Full text : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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gangen)  mit  Churf.  gnädigsten  Augen  anzusehen,  und  durch  ein  gnä—
digstes  Fiat  Verordnung  zu  thun,  darmit  mehr  ermeltes  mein  weib
mit  dieser  bestraffung  verschonnet  werden  möchte,  Hirunter  erweisen
  Eur.  Churfurstl.  Durchl.  ein  werck  Christl.  Barmherzigkeit,
Welches  Gott  Zeitl.  und  Ewig  belohnnen  wirdt,  und  ich  bin  es  lebenszeit
  in  unterthänigkeit  zu  verdienen  allerwilligst  wie  schuldigst,
Dat.  Dreßden  den  1.  bris.  1676.
Eur.  Churf.  Durchl.
Fiat:  Johann  Georg  Churfürst.
unterthänigster  gehorsambster
George  Umblauff  Hoff  Kalckstößer.

Bedingungsweise  Ueberlassung  des  Wiesewachses
im  Schmelzgarten  zu  Dresden  an  den  Ober-Küchenmeister
  Sigismund  von  Egidi.  —  Butterlieferung

auf  der  Kurfürstin  Tafel.  —  1692.

Der  Schmelzgarten  in  Dresden  begriff  das  Areal  des
jetzigen  Prinzl.  Maximilianischen  Palaisgartens  in  der  Ostraallee,
einen  großen  Theil  des  kleinen  Geheges  und  der  Actien-Zuckersiederei,
  früher  Orangeriegarten  2c.,  woher  auch  noch  die  Mühle
am  kleinen  Gehege  die  Schmelzmühle  und  der  linke  Theil  der
kleinen  Packhofstraße  „die  Schmelze“  heißt.  Eine  zweite
Schmelzmühle  war  aber  an  der  jetzigen  Friedrichstädter  Brücke,
dem  jetzigen  Meisel'schen  Grundstücke.  —  Der  Küchenmeister
Sigmund  von  Egidi  wohnte  damals  in  der  Herzogin  Garten?).
Wir  theilen  übrigens  die  hierauf  bezüglichen  Actenstücke  als  Curiosa
unverkürzt  mit.

„An  Cammerdirectoren  Rathe  vnd  Land-Renthmeister.“
Johann  Georg  der  4.  Churfürst  2c.

P.  P.  Es  thut  bey  vnß  vußer  Ober  Küchenmeister  Siegmund
Egydii  den  vnterthsten  Vorschlag  ond  ersuchet  vns  gehorsamst  wir
wollten  ihme  in  ansehung  treugeleisteter  Dienste,  den  Wiese  wachß  in
meinen  Schmeltzgarten  allhier  an  der  Weisseritz  vor  dem  Wilbßdorffer
thore  gelegen,  welchen  er  seither  vnserer  in  Gott  ruhenden  Groß  Frau
Mutter  Guden  in  Pacht  gehabt  auf  sein  Leben  das  heu  darauf  vor
sein  Vieh  zu  hauen  frey  vergönnen,  angegen  wollte  er  auff  vnßern
hertzgeliebten  Gemahlin  Lden  Tafel  zwey  mal  wöchentlich  die  Butterbüchse
  mit  Butter  füllen  und  damit  so  lange  die  Butterzeit  währet
Jährlich  continuiren,

Allermaßen  wir  nun  hiermit  gnädigst  zufrieden  seinem  unterthsten
  ansuchen  gnäd.  dekeriret  und  damit  also  begehren  wir  gnädig

*)  Damals  Hofküchengarten.