(Kauderwelsch). Dagegen stemmten sich die Schlesische Dichter-
schule (Martin Opitz, geboren 1597, gestorben 1639, Andreas
Gryphius 1616—1664, Friedrich von Logau 1604—1655)
und die Königsberger (Simon Dach),. Wertvolle Erzeugnisse
der deutschen Litteratur jener Zeit waren nur das evangelische
Kirchenlied (Paul Gerhardt) und die philosophischen Werke des
Mystikers Jakob Böhme in Görlitz (1575—1624).
Bei dem Verfall des deutschen Lebens war die Gründung des
brandenburgisch-preußischen Staates die Rettung der deutschen
Nation.
Kurfürst Friedrich III. (später König Friedrich I.)
1688—1713.
§ 39. Von den drei Söhnen Friedrich Wilhelms aus der
Ehe mit Luise von Oranien überlebte ihn nur der mittlere,
Friedrich (geb. 1657 zu Königsberg). Dieser Prinz hatte einen
schwächlichen, etwas verwachsenen Körper und stand auch an
Geistesgaben seinem großen Vater nach; er liebte den Glanz und
Prunk, und seine Gutmütigkeit war leicht zu mißbrauchen. Doch
war er auch ein thätiger Freund der Künste und Wissenschaften,
und sein Ehrgeiz hat den Staat erhöhen helfen.
In den ersten Jahren seiner Regierung gab er sich der
Leitung seines Jugendlehrers, des edlen und klugen Eberhard
von Danckelman, hin, der nun als Oberpräsident den Staat
geschickt und redlich verwaltete. Aber Danckelmans schroffes
Wesen und die Vorwürfe, die er dem Kurfürsten über dessen
verschwenderische Hofhaltung machte, verletzten diesen so, daß er
ihn auf unbegründete Beschuldigungen hin 1697 absetzen und
ins Gefängnis werfen ließ. Sein Günstling ward nun der un-
würdige Kolbe v. Wartenberg, ein Höfling, der sich und
seine Anhänger auf Kosten des Staates bereicherte und die Ge-
schäfte vernachlässigte.
Als Friedrich III. den Thron bestieg (zu dessen Vorteil er
unter Entschädigung seiner Stiefbrüder das Testament seines
Vaters unvollzogen ließ), wurden Deutschland und die protestan-
tische Religion von Ludwig XIV. schwer bedroht. Die Fran-
zosen verwüsteten die Pfalz und bekämpften Wilhelm von
Oranien (nun König von England) durch einen Einfall in
Holland. Der Kurfürst, deutschgesinnt und mutvoll, stellte sich