Full text: Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1823. (7)

167 
gleichen Faͤlle nur hoͤchst selten bekannt aeworden sind: fo moͤgen Wir dennoch nicht anste- 
hen, allen und jeden Administratoren Uns untergeordneter milden Stiftungen hiermit die 
Hesehliche Vorschrift von Neuem einzuschärfen, daß von dem verwalteten Kirchen= und an- 
dern dergleichen Vermsgen nur gegen auslangenden gerichtlichen Consens aus- 
geliehen werden darf, wie Wir denn, wie auch bisher schon geschehen, auf die Beobachtung 
dieser Vorschrift streng sehen und die Administratoren und deren nächste Aufsichtsbehörden 
für jede hiebey vorkommende Nachlässigkeit und Zuwiderhandlung verantwortlich machen 
werden. 
Weimar den aten August 1823. 
Großherzoglich Sächsisches Ober-Konsistorium. 
eucer. 
Ul. Durch ein höchstes Reskript vom #sten August dieses Jahres, in Hinsicht des zur 
Konfirmations--Fáhigkeit der Kinder, besonders in Beziehung auf das Alter, ge- 
setzlich Erforderlichen und die früher deshalb ergangenen und bestätigten Vorschriften, ist es 
der unterzeichneten Behörde zur besondern Pflicht gemacht, 
1) den Aeltern, Vormündern te. an das Herz zu legen, ihre Kinder, insonderheit 
die Mädchen, nicht zu früh aus der Schule zu nehmen und die in dem Ge- 
sebe gegebene Erlaubniss in dem einzelnen Falle nur nach sorgfältiger Prüsung und 
Berathung mit dem Geistlichen und dem Schullehrer zu gebrauchen; 
2) alle Gesuche um Dispensationen von dem Gese·ß, mit Bezug auf dieses Reskripe, 
für solche zu erklären, welche durchaus nicht beachtet werden bonnen, und dekhalb, 
da dieses ein für allemahl ausgesprochen ist, in den einzelnen Fällen ohne alle weitere 
Resolution bleiben werden; 
3) Konfirmati'onen, welche von pflichtvergessenen Aeltern wider das Geseh im 
In= und Auslande erschlichen, oder sonst erhalten werden, nach bekannten Grund- 
sägen des Rechts für null und nichtig zu erklären, wobei gegen Geistliche, welche 
sich dazu brauchen lassen, die besondere strenge Ahndung vorbehalten bleibt; 
5 dbie den Geistlichen schon ertheilte Anweisung, „daß sie bep den Kindern in anderen 
Staaten die Konsirmation durchaus nicht früher, als es das hiesige Landesgesetz er- 
laubt und wenn die Gesehe des fremden Staates einen noch spätern Termin festfetzen, 
nicht früher, als diese es verstatten, vornehmen sollen, in solchem Zusammenhange 
und bey solcher Gelegenheit nochmahls auszusprechen 2c.“ 
Wir bringen diese höchsten Vorschristen und Anweisungen hiermit zur Kennkniß der 
Geistlichen, so wie der Aeltern und Vormönder des diesseitigen Bereiches, um sich darnach in 
allen darin angedeuteten Beziehungen auf das genaueste und gewissenhafteste zu achten. — 
uch werden besonders die Geistlichen durch Wort und That mitzuwirken wissen, daß die 
darin allenthalben ausgesprochenen Grundsätzee von den Gemeinden, so welt es dieselben an- 
geht, dep der hochwichtigen Konsicmations-Angelegenheit ihrer Kinder wohl erwogen und 
üktlich angewendet werden. 
Eisenach den 12ten August 1823. 
Großhergoglich Süchsisches Ober-Konfistorium dafelost. 
D. J. A. Nebe,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.