Full text: Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 1; Jahrgang 1891. (1)

Chabissat 
Traubenfirup u. Kraftmehl. Ptieimann Or. 1, 124. 
— Chabissät (pers.): Ch., „die Niedrigen“, Ge- 
schichten satirischen u. selbst faunischen Inhalts. Nosen-- 
Kranz Gsch. Poes. 391. — Chablis (frz. schabli): 
ein Ort in Frankreich (eig. „Windbruch"), danach 
m.: Wein aus der dortigen Gegend: Ein Glas 
schäumenden Ch. Hausbl. (66) 4, 11; Schüching R. 
1, 97. — Chablone: s. Schablone. — Thabod 
(hebr.): eine Sekte der Chafidim. piermonn Or. 
1, 231. — Chab-ot (frz. schabs), m., —6; —8;: 
Art Fisch, „Kaulkopf“ (vgl. lat. capito). -ötte, 
f.; —n: das eiserne Gehäuse, worin der Amboß 
des Aufwurfhammers eingekeilt ist. Aulcherlich 22, 
102; Scheuchensurl 50; Chen-Stock, Holzklotz, worin 
die Ch. festgekeilt ist. ebd. 2c. — Thabraque: s. 
Schabracke. — Chacham (hebr.), m., —; -im 
(eime): „der Weise“ (vgl. Chochem, Hakim), Titel 
v. Rabinen, z. B. gammer 1, 342; Salon 2, 138; 
Sieben jüdische Ch-im (Weise). frankl Jer. 1, 13; 
Der Ch. Baschi [Oberrabiner]) des türk. Reichs. ibd.; 
132; 195 2c.; Die Ch-ime. 202 r. — Chachän: 
s. Chanfa. — Thachöll (ruff.), m., -s; —s: Spitz= 
name für die Steppenbewohner. HKohl Sürr. 2, 97. 
— Chadimül (türk.), m., —§; —#: Diener: Ch. 
Haremeln (s. Harem). — Thadschi: s. Harschi. — 
Thadün: s. Kadin, z. B. Kolrschi Ch.; die Frau 
Profosin für die liederl. Weibsrerfonen. Hammer 10, 
704. — Chafariz (port. dschäfaris), m., uv.; uv.: 
Brunnen. AIAueld. 39, 334b. — Chäftan: s. Kaftan. 
— Thägra, f.; —s: (in Südam.) Fruchtbare Acker 
u. kleine Ch— s. Gerstäcker Pench. 1, 212. — Thagr-in 
(frz. schagreng), m., —s; —: 1) (v. pers.-türk. 
sagri, Rücken) auch: Chagra in, ein aus dem hin- 
tern Theil des Rückens v. Pferde-, Esel= u. Ka- 
melhäuten bereitetes Leder od. Pergament mit 
körnigen Hervorragungen. Kormarsch 1, 412; Prechl 
3, 431 ꝛc. (s. Allabuta); Fischbaut-Ch., die getrock- 
nete Haut mancher Fische, nam. der Haifische, die 
v. Natur ein ähnliches rauhes Korn haben. 434; 
6. 166; Knapp 2, 589 ꝛc. — 2) (vgl. 1, als ras 
Rauhe, Reibende) nagender Kummer, Gram. 
Zinant, a.: kränkend, Kummer erregend. -inf#eren, 
tr.: 1) Lederchagrinartig (körnig, narbig) machen, 
auch: chagra #nièren (schagrän 2c.). — 2) kränken, 
betrüben 2c.; refl.: sich härmen. — Thai (frz. 
schä), m., —; —: Ch., allgemelne Bez. in Vorreaur 
für Lagerräume, v. Weinen namentlich. Garienl. 17, 
70b. — Thaine (frz. schän), f.; —n, —s: „Kette“, 
z. B. eine fortlaufende Reihe ausgestellter Posten 
(Vosten- Chen. Salen 3, 322), angestellter Ar- 
beiter 2c.; serner (Tanzk.): Ch... eine Tour, wo 
die Tänzer den Tänzerinnen u. diese umgekehrt im Fort- 
schreiten sich wechselseitig die Hand geben 2c. Däringer 
204, auch: Herren, die sogleich Ch. machten, um die 
überraschende Erscheinung hindurchzulassen. Gutzkow 3. 
