Full text : Blätter für Rechtsanwendung. XIX. Band. (19)

Intellektuelle  Ueheherschaft.  Versuche  163

wohl.  nicht  so  geradehin  mit,  der  allgemeineren
Fassung:  «

-,·,kn.derAbsicl-t:,-baß-H·n-.V:erbrech7e.nbegangen

werde  u:.  s.  w.“
vertauscht  werden  können.  Der  Artikel,  wie  das
Strafgesetzbuch  ihn  enthält,  im  Zusammenhange  mit
den  Anmerkungen,  zeigt  deutlich,  daß  es  sich  mir
von  Vorbereitung  oder  Einleitung  eines  Verbrechens.
handelt,  welches  der  Thäter  nach  dessen  ganzem  Umfange
  selbst  auszuführen  und  zu  vollenden  beabsichtigt.
  Die  Worte  des  Gesetzes  sind  in  diesem  Punkte
entschieden  und  klar.  Eine  Ausdehnung  desselben  auf
den  Fall,  daß  die  umnittelbare  Vollführung  der  That
selbst  durch  einen  Dritten  stattfinden  soll,  läßt  sich
aber  mit  der  Natur  des  Strafrechtes  und  mit  Fundamentalbestimmungen
  unsers  Gesetzbuches  nicht  vereinigen
  1).  —  Wenn  Jemand  einen  Drittem  zur
Begehung  eines  Verbrechens  zu  verleiten  sucht,  ohne
sich  unmittelbar  an  der  Vollführung  dieser  That  betheiligen
  zu  wollen,  so  ist  der.  Kreis  seiner  Handlungen,
  so  weit  sie  auf  jenes  Verbrechen  Bezug  ha—-ben,
  mit  der.  Einwirkung  auf  den  Dritten  durch  Zureden,
  Versprechungen  oder  Drohungen  u.  dgl.  völligabgeschlossen;
  seine  Absicht  geht  nicht  dahin,  die,
That  selbft  zu  vollführen.

Fehlt  es  nun  an  einer  Gesetzesvorschrift,  welche
derlei  mittelbaré  Versuchshandlungen  für  strafbar,
erklärt,  so  kann  auch  eine  Strafe  wegen  derselben
nicht  verhängt  werden.

Diese  in  unserem  Strafgesetzbuche,  wenn  die
Beantwortung  der  vorwürfigen  Frage  lediglich  aus

1)  Vgl.  St  GB.  Th.  1  Art.  1  und  Anmerk.  Bd.  I.  S.  66
ilff.  1  mit  kgl.  Reskript  vom  29.  Aprll  1815  (Jahrbuchet
  von  Günner  und  Schmivtlein  I  S.  288):
„well  trafgesetze  keine  ausvehnende  Erklärung  zu-J
  sse  L

assen“.