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Hufeisen und verwandelt es in einen Magneten, der Eisen anzieht. Wird der
Strom unterbrochen, so wird dasselbe wieder unmagnetisch, d. h. verliert die
Anziehungskraft. Über dem Elektromagneten ist ein 2 armiger Hebel, der an
einem Ende einen eisernen Anker (1), am andern einen Schreibstift (g) trägt.
Durch Schließen des Stromes wird der Anker angezogen, durch Unterbrechen
desselben mittelst einer Feder wieder in seine erste Lage zurückgeschnellt, der am
andern Ende des Hebels befestigte Stift aber zu einer auf= und abgehenden
Bewegung genötigt. Uber den Stift wird durch ein Uhrwerk ein langer, auf
eine Walze gerollter Papierstreifen (à#) geführt. Bei jedem kürzeren Schließen
des Stromes macht der Stift einen Punkt, bei jedem längeren einen Strich
auf dem Papierstreifen. Aus Punkten und Strichen setzt sich das telegraphische
Alphabet zufammen. Die am meisten vorkommenden Buchstaben haben die
einfachsten Zeichen. So bedeutete, — — t. — — a. —. — n u. s. w.
Will ich etwas an einen entfernten Ort telegraphieren, so übergebe ich dem
Telegraphisten die geschriebene Depesche, und er übersetzt sie sich ohne Mühe
in seine Zeichen. Durch mehrmaliges rasches Drücken auf den Knopf des
Schlüssels erzeugt er auf der betreffenden fernen Station eine klappernde
Bewegung des Ankers und giebt dadurch dem dortigen Telegraphisten das
Zeichen, daß eine Depesche befördert werden soll. Dieser setzt den Papier=
streifen in Bewegung und liest nun aus den Strichen und Punkten, die der
Stift durch längeres oder kürzeres Schließen des Stromes macht, den In-
halt der Depesche, die er wiederum in unsere Schriftsprache übersetzt.
Durch das Telephon (Fig. 161) oder den Fernsprecher wird jetzt
sogar der Klang der menschlichen Stimme und der Ton von Instrumenten
in die Ferne geleitet, so daß man sich zwischen zwei Stationen mündlich unter-
halten kann. — Ein vor einem Magnetstabe befestigtes Eisenplättchen wird
durch jeden auf dasselbe gerichteten Ton
oder Laut in Schwingungen versetzt, die
nach der Höhe, Stärke und Klangfarbe
des Tones verschieden sind. Durch diese
Schwingungen werden in einer Draht-
spirale, welche den Magnetstab umgiebt,
elektromagnetische Strömungen erzeugt.
Diese setzen sich durch eine Drahtleitung,
ähnlich derjenigen, die zu telegraphischen
Zwecken benutzt wird, bis in die Draht-
umwindung eines entfernten zweiten, gleichartigen Apparates fort und versetzen
dort das vor dem Eisenstabe befestigte feine Eisenplättchen in gleiche Schwingungen,
wodurch im Ohre des Hörers auch dieselben Töne vernommen werden.
Elektrisches Licht. Wir unterscheiden zunächst das
elektrische Bogenlicht. Die Bogenlampe besteht aus
einer großen Glasglocke. Darin stehen 2 Kohlenstifte
über einander und lassen einen kleinen Zwischenraum
frei. Zu den Kohlenstiften führen Schließungsdrähte hin.
Geht nun der elektrische Strom durch die Kohlenstifte, so
überspringt er den Raum zwischen beiden und reißt feine
Kohlenteilchen los. Dabei reibt sich der Strom so heftig
an diesen Teilchen, daß dieselben glühend werden und tag-
helles Licht ausstrahlen (Fig. 162). Vom elektrischen
Bogenlicht ist das Glühlicht zu unterscheiden (Fig. 163). 1
In einer luftleer gemachten Glasbirne sitzt auf feinen 162. Bogenlicht.
9.
161. Telephon.