Metadata : Lehrbuch des Deutschen Staatsrechts.

Die  Organe.  $  4.  325

als  Fideikommiß  des  regierenden  Hauses  der  gewöhnlichen  Staatsfinanzverwaltung
  unterstellt  worden.  Ihre  Einkünfte  fließen  in
die  Staatskasse  und  der  Monarch  erhält  aus  derselben  eine  jährliche
Rente!®,  Die  Anerkennung  als  Familienvermögen  hat  hier  nur
für  den  Fall  Bedeutung,  daß  die  betreffende  Familie  aufhört,  die
Regierung  des  Landes  zu  führen.  In  anderen  Ländern  steht  dagegen
  das  Domänenvermögen  unter  der  ausschließlichen  Verwaltung
  des  Landesherrn  und  der  von  ihm  ernannten  Behörden  !”,
Die  Einkünfte  desselben  fließen  jedoch  trotzdem  nicht  immer  ausschließlich
  dem  Landesherrn  und  dem  fürstlichen  Hause  zu  '!$,
vielmehr  ist  das  Domanialvermögen  häufig  verpflichtet,  einen  bestimmten
  Beitrag  zu  den  Kosten  der  Landesverwaltung  zu  leisten  ?°.

3.  In  wieder  anderen  Staaten  hat  eine  Teilung  des
Domanialvermögens  zwischen  dem  Staate  und  der  regierenden
  Familie  stattgefunden  2°,  Jedoch  ist  auch  hier  nicht  immer

16  Bad.  Verf.  $  59,  Bad.  G.,  die  Zivilliste  betr.,  vom  8.  März  1854  und
die  Erhöhung  der  Zivilliste  betr,  vom  14.  April  1858  [dazu  Erhöhung  der
Zivillistte  um  800000  Mk.  durch  die  Etatsgesetze  aller  ndgetperioden  Beit
1876,  vgl.  Bindings  Ausgabe  der  bad.  Verfassung  57],  Schw.-Sond.  G.  vom
14.  Juni  1881  $8$  11.

117  S.-Kob.  G.  vom  29.  Dez.  1846  Art.  8,  Reuß  ä,  L.  Verf.  $  18,  Lipp.
V.,  die  Verwaltung  des  fürstlichen  Haus-  und  Familienfideikommisses  betr.,
vom  14.  April  1869,  Reuß  j.  L.  V.  vom  24.  Juli  1852  und  7.  Juli  1854,  G.
vom  23.  November  1880.

18  Dies  ist  der  Fall  in  Reuß  &.  L.  (Verf.  $  17)  und  war  bis  1868  so  in
Lippe  (V.  vom  24.  Juni  1868  5  3  u.  5)  In  Lippe  fließen  die  Domäneneinkünfte
  nach  dem  G.  vom  12.  Juli  1912  teils  dem  Landesherrn,  teils  der  Staatskasse
  zu;  vgl.  oben  N.  14.

19  S.-Kob.  G..  den  Beitrag  der  Domänen  zu  den  Staatslasten  betr.,  vom
29.  Dez.  1846  Art.  5  und  G.,  das  Domänengut  im  Herz.  S.-Kob.  betr.,  vom
21.  Februar  1855,  Schaumb.-Lipp.  Verf.  Art.  51—55,  Schw.-Rud.  GG.  $  11,
Reuß  j.  L.  G.  vom  23.  November  1880  Lipp.  G.  betr,  den  Beitrag  des  tlichen
  Domaniums  zu  den  aus  der  Landkasse  zu  bestreitenden  Ausgaben
und  Beamtengehalten  vom  25.  März  1898;  G.  vom  12.  Juli  1912  (vgl.  die
vorige  Anm.).

2°  Hess.  Verf.  Art,  6,  Lauenb.  Rezeß  zwischen  dem  Herzog  und  der
Ritter-  und  Landschaft  über  die  landesherrlichen  Domänen  vom  19.  Juni
1871,  S.-Mein.  G.  über  das  Domänenvermögen  vom  20.  Juli  1871,  G.  vom
9.  März  1896  Art.  10—18,  S.-Alt.  G.,  die  definitive  Regulierung  der  Rechtsverhältnisse
  am  Domanialvermögeu  betr.,  vom  29.  April  1874,  S.-Goth.  G.,
die  Aufhebung  der  Beilage  III  zum  Staatsgrundgesetz  vom  25.  März  1849
betr,  vom  1.  März  1855  und  Vertr.  über  dıe  Verwaltung  und  Nutzung  des
Domänengutes  im  Herzogtum  S.-Gotha  vom  1.  März  1855.  Nach  dem  S.-Kob.-Goth.
  Hausgesetz  Art.  20  bildet  das  Domänengut  in  den  Herzogtümern  S.-Koburg
  und  S.-Gotha  einen  Teil  des  herzoglichen  Hausvermögens,  es  wird
daselbst  als  Eigentum  des  herzogl.  S.-Gothaischen  Gesamthauses  bezeichnet,
während  die  übrigen  Bestandteile  des  Hausvermögens  Eigentum  des  herzogl.
S.-Kob.-Gothaischen  Spezialhauses  sein  sollen.  Old.  StGG.  Art.  179  und
Anl,  I  u.  d.  T.:  Vereinbarung  zwischen  Sr.  Königl.  Hoheit  dem  Großherzog
und  dem  durch  G.  vom  24.  Juni  1848  berufenen  Landtage  des  Großherzogtums
Oldenburg  wegen  des  Domanialvermögens.  Nach  dieser  für  die  Dauer  der
Regierung  des  Mannsstammes  des  Herzogs  Peter  Friedrich  Ludwig  gültigen
Vereinbarung  ist  aus  dem  bisherigen  Domanialvermögen  ein  Teil  als  Krongut
  für  die  regierende  Familie  ausgeschieden,  der  Rest  für  Staatsgut  erklärt