thumbs : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

mußte  :3  Hofrital  gebracht  werden.  Jahlreiche
Dampier  wurden  aus  der  Nähe  des  Brandherdes.
  forkgeschleppt.  Bis  nach  Mitternacht  war
es  der  Feuerwehr  nicht  gelungen,  an  den  Herd
des  Brandes  heranzukommen.

Parir,  I1.  April.  Das  „Journal“  meldet
aus  Lisjabon:  Dus  andauernd  schlechte  Weiter
der  letzten  seche  Monate  hat  der  Landwirtschaft
grofen  Schaden  verursach!.  Man  glaubt,  das
Jahr  1915  werde  ein  Hungerisahr  sein.  Die
CGegend  von  Santoren  bildet  einen  ungeheuren
See;  im  Toajotale  stehen  viele  Meilen  bewir:
Eiiteten  Landes  und  Weinpflanzen  unter  Waser.


Das  Volksschulwesen  in  Bayern.
München.  12.  April.

Nach  den  von  den  Kreisregierunden  dem
K.  Slaaisministerium  de:  Iunern  für  Kirchenund
  Schulangelegenheilen  vorgelegten  Zusammenstellung
  en  über  den  Stand  des  Volksschulwesens
  in  Banern  wurden  die  öffentlichen  Volls—
schulen  am  Schlurse  des  Sckulialer#  1913  14
von  1  389  5/01  Sd  lein  besucht.  Davon  gehörten
  1  1½1  86|  der  NRSohanpeschul:  und  297  680
der  Mollsfortl  idunessscule  (Sonnlageschule)
an.  Von  den  Schniern  der  Vollshauptschule  wa
fren  765  391  tatholisch,  3,038  prolestantisch.
3770  irraelilisch  und  2677  andersglaubig:  von
den  ch  üter  der  Volls  fortbildun-  Sschre  gehörten
  207  8342  em  la:  Bolichen.  i.  180  dem  protestamischen.
  111  dein  züsoen  n  und  216  an
deren  Vekenninissen  an.

Die  gesame  Vollesczulsiugend  wurde  von
22  1%  2  Lehrersonen  unterrichtet.  Darunter  waren
  (.532  weiblich:  Lehrkräfie.  das  ist  29  vom
Hunder:.  Di  flärlste  Verwendung  von  weiblichen
  Lehrperionen  zeigte  Obertanern  mit  42
vom  Hundert  darunier  München  mir  50,5
vom  Dundert  die  slnwächue  Mittelfranken
mit  !13  vom  Onnderi.

Di:  Durchshninsschnierzahl  einer  Schulahtei
lung  beirug  57.  Die  höchsten  Durchsämittssd,i:erzalĩen
  wiesen  Oberbanern  und  Oberpfalz
mit  je  061  somie  Niederva#ern  mit  62,  die
niedrigste  Miltelfranlen  mit  53  auf.  Anter  einer
Lehrrerson  Waren  noch  mel,r  als  100  Kinder
in  93  geleillten,  mehr  als  80  Kinder  in  362
ungeteilten  Sctulen  vereinigt,  sodaß  die  Forderungen
  des  Art.  5  Abs.  1  des  Schulbedarfsgesetzes
  vom  23.  Juli  1982  in  455.  Schulen
nock  nicht  erfülll.  sind.

Für  das  achte  Schulja?  z!  waren  in  Müunchen.
Reich  ent  all.  Feldlirden.  Kolbermoor,  Landshut,
  Ludwigchafen.  Franlentbal.  Kaiserslautlern,
  Landau,  Neufladt  a.  H.,  Zweibrücken,  Regensburg,
  Kulmbach,  Mädlarenth,  Erlangen,
Fürth,  Nürnbera,  Würzburg,  Augsburg  und
Kempten  295  Schulabteilungen,  für  Hilfsschulen
in  München.  Penzberg,  Erankenthal.  Kaiserslautern,
  Ludwigshafen,  Neustadt  a.  H.,  Pirmasens,
  Regensburg,  Vamberg.  Bayreuth,  Hof,
Erlangen,  Färth,  Närnberg.  Würzburg,  Augsburg
  und  Kempten  101  Schunlabteilungen  errichlct.


