Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1889. (66)

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Beilage  II.

Schätzungs-Protokolle.

A.
über  die  Verbindlichkeit  zum  Neuban  der  Kirche  in  N.

Nach  der  erhaltenen  Mittheilung  sind  Gegenstand  des  Schätzungsverfahrens:

a)  die  prinzipale  Verbindlichkeit,  die  Kirche  zu  N.,  mit  Ausschluß  des  Thurms  nach
Bedürfniß  zu  erweitern,  und  im  Falle  das  Gebäude  in  Abgang  kommen  sollte,
dasselbe  neu  zu  erbauen,

5b)  die  Last  der  Anschaffung  und  Unterhaltung  der  Kirchenuhr  nebst  Zugehörde.

Zu  allen  hiebei  vorkommenden  Baulichkeiten  haben  die  Parochianen  herkömmlich  die
erforderlichen  Hand=  und  Fuhrdienste  unentgeltlich  zu  leisten.

Die  unterzeichneten  Schätzungsmitglieder  haben  uun  am  ...  dieses  Monats  das
fragliche  Bauwesen  genau  untersucht  und  hiebei  alle  zur  Vornahme  der  Schätzungen  erforderlichen
  Notizen  erhoben.

Das  Ergebniß  der  Untersuchungen  ist  Folgendes:

I.  Die  Kirche.

Die  Kirche  besteht  aus  Langhaus,  Chor,  Sakristei  und  Thurm,  welche  nach  gothischer
Bauart  schon  vor  langer,  diesseits  nicht  näher  bekannter  Zeit  erbaut  worden  sind.

Das  Langhaus  hat  22,9  m  Länge,  14,5  m  Breite  im  Lichten  und  wird  durch  2  Reihen
von  je  4  Pfeilern  in  3  Schiffe  abgetheilt.  Das  Mittelschiff  ist  an  beiden  Enden  je  0,45  m
länger  als  die  Seitenschiffe,  im  Lichten  6,#m  breit  und  etwa  8,6  m  hoch,  mit  flacher
Decke  versehen.  Die  Seitenschiffe  sind  je  3,5  m  im  Lichten  breit,  das  Dach  derselben
bildet  zugleich  ihre  Decke,  weshalb  die  Lichthöhe  ungleich  ist,  und  an  den  Freipfeilern
6,3,  an  den  Umfassungswänden  nur  4,6  m  beträgt.

Eine  Empore  ist  nicht  vorhanden;  die  Orgel  befindet  sich  auf  dem  ersten  Gebälke
des  Thurms,  in  welchen  zu  diesem  Zwecke  gegen  die  Kirche  her  eine  große  Oeffnung  angebracht
  wurde.  ·

Außer  dem  Eingang  unter  dem  Thurm  führt  in  der  südlichen  langen  Seite  noch
ein  zweiter  Eingang  mit  3,5  m  langer,  2,3  m  breiter  Vorhalle  in  die  Kirche,  deren  Boden
0,6  m  über  dem  äußern  Terrain  erhöht  liegt.