. Tabelle § 57) verlangen einen
sehr frischen (nicht feuchten, den sie nur vertragen, aber nicht verlangenl)