In  Rücksicht  auf  besondere  Familienverhallnisse
  wurden  vorzeitig  entlassen  aus  der  Volls
hauptschule  707,  aus  der  Vollefonbildungschule
  105  Schüler.  Wegen  ungenugender  Kemtnisse
  wurde  die  rechtzeitige  Entlassung  aus  der
Voltshauptschule  117,  aus  der  Volksfortbildungsschule
  252  Schülern  versagt.

Von  den  Schülern  wurden  37  1.35  als  kurzsichtig
  hezeichnet.  Schulärste  waren  253  aufgegestelll.
  Hierron  wacen  110  in  je  einem  Schulort
  oder  in  eiem  Teil  eines  Schuiortes  tlätig,
während  sich  die  #ramieit  von  143  Aerzren
  auf  jeweils  meierere  Schulorle  erstreckte.

Im  Schuljahre  191.33  1013  würden  146  Schulhausneubauten
  vollendet  und  3  Schulhausumbauten
  ausgeführt.

Macheuer  HNewefeitrn

ünchen.  12.  April.  Unser  erfolgreichser
Oroaanisator  für  Auf  guben  der  bäuerlichen  Wirtschaft
  ist  unbenritten  Dr.  Georg  Heim.  Wenn
er  auch,  in  diesen  ernsten  Zeiten  nicht  an  die
Sielle  berufen  wurde,  an  der  ihn  gerne  viele
gesehen  hätten,  so  hat  er  doch  an  seinem  Teil
viel  dazu  beigetragen,  daß  die  Regierung  mit
ihren  Mast  nal'men  Erfolg  hatie.  Die  Bedeutung
  Dr.  Heims  ist  jegr  vom  Auslande  rück-Ualtlos
  anerlannt  worden.  Die  luremburgische
Regierung  hat  ihn  für  die  Ausarbeitung  von
*  estimmungen  über  die  Beschlagnahme  und  das

Verieilen  inländischer  Getreidevorräte  verpflichtet.
  Er  in  als  Mitarbeiter  und  Natgeber  der
Regierung  im  Regierungsgebäude  in  Luxemburg
  tälig.  (3.)

AMAlünchen.  12.  April.  Oberarzt  Dr.  Carl
Lehmann,  oberbayerischer  Landrat,  Gemeindebevollmäckligier
  (Soz.]),  ist  am  7.  Februar  in
Valenciennes  einer  Infektion,  die  er  sich  im
Dienste  seiner  Verwundeten  geholl  hatte,  im
500.  Lebensjahre  erlegen.  Dr.  Lehmann  war
eine  gerade,  kernige  Natur,  von  vorzüglicher  Gesundheit,
  ein  tüchtiger  Bergsteiger  und  Ausschußmitglied
  der  Seklion  Oberland.  Seit  1900
ehörte  er  dem  Gemeindelollegium  an.  Vor
Finem  Eintrict  in  die  Armee  als  Arzt  war  er
VBorsßende  des  Schul=  und  Sanitätlsausschusses

des  Gemeindekollegiums.  Dr.  C.  Lehmann  war
ein  gesuchter  Chirurg.  Seine  Gattin  ist  die  bekannte
  Münchener  Aerztin  Dr.  Adams-Lehmann.

 

 

 

Srenzlande.

Kufstein,  12.  April.  Der  am  vergangenen
Mittwoch  staltgehabte  Markt  hatte  einen  Auftrieb
  ganzer  25  Stück  Großvieh  und  27  Stück
Kleinvieh.  Durch  die  enorme  Steigerung  der
Viehpreise  schrect  heute  auch  schon  der  Bauer
nurück  und  schiebt  seine  Einkaufsbedürfnisse  so
lange,  bis  es  eben  sein  muß.  Das  ausgelriebene
Grosvich  wurde  wieder  heimgetrieben,  das
Kleinvicht,  meist  Schweine,  wurde  aufgekaust.
und  zwar  zu  sehr  guten  Preisen.  Wenn  es  so
weitergeh!,  dürste  der  Auftrieb  wohl  bald  ganz
aufhören.

