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14. J
Frankreich.
der Rechte, welche alle anderen Völker besitzen. Die administrativen
Freiheiten, welche man ihm verspricht, haben nur Werth, wenn sie dazu
dienen, die politischen Freiheiten zu sichern und zu befestigen. Letztere
können durch erstere nicht vergessen gemacht noch ersetzt werden. Das System
der officiellen Candidaten vergewaltigte und entstellte die Wahlfreiheit.“ Ein
Amendement zu §. 2 über „die individuelle Freiheit“ erklärt die Sicherheitsgesetze
und Ausnahmsmaßregeln für unvereinbar mit der individuellen
Freiheit. Das Amendement zu §. 3 erklärt die Freiheit der Presse für das
kräftigste Mittel der Civilisation. Das Amendement zu §F. 4 über die Freiheit
der Arbeit erklärt die schon einmal geforderte Aufhebung der Gesetze über
Coalition der Arbeiter für eine Wohlthat und außerdem erklärt es die Entwicklung
der Selbständigkeit der Gemeinden für das einzige Mittel zur Erzielung
wahrer Decentralisation. Das Amendement zu F. 5 fordert Entwicklung
und Unentgeltlichkeit des Primärunterrichts. Das Amendement
zu F. 6 erklärt, daß nur der Mangel an liberalen Institutionen das Aufblühen
von Algerien und seiner Colonien hindert. Ein weiteres Amendement
über Mexico verlangt die Beendigung dieser Frankreich ruinirenden
Unternehmung. Zu §. 7, der Rom behandelt, wird ein Amendement gestellt,
welches die Beendigung der französischen Occupation befürwortet. Im Interesse
Polens wird endlich durch ein Amendement der Abbruch der diplomatischen
Beziehungen Frankreichs mit Rußland verlangt.
Rede des Hrn. Thiers: „. JIch erkläre als ehrlicher Mann, wenn
man uns die nothwendige Freiheit gibt, so werde ich, für meinen Theil, sie
annehmen, und man wird mich alsdann unter die Zahl der unterhänigen
und dankbaren Bürger des Kaiserreichs zählen können. Wenn aber unsere
Pflicht es ist, hinzunehmen, so gestatten Sie mir auch, Ihnen zu sagen, daß
die Pflicht der Regierung ist, zu geben. Man bilde sich nicht ein, daß ich
hier eine trotzig fordernde Sprache führen will; nein, ich weiß, daß um zu
erlangen, man ehrerbietig fordern muß. Ich fordere deßhalb ehrerbietig.
Für mich fordere ich nie etwas, nur für mein Land werde ich nie Bedenken
tragen, zu fordern, und zwar in dem geziemenden, achtungsvollen Ton. Man
sei aber auf der Hut! Dieses heute kaum erwachende, dieses aufkochende Land,
bei dem das Uebergreifen der Wünsche so nahe am Erwachen liegt, dieses
Land, das heute gestattet, daß man für es im chrerbietigsten Ton verlangt,
wird vielleicht eines Tags gebieterisch fordern.“"
an. Der Kaiser ergreift die Gelegenheit der Uebergabe des Baretts
an den neu ernannten Cardinal Bonnechose zu einer politischen Ansprache
an denselben gegen das Auftreten der neuen Opposition im
gesetzgebenden Körper:
„. .. Sie haben in der Nähe beobachtet, wohin das Aufgeben jedes
Princips, jeder Regel, jedes Glaubens führt. Darum müssen Sie auch
gerade so wie ich darüber erstaunt sein, nach so kurzer Zwischenzeit die Leute,
die kaum erst dem Schiffbruche entronnen sind, wiederum die
Winde und die Stürme zur Hilfe aufbieten zu sehen. Gott
beschützt Frankreich zu sichtlich, um zu gestatten, daß der Geist des Uebels es
abermals in Aufregung stürze. Der Kreis unserer Verfassung ist weit gezogen;
jeder ehrliche Mann kann sich ungezwungen innerhalb desselben bewegen, da
ein Jeder das Vermögen besitzt, seine Gedanken auszudrücken, die Regierungshandlungen
zu beaufsichtigen und an den öffentlichen Geschäften seinen
gerechten Antheil zu nehmen “
Adreßdebatte des gesetzgeb. Körpers: Amendementsvorschlag der
Opposition gegen die officiellen Candidaturen. Rede des Hrn. Thiers.
Das Amendement wird mit 198 gegen 44 Stimmen verworfen.
18. „ Adreßdebatte des gesetzgeb. Körpers. Das Amendement einer