Full text : der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

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Lebhafter  Beifall).  Das  Herz  geht  uns  auf,  wenn  wir  uns  an  die

reuzer  „Göben“  und  „Breslau“  erinnern,  die,  gezwungen  den  neutralen
Hafen  zu  verlassen,  unter  den  Klängen  der  Wacht  am  Rhein  hinausgezogen
  sind  in  das  von  den  feindlichen  Flotten  erfüllte  Mittelmeer.
Das  Herz  geht  uns  auf  bei  dem  Gedanken  an  unseren  Kreuzer  „Emden“
(Lebhafter  Beifall),  der  alle  Meere  unsicher  gemacht  hat,  obgleich  er
selbst  nur  ein  einzelnes  verhältnismäßig  kleines  Schiff  war,  und  vor
dem  die  Flotten  unserer  Gegner  gezittert  haben.  Ich  erinnere  an  die
Schlacht  bei  Coronel,  wo  eine  überlegene  Strategie  zur  See  den  Sieg
davongetragen  hat  (Beifall).  Ich  erinnere  an  die  glorreichen  Taten
unserer  Unterseeboote  (Lebhafter  Beifall),  die  heute  den  Schrecken  der
ganzen  britischen  Flotte  und  des  ganzen  britischen  Volkes  bilden.  (Lebhafter
  anhaltender  Beifall  und  Händeklatschen).  Leider  ist  unser  heimatlicher
  Boden  nicht  von  den  Schrecken  des  Krieges  verschont  geblieben,
Teile  von  Elsaß-Lothringen,  Teile  von  Ostpreußen,  zeigen  nur  zu  deutlich
  die  Spuren  der  kriegerischen  Verheerung.  Aber  wir  können  nicht
dankbar  genug  sein,  daß  im  großen  und  ganzen  der  Krieg  sich  abspielt
auf  dem  Gebiete  unserer  Feinde  (Beifall).  Wahrlich,  wenn  wir  alles
dieses  uns  vergegenwärtigen,  drängt  sich  uns  das  Gefühl  der  Bewunderung
  auf  für  unser  Heer  und  unsere  Flotte  (Beifall),  deren  Taten  sich
ebenbürtig  zur  Seite  stellen  denen  der  kriegerischen  Ereignisse  aller
Zeiten  und  aller  Völker.  (Lebhafter  Beifall).  In  dieser  Bewunderung
bringen  wir  unseren  Dank  dar  der  obersten  Leitung  des  Heeres  und  der
Flotte,  den  Generalen  und  Admiralen,  den  Offizieren  und  den  Mannschaften,
  die  alle  vom  Ersten  bis  zum  Letzten  mit  unvergleichlichem  Mute
gekämpft  haben  und  denen  die  feindlichen  Stellungen  selten  haben  standhalten
  können  (Beifall).  Wir  schließen  in  diesen  Dank  ein  die  tapferen
Bewohner  unserer  Kolonien,  die  in  schwieriger  Lage  heldenmütig  für  das
Deutschtum  kämpfen.  Wir  danken  nicht  minder  denen,  die  an  höchster
Regierungsstelle  stehen,  die  eine  ungeheure  Verantwortlichkeit  mit  ihren
Mitarbeitern  tragen  und  eine  gleich  große  Arbeitslast  bewältigt  haben
und  täglich  bewältigen,  die  nicht  hoch  genug  eingeschätzt  werden  kann  im
Interesse  des  deutschen  Vaterlandes.  (Beifall.)  Wir  danken  allen  den
Deutschen,  die  freiwillige  Arbeit  mitübernommen  haben,  die  Leiden  des
Krieges  zu  mildern  und  für  unsere  Verwundeten  zu  sorgen.  (Beifall.)
Schwer  sind  die  Verluste  an  Verwundeten  von  vielen  Tausenden,  die
für  ihr  ganzes  Leben  ein  schweres  Schicksal  infolge  des  Krieges  zu  tragen
haben,  dieses  Schicksal  aber  heldenmütig  tragen.  Schwer  sind  auch  die
Verluste  an  Menschenleben,  die  der  Krieg  fordert.  Manch  Frauenherz
verzehrt  sich  in  Kummer  um  den  gefallenen  Gatten  und  Bruder,  manch
Vater=  und  Mutterherz  verzehrt  sich  in  Gram  um  die  ihm  entrissenen
Söhne.  Wir  ehren  diesen  Schmerz  und  tragen  ihn  mit  ihnen,  das
Vaterland  aber  dankt  ihnen  und  ist  stolz  auf  seine  gefallenen  Heldensöhne,
  die  ihr  Blut  vergossen  und  ihr  Leben  hingegeben  haben  in  dem
Weltkriege,  den  wir  um  unsere  Existenz  zu  führen  haben,  ein  Weltkrieg,
denn  aus  allen  Weltteilen,  Asien,  Afrika,  Australien,  Amerika  haben
unsere  Feinde  ihre  Vasallenheere  auf  den  europäischen  Kriegsschauplatz
gezogen,  um  uns  zu  vernichten.  Meine  Herren,  das  schreckt  uns  nicht,  im
Vertrauen  auf  die  Gerechtigkeit  unserer  Sache  wehren  wir  uns,  wenn  es
sein  muß,  gegen  die  ganze  Welt.  (Lebhafter  Beifall.)  Unter  der  Fahne
unseres  Heeres,  unter  der  Flagge  unserer  Flotte  werden  wir  siegen.  (Leb-