Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1900. (77)

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des  allgemeinen  Theils  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs,  des  Rechts  der  Schuldverhältnisse
und  des  Sachenrechts,  sowie  der  zugehörigen  Ausführungsbestimmungen;

6)  die  Hauptregeln  des  Civilprozesses  einschließlich  des  Verwaltungsrechtsverfahrens,
sowie  die  Hauptregeln  des  Strafprozesses.

Verlangt  wird  überdieß  praktische  Fertigkeit  in  Ausführung  der  im  Gebiet  der
Amtskörperschafts-,  Gemeinde=  und  Stiftungsverwaltung  vorkommenden  Geschäfte,  insbesondere
  in  der  Behandlung  schwieriger  Rechnungsfälle.

8.  8.

Die  bei  der  Prüfung  als  befähigt  erklärten  Kandidaten  erhalten  Zeugnisse,  welche
die  zuerkannte  Befähigungsstufe  angeben  und  von  dem  Vorstand  und  den  Mtgliedern
der  Prüfungskommission  unterzeichnet  sind.

Die  Namen  der  für  befähigt  Erklärten  werden  im  Staatsanzeiger  veröfentlicht.

8.  9.
In  den  Prüfungszeugnissen  werden  die  Befähigungsstufen  nach  drei  Klassen:
Klasse  1  (obere),
Klasse  II  (mittlere),
Klasse  III  (untere)
bezeichnet.

Jede  Klasse  zerfällt  in  zwei  Unterabtheilungen  a  und  b,  durckwelche  die  Annäherung

  an  eine  höhere  oder  niedrigere  Klasse  ausgedrückt  wird.
8.  10.

Kandidaten,  welche  bei  zwei  Prüfungen  gemäß  §.  6  von  de  Prüfung  ausgeschlossen
oder  des  Prüfungszeugnisses  verlustig  erklärt  worden  sind,  srie  solche,  welche  sich  der
Prüfung  zweimal  unterzogen  haben,  ohne  für  befähigt  erklé  worden  zu  sein,  werden
zu  der  Prüfung  nicht  weiter  zugelassen.

Die  Wiederholung  einer  mit  Erfolg  bestandenen  P.fung  zur  Erlangung  eines
besseren  Zeugnisses  ist  nur  einmal  und  nur  innerhalb  2  Zeitraums  von  drei  Jahren
seit  Erstehung  der  früheren  Prüfung  gestattet;  auch  i  in  solchem  Fall  das  bei  der
früheren  Prüfung  erlangte  Zeugniß  vor  Beginn  der  ne“u  Prüfung  bei  dem  Ministerium
des  Innern  oder  bei  der  Prüfungskommission  zu  b#erlegen.  Das  frühere  Zeugniß
wird  durch  das  neue  Zeugniß,  mag  dieses  günstiger  er  ungünstiger  lauten,  ersetzt.