Beilage zum „Kriegsamt.
Nur die mit einem Stern “ bezeichneten Abschnitte sind zum Abdrucke freigegeben.
Im Auschluß an die lbersicht über den auf Nurenung und mit Unterstübung des Kriegsamtes vom Verein deulscher Ingenieure
herausgegebenen „Erfahrungsauskausch über Ausbildung und Verwendunz angelernser Arbeitskräite" (bal. S. 6 der vorliegenden
Nummer) werden nachstehend einige Abschnitte aus den Nummern 2 und 3 dieser vertraulichen „Mitleilungen“ wierergegeben.
Den in Betracht kommenden Kreisen soll auf diese Weise ein anschauliches Bild von dem Inhalt der Mitteilungen ge-Von
angelernten Arbeitskräften ausgeführte Arbeiten.
3 Beispiele aus der Reihenherstellung.
beschäftigt.) Die Arbeit ist in 19 Operationen zerlegt und
wird von 13 Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern auf
13 verschiedenen Maschinen ausgeführt. Die Arbeitsu)
Federgehänge. Abb. 1. (Eirma A. Borsig,
Tegel. AUmfang einer Auftragsreihe 30 Stück. Der Auf—
trag wiederholt sich laufend.) Ausführung durch eine
Arbeiterin auf einer Maschine. Die Arbeiterin war
Abb. 1. Federgedufß
(Schmiedestück, Kopl Uherdredl, Schall gebrebl, Kugesserm gedrebn.
früher in der Massenfabrikation tätig und wurde für die
angegebene Arbeit unmittelbar an der Leitspindeldrehbank
ausgebildet. Das Federgehänge wurde früher von einem
gelernten Dreher in einer Ausspannung fertig bearbeitet.
Die Form des Kopfes wurde nach Zeichnung mit Hilfe
von Schablonen gedreht. Runmehr wird die in mehrere
Operationen zerlegte Arbeit unter Aufsicht des Meisters
von einer Frau ausgeführk, die zuerst an allen 30 Gehängen
den Kopf, darauf an allen Gehängen den Schaft
vordreht. Zum Dreben der Kopfform wurde eine feste
Kurvenführung für den Support angeorbnet. Das Beispiel
zeigt, daß oft besondere Maßnahmen notwendig
sind, falls man schwierigere Teilarbeiten durch angelernte
Hilfsdreherinnen ausführen lassen will. In manchen
Källen wird sich auch durch konstruktive Aenderungen
G. B. Ersatz der Kurven durch gerade Linien) die Arbeit
erleichtern lassen.
b) Spindel. Abb. 2. (A.-G. Ludwig Loewe
& Co. Die Dreherei ist dauernd mit ähnlichen Arbeiten
Abb. 2. Spiludel (nach der 3., 7., 13. und 16. Dellarbei#).
kräfte, die früher nicht in der Massenherstellung tätig
waren, werden unmiktelbar am Arbeitsplatz vom Meister
oder Vorarbeiter für ihre Teilarbeit angelernt. Feststellung
der Durchmessermaße durch Grenzlehren, Einstellen
der Längenabstände durch Endmaße, Revision nach
jeder Tejlarbeit. Die Teilarbeiten sind der Reihe') nach:
Abstechen — Zentrieren — rechte, dann linke Seite vordrehen
— rechte, dann linke Seite nachdrehen — rechte,
dann linke Seite Ansätze fertigdreben — rechte, dann linke
Oelnute drehen — Keilnute fräsen — Rundschleisen —
Trapezgewinde vorfräsen — Trapezgewinde fertigschneiden
— großes Spitzgewinde schneiden — lleines
Spitzgewinde schneiden und Ende fertigdrehen — Loch
bohren — Lochgewinde schneiden und Ende fertigdrehen.
— Oellöcher bohren.
·*—-*)
Die Arbeitsfolge ist nalürlich so aufzustellen, daß Bearbeitungsfehler
womöglich nicht eintreten können, oder baß eingetrelene
und bei Revision der Teilarbeil festgestellte Fehler die
Weiterverwendung des Arbeitsstückes nicht völlig ausschließe..,