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Merseburg genommen, nicht aber, daß diese Nachricht sich auch
bestätigt habe.
Eher ist also zu glauben, daß die Ueberschreitung des Flusses,
unter wohlberechneter Umgehung der Festung Merseburg, bei einer
benachbarten Furth bewerkstelligt worden sei. Diese Stelle aber
genau angeben zu wollen, z. B. die Furth bei Korbetha, zwei
Stunden oberhalb Merseburg, deren die Halberstädter Chronik:1)
gedenkt: ad transitum Salae in Curevate, mit Bestimmtheit dafür
auszusprechen, ist nicht zu wagen.
Wäre es gewiß, daß der Hassegau und mithin auch Sachsen
südlich bis zur Unstrut sich erstreckt habe, wie z. B. noch Kreissig::)
behauptet; so müßte der Uebergangspunkt noch weiter oben gesucht
werden. Allein Werseke hat in der Gaubeschreibung (S. 103)
sehr glaublich gemacht, daß der Winkel zwischen Unstrut und Saale
nicht mehr zu Sachsen, sondern zu Thüringen gehört hat.
Nach Ueberschreitung der Saale theilten sich die Ungarn in
zwei Schwärme, deren einer den Harz umgehen und von Südwesten
her nach Sachsen vordringen, der andere auf der östlichen
Seite des genannten Gebirgs eindringen sollte.
Die Theilung in zwei Haufen und den Plan, daß der eine
von Südwesten her nach Sachsen vorrücken sollte, giebt Widukind
bestimmt an? 3). Daß aber der andere Haufen auf nächstem Weg
nordwärts durch den Hassegau, Suewengau u. s. w. vorzudringen
bestimmt war, sagt der Annalist zwar nicht bestimmt, muß jedoch,
da die ganze Unternehmung gegen Sachsen gerichtet war, nothwendig
gefolgert werden.
Der Operationsplan der Ungarn ist aber nicht zur Ausführung
gekommen, und ihr ganzer Aufenthalt in Thüringen ist von
sehr kurzer Dauer gewesen. Denn wenn nach der bekannten Stelle
der Annalen der Reichsabtei zu Weingarten? 4) der Sieg über die
Ungarn am 15. März stattgefunden hat, und sie in demselben
Frühjahre bereits den Weg von der untern Donau bis zur Saale
zurückgelegt hatten, so können sie unmöglich mehrere Wochen, sondern
höchstens mehrere Tage vor dieser Zeit am letzteren Flusse
angelangt sein.
Sie sind daher auch nicht weit vorgedrungen, und wenn auch
der westliche Schwarm den vorgeschriebenen Weg eine Strecke weit
21) Leipnitzii scriptor. rer. Brunsuic. Tom. II. pag. 121.
22) In den Beiträgen zur sächs. Geschichte, Th. J. S. 271.
23) lbique divisis scciis alli ad occidentem pergebant, ab occidente et
meridie Saxoniam qugerentes intrare, und ferner: qul autem in oriente remansit
exercitus. pag. 434.
3à#) (Monum. bist. Pertz. I. 67.) Heinricus Ackarenos interfecit Idus Mart.