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(An die vaterlaͤndische Geistlichkeit zur Bewerbung
um die im Vorarlberg erledigten Stellen be-
treffend.),
Im Namen Seiner Majestät des Königs.
In dem südlichen Theile des Iller-Kreises
(Vorarlberg) sind durch die zur Wiederher-
stellung der öffentlichen Ordnung ergriffenen
Maßregeln mehrere Benefizien, und Pfarreien
ledig geworden, die alsobald andere Bestellung
erfodern. Man wünschr, daß sich solche
Subjekte darum bewerben mögen, die sich
durch wissenschaftliche, und dem geistlichen
Volkslehrer besonders nöthige Kennnnisse so-
wohl, als durch einen reinen Wandel, durch
Popularität und durch kluges Benehmen
ausgezeichnet haben, und bei dem allgemeinen
Konkucse bereits geprüft, oder sonst hinläng-
lich bekannt sind.
Jene Kandidaten des Pfarr-Amtes, welche
diese schöne Gelegenheit benüzen wollen, ihre
Liebe zum Vaterlande, und ihren Eifer für
die Erfüllung der edelsten Pflichten ihres
Standes darzuthun, haben sich bei dem un-
terzeichneten General-Kreis= Kommissariate
mit den nöthigen Zeugnissen zu melden.
Sie erhalten zugleich die Versicherung,
daß bei ihrer Anstellung auf die physische
Beschaffenheit, und die Individualitt eines
Jeden möglichste Rücksicht genommen, und
daß alle, die auf den erhaltenen Stellen dem
in sie gesezten Vertrauen entsprechen, nach
den dabet gesammelten Verdiensten würdig
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belohnt und befoͤrdert werden sollen. Muͤnchen
den 21. September 1809.
Königliches General-Kommissariat
des Isar-Kreises.
Freiherr von Weschs.
Rainprechter.
(Die Organisation der Kloster-Pfarreien im
Landgerichte Schongau betreffend.)
Wir Maximilian Joseph,
von Gottes Gnaden König von Baiern.
Auf den Bericht der ehemaligen Landes-
Direktion in Baiern, die definitive Organi-
sation der im königlichen Landgerichte Schon-
gau gelegenen Kloster-Pfarreien betreffend,
beschliessen Wir, wie folgt:
I. Die provisorische Organisation der
Pfarrei Rotten buch vom 2. Oktober 1805
erhált nunmehr mit Rücksicht auf die Erin-
nerung des bischöflichen Vikariats in Freising
Unsere Bestätigung in der Art, daß der Wei'
ler Schönberg der néhern Lage wegen bei sei-
ner ursprünglichen Pfarre Bayersoyen ver-
bleiben solle. Uebrigens kann dem von dieser
geistlichen Behörde geausserten Wunsche, dem
Pfarrer statt des Geld-Surrogats die 20
Tagwerke Oekonomie= Gründe in Natur an-
zuweisen, wegen der bereits geschehenen Ver-
dGusserungen aller Stift-Rottenbuchischen Re-
alitäten nach den angenommenen Grundsäzen
nicht mehr entsprochen werden.
Wir bestätigen endlich den als provisorischen
Dfarrer unter obigem Tage bereics ernannten
Georg Vincenz Lätus Banhofer bei dieser