4, 217; 8, 46 2c., vgl. Spalier. — Thair (engl. 
tscher), m., —s; —#: Stuhl: Wiegen sich auf den 
röcking ch— s [Schaukelstühlen J. Scherzer Nat. 351 2c.; 
auch prägn. Ch., als Sitz des Lordmayors. H# 
Engl. 3, 86 2c. -man, m., —#; -men: Vorsizen= 
der. — Thäfrije (türk.), m., —s; —#: Der Dukate 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Thalasis 193 
(s. d.) Ch. gilt 20, der halbe Ch. 10 Piaster. Hammer 
10, 712, vgl.: Der Dukate Kirklik Ch. zu 40 Piaster. 
ebd. — Thälr ölla (türk.): „Gott sei mit dir!“ 
(als Gruß). murhord Konst. 2, 107. — Chaise 
(franz. schäf), f.; —n: 1) Sitz, Stuhl: Ch. 
longue llönfl, Art Kanaré zum Sitzen für 2 und 
zum Ausgestreckt-Liegen für eine Person, M)3.: 
Die Ch—s longues; ugw.: Vor den Kauseusen, 
Chaiselonguen u. Sesseln. HFausbl. (66) 4, 195 2c.; 
Ch. percée lperße], Nachtstuhl; Ch. à3 porteurs 
lvortörl. Sänfte, Portechaise (s. d.) 2c. — 2) ((. 1) 
leichter Wagen für wenige Personen; auch orkl.: 
Kam gefahren ein Mann in einem Chaischen. Gondelf 
Sch. 3: G. Reinh. 245; Schüching FrR. 2, 122 te., 
vgl.: In seinem „Schäsel“. Spindlee Stadt 1, 52 2c.; 
Aus einem Ch—n - Kasten. In der alten Kalesche. 
Iffland 15, 1, 44 2..; Bei-Ch. (vgl.: Beiwagen, bei 
der Post). Gartenl. 1 6, 5 2a 2c.; Halb. Ch. (mit 
Halbverdeck). S. 19, 211; Zagr. Cb. mufäus M. 
5, 163; Post-Ch. Thümmel 1, 5; Reise--Cb. Spiel- 
hagen Pr. 5, 242; Retour. (s. d.) Ch.; Besah die 
Kaiserin in einer halbgedeckten niedern Roll-Ch. 
sitzend den festlich geschmückten Ort. fallmerayer Gs W. 2, 
483 ꝛc. — Thäftga (ind.), f.; —s: burdhistische 
Höhlenkirche. Globus 6, 134b; Cb.-Höhle. 135a 2c., 
vgl. Vihara. — Thajal (ar.), m., —#8; —: be- 
waffneter Reiter als Geleitsmann. furrer Pal. 246. 
— Chajim (hebr.): Leben, s. Ez, Beth-Ch.; vgl. 
Hasse. — Chakaän: s. Cban 143. — Charär-a 
(sran. dsch re.), f. —: kleines Landgut (in Chili cc.). 
Põppig 1, 228. fra, f.; —#: weibl. zu Chacarero. 
Globus 4, 226b. -ero, m., —s; —# : Bauern, kleine 
Gutsbesitzer od. Gäriner, Cb—s, wie sie dort zu Lande 
heißen. ebb. — Thähkilp (ind.), m., —8; —6;: 
Schuhslicker. DAus. 15, 2, 616. — Chaco: f. 
Tschafo. — Charöna (sran. tsch ꝛc.), f.; —s: Art 
Tanz u. die Musik dazu im 3/4 Takt, frz.: In einer 
zlerlichen Chacönne sschak-]. w. 12, 43; Uet3. 22, 
53; Bonk 1, 211 2c.; it. Ciaconne. Sulzer 1, 475, s. 
Passacaille. — Chãcra (span. tsch re.), f. ; —##: india- 
nische Hütte; Landhaus. — Chacun (srz. schaköng): 
Seder, z. B.: Ch. à (a)son goũt löong gül, Zeder hat 
seinen — od. nach seinem — Geschmack; Ch. le sien 
lse ẽseng]!, Jedem das Seine (s. Sünm cutque); 
Ch. pour soi, Dieu pour tous spur soä, djö pur tuj, 
Jeder für sich, Gott für Alle 2c.; weibl. Chacune 
(schakün'). — Thaläät (türk.), pl.: Ehrenkleider. 
Hammer 10, 342, auch Chilaat, s.: Das Ehrenkleid od. 
Kbelad. Weiss Kost. 2, 237, vgl. Chalat. — TChalän 
(fran.), m., —#s; —es: Roßkamm, Roßtäuscher. 
Dazu: Anrre treiben die Chalaneria, d. h. das Gewerbe 
des Roßlammes. Globus 9, 48a. — TChal-anre (frz. 
schalings), k.; —s: Prahm-, Fährgeld. -and 
(Jing), m., —; —: 1) Ch.; ein plattes frz. Fahr- 
zeug zum Gütertransport auf Flüssen u. Kanälen. Bobtik 
589a 2c. — 2) (s. 1) der die Waaren fortholende 
Kunde eines Kanfmanns, Abnehmer. Jandise 
Cangdis), f.; —#: Kundschaft eines Kaufmanns. 
— Chalaneria: s. Chalan. — Thalass (ar.): 
Ihm das Ch. („es ist fertlg!") zuzurufen. Gartenl. 15, 
65 b. — TChal-asis (gr.), f. (§ 24, 3, uv.] 
12