 

K#.4%

“484

sfhes  Sercius.

Vad  Aibling,  12.  April.  Die  eleklrische
Bahn  Aibling  Feilnbach  hat  durch  den  Weltliieg
  eine  bedeulende  Minderung  des  Personenund
  Güterverlehrs  zu  verzeichnen.  Die  Einnahmen
  betrugen  im  Jahre  1914  64757  Ml.,
die  Minderung  beträgl  gegen  das  Vorjahr  mit
#Nu  Ml.  18.8  Prozent.

Grafing,  12.  Aprll.  JIm  Markie  Grafing
sckeuten  heule  die  Pserde  der  Firnia  Gebr.  Wild
&  Schlederer.  Sie  gingen  durch  und  rannten  in
die  Kramerstände  auf  dem  Malkt,  dort  mancker
sci  Unheil  anrichtend.  Die  Waten  wurden  viel
sach  slarl  beschädigt,  und  eine  Marklirau  wurde
niedergeworfen  und  erlitt  schwere  Verletzungen.
Der  Zustand  der  Frau  ist  derart,  daß  für  ihr
Leben  gesurchtet  wird.

Au  a.  J.,  12.  April.  Unser  ehemaliger  Pfarr
nerr,  H.  H.  Michael  Nesezger,  Hausgeistlicher
im  Instiilut  der  Englischen  Fräulein  in  Trost
berg)  ist  dort  im  hohen  Alter  von  8.3  Jahren
Freilorben.  Pfarrer  in  An  war  er  vom  Jahre
1897  bio  zum  Jahre  19075.  Die  Leiche  wird
nach  An  überführt.

mühldorf,.  12.  April.  Der  beim  Brandl
meierbauern  in  Polling  bei  Mühldorf  bedien.
stete  14  jährige  Michael  Reichtalbammer  von
Wald,  (wemeinde  Gründach,  wurde  von  der
Transmission  der  Funierss,  neidmaschine  erfahzl
und  ihm  dabei  der  linke  Unterarm  weggerissen.

m  Kranlenhause  mußte  ihm  auch  der  obere
Teil  des  Armes  abgenommen  werden.

Ensorf,  12.  April.  Der  Bauerssohn  Joseph
Liegl  von  Seeleiten  hal  am  10.  Dezember  vo
wigen  Jahres  den  Bauern  Joseph  Roß  von
Nacherling,  der  im  Ninsee  an  einer  ziemlich  tiefen
TZielle  eingebrochen  war,  vom  Tode  des  Ertrinzens
  gereltel.  Für  diese  mutvolle  Handlung
wurde  nun  dem  Liegl  von  der  Kgl.  Regierung
von  Oberbayern,  Kammer  des  Innern,  die  öfsentliche
  Anerlennung  ausgesprochen.

Prien,  12.  April.  Ein  rassinierter  Dinggeldschwindler,
  der  auch  wegen  Diebstählen  und  Bekrügereien
  schon  lange  gesucht  wurde,  ist  jetzt
Lier  verhaftet  worden.  Es  ist  der  Dienstknecht
Josef  Schuhböck  aus  Chieming,  welcher  am  letzlen
  Samslag  festgenommen  und  in  das  Gefängnis
  eingeliesert  werden  konnte.

Kommnnales.

Sitzung  des  Kolleglums  der  Gemeinde-Bevollmächtigten
  in  Rosenheim.
Mittwoch,  den  14.  April  1915,
vormitlags  129  Uhr.

I.  Nachtrag  zur  Viktualienmarkt-Ordnung;

).  Beleuchtung  der  Innbrücke;

l.  Prüfung  nachstehender  Nechnungen  pro  1913:
ul  des  Stadzerweiterungssonds;
)  der  Dr.  Ceigerschen  Stipendienstiftung;
J)  des  Stipendiensonds  für  das  Gymnasium.

