Full text : Landeskunde des Königreiches Sachsen. Ausgabe A.

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ein  freundlicher  Schmuck  unseres  Erzgebirges,  sondern  zugleich  reiche
Schatzkammern,  die  sich  im  Gegensatze  zu  den  inneren  Erzstufen
nach  außen  erschließen.  Spendet  ja  der  Wald  das  Holz,  die  Wiese
das  Heu,  das  Feld  die  Frucht,  das  Wild  den  Braten,  das  Moor
das  Wasser,  das  Wasser  seine  Kraft,  die  Luft  reinen  Hauch.
IV.  Lehrdichtung:  (Aus  „Des  Sachsenlandes  Segen“  von  Mende.)

Aus  dem  Riß  der  Felsen  sprudelt,  mit  der  Erde  Mark  gemischt,

Lautrer  Born,  der  müde  Herzen,  bleiche  Wangen  neu  erfrischt.

Reine  Luft  der  Berge  atmet  wonnig  die  genes'ne  Brust,

Durch  die  Auen  schweift  das  Ange  nun  mit  neuer  Lebenslust.

Friedlich  grast  die  Wollenherde  an  der  Berge  grünem  Hang,
Lieblich  durch  des  Waldes  Frifsche  tönt  der  Rinder  Glockenklang.

9.  Das  erzgebirgische  Cal  der  westlichen  M#ulde.

I.  Lehrmittel:  Karte  von  Sachsen.  Berlet,  Wegweiser.  M.  von  Süßmilch,
das  Erzgebirge.  Gebauer,  Bilder  a.  d.  sächs.  Berglande.  Grohmann,
das  Obererzgebirge.

II.  Lehrgang:  ÜUberleitung.  1.  Das  obere  Talstück.  2.  Das  mittlere
Talstück.  3.  Das  niedere  Talstück.  4.  Das  Nebental  des  Schwarzwassers.
  5.  Das  Nebental  der  großen  Pyhra.

III.  Lehrstunde:

Wie  der  rohe  Steinblock  erst  einen  lebendigen  Ausdruck
gewinnt,  wenn  der  Meißel  des  Bildhauers  ihn  formt,  so  wandelt
sich  ein  ungefüger  Hochlandskörper  auch  erst  in  ein  formenreiches
Gebirge,  wenn  Täler  ihn  spalten.  Das  sind  die  langgestreckten
NRinnen,  die  es  bald  als  enge  Schluchten,  bald  als  breitflache
Mulden  gliedern.  In  ihnen  fließt  das  Gebirgswasser  von  den
Höhen  nach  den  Niederungen  ab,  zu  ihnen  steigt  der  Waldbaum
nieder,  durch  sie  dringt  der  Mensch  in  die  wilden  Höhen  hinauf,
und  an  ihnen  siedelt  sich  ein  vielseitiger  Gewerbebetrieb  an.  Die
Täler  sind  zu  Lebensadern  auch  in  unserem  Erzgebirge  geworden.
Sie  lassen  sich  am  einfachsten  nach  den  Flüssen  benennen  und
gruppieren,  die  sie  ausgewaschen  haben  und  immermehr  vertiefen.
Heute  heben  wir  unter  ihnen  das  größte  Tal  im  westlichen  Erzgebirge
  heraus.  Wir  sprechen  von  dem  erzgebirgischen
Tale  der  westlichen  Mulde.

1.  Betrachtet  ihr  den  Lauf  der  westlichen  Mulde  auf  unserer
Karte,  so  findet  ihr,  daß  sie  sich  in  drei  Abschnitte  gliedert,  die
unter  einander  ganz  verschiedene  Richtung  des  Laufes  zeigen.
Welches  werden  diese  drei  Talstrecken  sein?  Sie  lassen  sich  am
besten  durch  die  Stadt  Aue  und  das  Schloß  Stein  bestimmen,
so  daß  ihr  nun  selbst  die  3  Glieder  des  erzgebirgischen  Muldentales
  angeben  könnt.  (1.  Glied  von  der  Quelle  bis  Aue,  2.  Glied
von  Aue  bis  Schloß  Stein,  3.  Glied  von  Schloß  Stein  bis  zum