Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1892. (26)

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Jede  Gemeinde-Krankenversicherung  und  Krankenkasse  kann  nach  sechs
Monate  vorher  erfolgter  Aufkündigung  mit  dem  Schlusse  des  Kalenderjahres  aus
dem  Verbande  austreten.

Soweit  nicht  durch  das  Verbandsstatut  oder  durch  Uebereinkommen  etwas
anderes  bestimmt  ist,  wird  bei  der  Auflösung  des  Verbandes  oder  beim  Ausscheiden
  einer  der  betheiligten  Kassen  von  dem  nach  Deckung  der  Schulden  verbleibenden
  Vermögen  des  Verbandes  jeder  ausscheidenden  Kasse  derjenige  Antheil
überwiesen,  welcher  auf  sie  nach  dem  Verhältniß  der  im  Laufe  des  letzten  Kalenderjahres
  vereinnahmten  Kassenbeiträge  entfällt.

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Durch  die  Zentralbehörde  kann  bestimmt  werden,  daß  und  unter  welchen
Voraussetzungen  bereits  bestehende  Vereinigungen  von  Gemeinde-Krankenversicherungen
  und  auf  Grund  dieses  Gesetzes  errichteter  Krankenkassen,  welche  Zwecke
der  im  F.  46  unter  Ziffer  1  bis  4  bezeichneten  Art  verfolgen,  die  Rechte  der  auf
Grund  des  F.  46  errichteten  Verbände  haben.

S.  47.

Die  Schließung  einer  Orts-Krankenkasse  muß  erfolgen:

1.  wenn  die  Zahl  der  Mitglieder  dauernd  unter  fünfzig  sinkt;

2.  wenn  sich  aus  den  Jahresabschlüssen  der  Kasse  ergiebt,  daß  die  gesetzlichen
  Mindestleistungen  auch  nach  erfolgter  Erhöhung  der  Beiträge  der
Versicherten  auf  drei  Prozent  desjenigen  Betrages,  nach  welchem  die
Unterstützungen  zu  bemessen  sind  (IHI.  20,  26  a  Ziffer  6),  nicht  gedeckt
werden  können,  und  eine  weitere  Erhöhung  der  Beiträge  nicht  auf
dem  im  H.  31  Absatz  2  vorgesehenen  Wege  beschlossen  wird.

Die  Auflösung  kann  erfolgen,  wenn  sie  von  der  Gemeindebehörde  unter
Zustimmung  der  Generalversammlung  beantragt  wird.

Die  Schließung  oder  Auflösung  erfolgt  durch  Verfügung  der  häöheren
Verwaltungsbehörde,  welche,  sofern  sie  auf  Schließung  einer  Kasse  gerichtet  ist,
von  der  Generalversammlung,  sofern  dadurch  die  Auflösung  einer  Kasse  abgelehnt
wird,  von  der  Gemeindebehörde  beziehungsweise  der  Generalversammlung  nach
Maßgabe  des  §.  24  angefochten  werden  kann.

Wird  eine  Orts-Krankenkasse  geschlossen  oder  aufgelöst,  so  sind  die  versicherungspflichtigen
  Personen,  für  welche  sie  errichtet  war,  anderen  Orts-Krankenkassen
  und,  soweit  dies  nicht  ohne  erhebliche  Benachtheiligung  anderer  Orts-Krankenkassen
  geschehen  kann,  der  Gemeinde-Krankenversicherung  zu  überweisen.

Das  etwa  vorhandene  Vermögen  der  Kasse  ist  in  diesem  Falle  zunächst
zur  Berichtigung  der  etwa  vorhandenen  Schulden  und  zur  Deckung  der  vor  der
Schließung  oder  Auflösung  bereits  entstandenen  Unterstützungsansprüche  zu  verwenden.
  Der  Rest  fällt  denjenigen  Orts-Krankenkassen,  sowie  der  Gemeinde-Krankenversicherung
  zu,  welchen  die  der  geschlossenen  oder  aufgelösten  Kasse  an-63“