 

 

26  *

Wanschricen.
Rosenheim,  den  13.  April.

Auf  dem  Felde  der  Ehre'gefallen:
Woligang  Darer,  Gütler  von  Altenmartt.
Landwehrmann  im  2.  Inf.  Ngt.:  Jos.  Holzmann,
  Oelonomenssohn  in  Engolding.  Pfarrei
Ranoldsber,  Landwehrmann  im  2.  Landwehr-Iuf.-Rat.:
  Ser.  Cicher,  Taglöhner  und  Schneiterzjohn
  von  Rerienbach,  l.  im  Landwehr-Tuj.
  Rat.  Nr.  2;  Ludwig  ꝰ  Raith,  Sohn  des
Wann  eister:  Roith  in  Schliersee,  Ers.-Res.
im  J.  Res.-Inf.-Rgt.,  Inhaber  des  Eisernen
Kreuzes
Gendarme  riedienst.  Gendarnrie-Sergeant
  Georg  Schmid,  Führer  des  Gendarmerie-Einzelpostens
  Breitbrunn,  wird  ab  1.  Mai  auf
seinem  Einzelposten  zum  Wachtmeister  befördert.
Kriegeleistungen  der  Gemeindebeamten.
  Fast  in  allen  Gemeindeg  lassen
sich  die  Beamten  regelmäßige  Abzüge  an  ihrem
Monatsgehalt  machen.  Auf  diese  Weise  sind  bis
jezt  rund  237000  Mr.  zusammengehommen;
bierzu  treten  noch  12000  Ml.  aus  chner  besonderen
  Sammlung  des  Zentralverbatdes  und
5nO  Mk.  Liebesgaben  für  Verbandsmitglieder,
von  denen  3500  im  Felde  stehen.  Gefaklen  sind
bis  jegt  182,  das  Eiserne  Kreuz  erhielten  221,
11  wurden  zu  Offizieren  ecnannt,  als  vekwundei
sind  rund  400  gemeldet.
Bezirksfeuerwehrtag.  Die  Beöirksversammlung
  der  sreiwilligen  Feuerwehren
des  Bezirks  —  —  Rosenheini  ·  Land
findet  am  Sonntag,  de  Mai  in  Buannenburg
  in  der  Sch  4  ena.  t  stat.  Die  Versammlung
  nimmt  um  10  t  ihren  Anfanaga.

 

Aus  Judusteie  und  Gewerbe.

Thonwerk  Kolbermoor,  Sleinbeis
Gewosieen  A.-G.  Nach  38  805  Mk.  (im
Vorjahre  41720  h  %  sich
einschließlich  30  755  65  6  8  Mt.)  Vortrag
ein  Reingewinn  von  72  406  129  455  Mk.),
über  dessen  Berwendung  buer  94.  wird
(i.  V.  7  Prozent  Dividende).  In  der  Bilanz
stehen  den  391  224  Mk.  (365  65  Mi.)  RKreditoren
  319  395  Mk.  (2840900  Mk.)  Debitoren
  und  225  720  Mk.  (303  306  Mk.)  transilorische
  Beträge  gegenüber.  Warenvorräte  sind
mit  232  476  He#  (266  975  Mk.)  bewertet.
Wetterbericht  für  Minwcn  den  14.  April:

Der  Welikrie  g.
die  Kriegsiage.
Neue  schwere  Verluste  der  Franzosen.

WITE.  Großes  Hauptquartier,  den

13.  April,  vormittags.  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschauplatz.

Die  Franzosen  behaupten,  150  Bomben  auf
vren  Seebahn'  of  und  eine  Gießerei  in  Brügge
abgeworfen  zu  haben.  In  Weirklichkeit  fielen
neun  Bomben  in  die  Umgebung  von  Östende
und  zwei  bei  Brügge  nieder,  ohne  Schaden  anzurichten.
  Wir  bewarsen  dafür  heule  nachmittag
  die  von  den  Engländern  besetzien  Orte  Poneringhe,
  Hazebrouck  und  Cassel.

Bei  Beery  an  Bac  drangen  die  Franzosen
nachis  in  einen  unserer  Gräben  ein,  wurden  aber
sofort  wieder  zurückgeworfen.

Ein  französischer  Fliegerangriss  in  der  Gegend
  östlich  von  Reims  mißglückie.  Nordöst
lich  von  Slippe  wurden  gegen  uns  wieder  Ge
sc,  osse  mil  betänbender  Gaswirlung  verwendel.

Zwischen  Maas  und  Mosel  setzten  die  Franzosen
  ihre  Angriffstätigkeit  an  einzelnen  Siellen
  mit  Heftigteit,  aber  erfolglos  fort.

Drei  Angriffe  bei  Maizery  östlich  von  Verdun
brachen  unter  schwersten  Verlusten  in  unserem
Feuer  zusammen.  Die  nachmitlags  und  abends
bei  Marcheville  südwestlich  von  Maizery  uniernommenen
  Angriffe,  bei  denen  der  Feind
starte  Kolonnen  zeigie,  nahmen  denselben  Ausgang.


Ein  heute  bei  Tagesanbruch  gegen  die  Front
Maizery-Marcheville  geführter  Angriff  wurde
unter  sehr  erheblichen  Verluften  für  den  Feind
zurückgeschlagen.

Im  Priesterwalde  fanden  Tag  und  Nacht
erbillerte  Nahkämpfe  statt,  bei  denen  wir  lang.
sam  Voden  gewannen.

Südlich  des  Hartmannsweilerkopfe  s  wurde
geslern  Abend  ein  feindlicher  Angriff  abgeschlagen


 

Oestlicher  Kriegsschauplatz.
Osten  ist  die  Lage  unverändert.
Oberste  Heeresleitung.

Im

Die  Vergellung  gegen  England.

Berlin,  13.  April.  Die  Nachricht,  daß
59  gesangene  englische  Offiziere  in  Mililärarrestanstalten
  gebrach!  worden  sind,  weil  der
in  englische  Gewalt  geratenen  Besatzung  eines
deutschen  Unterseebootes  die  ehrenhafte  Kricgogefangenschaft
  versagt  wurde,  wird  von  der
Presse  beifällig  besprochen.  Die  prompie  Antwort
  auf  das  brutale  Vorgehen  Englands  findet
bei  allen  Zustimmung.  Die  deutsche  Maßregel
werde  hoffentlich  bald  das  beabsichtigte  Er.
gebnis  haben.  Das  Ehrgefühl  einer  jungen.
stolzen  und  starken  Marine  ha  hinter  diesem
vortrefflichen  Beschluß  der  Reichsrenierung  gestanden.
  Die  deulsche  Maßzregel  muß  mit  genügendem
  Nachdruck  angewendet  werden.  Sollte
ein  englischer  Offizier  nicht  als  Pfand  genügen,
so  muß  man  je  nachdem  zwei,  drei  oder  mehr
nehmen.  Die  betreffenden  englischen  Offizier:
mögen  sich  bei  ihrer  Regierung  beschweren,  wenn
ihnen  eine  sonst  in  Deutschland  nicht  gebräuchliche
  Behandlung  zuteil  wird.

WIB.  Berlin,  13.  April.  Die  „Nordd.
Allg.  Ztg.“  veröffentlicht  den  Notenwechsel  zwischen
  Deutschland  und  den  Vereinigten  Staaten
über  die  Behandlung  der  in  England  gefangen
gehaltenen  Besatzungen  deutscher  Unterseeboote.
In  der  an  den  amerikanischen  Bolschafter  in
Berlin  am  11.  April  gerichteten  deutschen  Note
heißt  es:  Die  deutsche  Regierung  nehme  mit
Befremden  und  Entrüstung  davon  Kenntnis,
daß  die  britische  Regierung  die  kriegsgefangenen
Ofsiziere  und  Mannschaften  der  deutschen  Unterseeboote
  nicht  als  ehrenhafte  Gegner  ansieht
und  sie  demgemäß  nicht  wie  andere  Krieqsgefangene,
  sondern  wie  Arrestanten  behandelt.
Diese  Oligere  und  Mannschaften  handelten  als
tapfere  Männer  in  Erfüllung  ihrer  militärischen
Pflichten  und  vohaden  daher  vollen  Anspruch  darauf,
  in  derselben  Weise  wie  andere  Kriegsgelenee
  gemeb  den  völkerre  ichen  Abmachuniene

  behandelt  zu  werden.  Die  deutf

 

che  Regierung

  legt  daher  gegen  das  völkerrechtswidrige
Vorgehen  Englands  auf  das  schärfste  Verwah.
rung  ein.  Sie  sieht  sich  gleichzeitig  zu  ihrem
Bedauern  gezwungen,  nunmehr  unverzüglich  die
von  ihr  angelündigten  Vergellungsmaßnahmen
auszuführen  und  eine  enssprechende  Anzchl
Wieehesangener  englischer  Armecoffiziere  der
gleich  harten  Behandlung  zu  unterwersen.  Wenn
übrigens  die  britische  Regierung  am  Schlusse
ihrer  Ausführungen  bemerien  zu  sollen  glaubt,
daß  die  deutsche  Marine  im  Gegensatz  zur  brili.
schen  die  Retlung  von  Schiffbrüchigen  unter,
lassen  habe,  so  kann  die  darin  liegende  Unter,
stellung,  als  ob  eine  solche  Retlung  den  deut.
schen  riegsschiffen  möglich  gewesen  wäre,  aber
von  ihnen  geflissentlich  unterlassen  worden  sei,
nur  mit  Abscheu  zurückgewiesen  werden.  Der
Unterzeichnele  bitlet  den  Herrn  Botschafter,  der
britischen  Regierung  entsprechende  Mitteilung  zu.
gehen  zu  lass,  en  und  auch  Sorge  dafür  zu  tragen,
daß  sich  ein  Mitglied  der  amerikanischen  Boischaft
  in  London  alsbald  persönlich  von  der
Vehandlung  der  deutschen  Unterseebootsgesangenen
  überzeugt  und  über  die  Einzelheilen  ihrer
Unterbringung,  die  Verpflegung  und  Beschäf
tigung  Bericht  erstattet.  Das  weitere  „Verfah=##en
  gegenüber  den  arrestierten  brilischen  Osfi.
zieren,  die  vorläufig  in  Osfiziershaft  genommen
  werden,  würde  alsdann  der  Behandlung
der  deutschen  Gefangenen  angepaßt  werden.
Die  Kämpfe  um  Verdun.

Haag,  12.  April.  „Daily  News“  schreibt
über  die  Kämpfe  um  Verdun:  Alle  We#ge  hinter
  der  Front  an  der  Linie  Promczey  (bei  Ver,
oun),  St.  Mihiel  und  Ponk#-  Mousson  sind
init  Kriegsmalerialtransporten  und  Truppen  bedeckt.
  Von  der  hinter  ihr  liegenden  französi.
schen  Front  kommen  über  Reims  und  andere
sranzösische  Orte  fortgesegt  Mannschaften  an,
die  auf  die  Front  südlich  von  Verdun  geworsen
  werden.  Ungeheure  Sch  ießbedarssmassen  und
Geschützrarls  werden  an  die  Frontlinie  an  der
Maas  südlich  v  von  Derdun  gebracht.  Dort  sind
die  Forls  Tavannes,  Maulainvilles,  Zozellier,
Genicourt  und  Troyon  in  Artilleriedepot-s  umgewandelt
  worden.  Bei  Verdun  werden  auch
angeblich  englische  Truppen  zur  Verteidigung
bereit  gehallen.  (JZ.)

Amsterdam.  12.  April.
sche  Courant"  schreibdt  über  die  Kämopfe  bei  Verdun:
  An  den  amtlichen  deutschen  eldungen
fällt  uns  besonders  auf,  daß  die  Befligen  fran.
kösischen  Angrisfe  immer  mehr  an  Kraft  verlieren
  und  selbst  in  Fällen,  wo  sie  schon  vorbereitet
  waren,  nicht  mehr  zur  Ausführung  kamen.
  Umsomehr  darf  man  daher  trotz  der  amllichen
  sranzösischen  Meldungen  auf  eine  Abschwächung
  der  französischen  Offensiobewegung
schließen.  Ohwohl  an  ceinigen  lleineren  Stellen
Erfolge,  wenn  auch  leine  wesentlichen,  erzielt
wurden,  so  sei  es  ven  F.  anzosen  doch  nicht  môöglich
  gewesen,  sie  zu  einem  ganzen,  entscheidenden
Vorstoß  zusammenzufassen.  (3.)

Wieder  zwei  seindliche  Han#e
orpediertl.

Paris,  13.  April.  Die  *.r  Havas  mel,
del:  Der  sranzösische  Dampfer  „Frederic  Franc“
ist  gestern  abend  auf  der  Höhe  von  Porlsmouth
lorbediert  worden.  Die  Besatzung  ist  gerettcet.
Der  englische  Dampfer  „President“  aus  Glasgow
  ist  auf  der  Höhe  von  Eddystone  von  einem
  deutschen  Unterseeboot  versenkt  worden.  Die
Besatzung  wurde  gerettet.  (3.)

Ein  deutscher  Koblendampfer
n  Seenot.
Hamburg,  13.  April.  der  ##burgn
Kohlendampfer  „Magdalcna  Blumenthal“,  mit
2200  Tonnen  Steinkohlen  von  Steltin  nach
Selösund  unterwegs,  ist  gestern  abend  südlich
von  Oeland  gestrandet.  Die  Lage  ist  kitisch.
Bergungsdampser  sind  an  die  Unfallstelle  abgegangen.
  (Z.)

Eine  Mahnung  an  den  Dreiverband.

Mailand,  12.  April.  Der  Militärkrililer
der  nationalistischen  „Idea  nationale“  gibt  dem
Oderst  Repington  zu  bedenken,  daß  die  behauplele
  allgemeine  Schwächung  der  Angriffskraft
der  Deutschen  und  Oesterreicher  auch  für  ihre
(begner  gilt.  So  wird  das  Stärkeverhältnis
aleich  bleiben.  Es  dürfte  aber  eine  Aenderung
zu  Gunsten  der  —  erfahren,  wenn
Deutschland  seine  Landsturmtruppen  und  älteren

ahrgänge  aufruft.  Es  hat  sich  gezeigt,  daß  die
deut  sche  Westfront  auch  einem  überlegenen  Gegner
  stand  hält,  erschüttert  zu  werden.  Hinter
ihr  befindet  sich  eine  zweite  äußerst  stark  besestigte
  Linie,  vom  flämischen  Ueberschwemmungsgebiet
  über  Lille,  Maubeuge,  die  Maashöhen,
  Montmedy,  Longoy,  Diedenhofen  nach
Neubreisach  zu,  nach  ihr  noch  eine  dritte,  von
Antwerpen  über  Namur  zum  Rhein.  Die  Deutschen
  haben  also  bier  absolut  nichts  zu  fürchten,
  nicht  viel  mehr  im  Osten,  weil  die  russische
Uebermacht  auch  nach  ermoglichter  Truppen-Wl
  zae  durch  die  Unmögtichkeit  der  Ersetzung

iziersbestandes  unwirlsam  gemacht  wurde.

 

Der  „Rotterdam.

#  Kritiker  schließt  seinen  Artikel,  daß  ein

entscheidendes  Eingreisen  Neutraler  erst  ein
Uebergewer  herbeiführen  könne,  was  die  #
bündeten  bedenken  mögen.  Italien:  =  *—i
derauft,  „mutig  dem  Sieger  zu  Hille  z—  eilen“,
§  Ende  des  Krieges  herbeizufügren,  der

—  endles  dauern  und  eine  allgemeine  Erchöpfung

  herbeiführen  wurde.  (3.)  —