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Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

Full text: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Periodical

Persistent identifier:
rgbl
Title:
Reichs-Gesetzblatt.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1871
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Periodical volume

Persistent identifier:
rgbl_1913
Title:
Reichs-Gesetzblatt. 1913.
Volume count:
47
Publisher:
Reichsdruckerei
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1913
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr. 22.
Volume count:
22
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

law

Title:
(Nr. 4199.) Bekanntmachung, betreffend Ausführung des § 385 des Versicherungsgesetzes für Angestellte.
Volume count:
4199
Document type:
Periodical
Structure type:
law

Appendix

Title:
Bescheinigung für Angestellte über die Dauer der Mitgliedschaft.
Document type:
Periodical
Structure type:
Appendix

Contents

Table of contents

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Full text

Quelle: Westlicher Kriegsschauplatz 
von einem Kranz größerer Ortschaften umgeben, der 
Mittelpunkt bedeutender Tuchfabrikation. Wollfärbe- 
reien und Gerbereien ist. Weiter talabwärts hat 
Chenée mit 9700 Einw. große Kupferhütten und 
Glasfabriken. 
Zwischen der Vesdre bzw. Ourthe und dem Maas- 
tale oberhalb Namur dehnt sich das Condroz und 
die Famenne aus. Herrschen im Condroz Wald und 
der Roggenbau vor, so bildet die Famenne ein mit 
sumpfigen Wiesen bedecktes Gebiet. Größere Sied- 
lungen fehlen hier völlig und die Volksdichte ist dem- 
gemäß gering. 
Famenne und Condroz setzen sich jenseits der Maas 
nach Westen hin in dem sogenannten Maas-Sambre- 
Zwischenland fort. Infolge des Auftretens nutzbarer 
Bodenschätze, an die sich in den südlicheren Teilen eine 
lebhafte Kleineisenindustrie knüpft, während im Nor- 
den die westbelgische Kohlenzone und damiit Teile des 
westbelgischen Industriegebietes auf das Südufer der 
Sambre übergreifen, ist das Maas-Sambre-Zwischen- 
land stärker besiedelt als das Condroz und verdichtet 
sich das Netz der Verkehrswege mehr als im Osten. 
Für den Verkehr im Subardennengebiet sind die 
tiefen Täler der Maas und der Ourthe von großer 
Bedeutung. Dem Maastal folgt von Namur über 
Dinant eine wichtige Eisenbahnlinie nach Charleville- 
Mczieres bzw. nach Luxemburg. Das Tal der Ourthe 
bzw. Ambleve benutzen zwei von Lüttich aus die Ar. 
dennen überquerende Schienenmege nach Luxemburg. 
Von der größten Bedeutung ist der Maas-Sambre. 
Talzug, der Südbelgien von Mittelbelgien trennt. 
Diesem Tale folgt eine der wichtigsten aus Norddeutsch- 
land nach Frankreich führenden Verkehrslinien, die 
Bahn Berlin-— Köln - Paris. Zugleich ist auf dieser 
ganzen Strecke die Sambre und Maas schiffbar und 
gewinnt damit für das ost= und westbelgische Indu- 
striegebiet eine erhöhte Bedeutung. Aus diesen Grün- 
den bedarf aber diese Verkehrslinie eines besonderen 
Schutzes. Für einen von Deutschland her erfolgen- 
den Angriff ist das Maastal dort, wo es bei Lüttich 
nach Nordosten hin umbiegt, durch den Ausbau Lüt- 
tichs zu einer der stärksten Festungen Europas ge- 
schützt. Ein Gürtel von zwölf Panzerforts legt 85 
auf den die Stadt umgebenden Höhen um dieselbe 
herum. In der Mitte des Talzuges, wo Maas und 
Sambre sich vereinigen, ist Namur unter dem Schutz 
der umgebenden Höhen ebenfalls zu einer sehr starken 
Festung ausgebaut; den Eingong durchs Sambretal 
nach Frankreich bewacht das stark befestigte Maubeuge, 
während den Zugang zum oberen Maastal Givet 
schützt, das in einem hier weit maasabwärts liegen- 
den Zipfel französischen Gebiets liegt. 
Den Kern des Königreichs Belgien bildet in wirt- 
schaftlicher Beziehung Mittelbelgien, ein Hügel- 
land, das sich in seinen westlichen Lüüen# nordwärts 
bis zur Schelde, in seiner Osthälfte nordwärts bis 
zum Demer= bzw. Dyletale ausbreitet. Im Süden 
bis zu 200 m Höhe ansteigend, senkt sich Mittel- 
belgien nach Norden hin auf etwa 75 m Höhe und 
setzt hier an einem deutlich ausgeprägten Stufenrand 
#en Niederbelgien hin ab. Während an seinem 
usbau vorwiegend lockere Ablagerungen der Kreide- 
und KLertiärzeit beteiligt sind, eßt sich in der Tiefe in 
wechselnder Breite aus der Gegend von Lüttich bis 
hinllber nach Französisch-Flandern die belgisch-fran- 
öüche Kohlenzone, die nur in der Gegend zwischen 
amur und Huy eine kurze Unterbrechung erleidet. 
In der Gegend von Lüttich im Osten und Mons- 
151 
Charleroi im Westen reiht sich Kohlenschacht an 
Kohlenschacht; aus Tiefen bis zu 1000 m werden die 
Kohlen gefördert in einer Menge von (1912) 22,9 Mill. t. 
Auf diese gewaltigen Kohlenproduktion baut sich die 
hochentwickelte belgische Industrie auf. Die Koks- 
und Brikettfabriken lieferten 1912 für 30 Mill.Fr. 
Koks und Briketts. An den Stätten der Kohlen- 
gewinnung hat die Stahl- und Eisenindustrie festen 
Fuß gefaßt, in der 13 Proz. der belgischen Arbeiter- 
schaft beschäftigt sind. Für 160 Mill. Fr. Roheisen 
erzeugten die Cnlenhülten der Provinzen Lüttich und 
Hennegau und nicht viel geringer ist die Herstellung 
von Stahl. Die auf der Eisenverhüttung gegrün- 
dete Maschinenindustrie hat ihre Hauptsitze in Lüttich 
und dem diese Stadt umgebenden Kranz von Vor- 
orten, unter denen Seraing mit seinen gewaltigen 
Geschützfabriken der bekannteste ist. Neben Lüttich ist 
das Industriegebiet von Charleroi für die Erzeugung 
von Maschinen aller Art zu nennen. Im Gebiet von 
Charleroi-Jumet sowie im Becken von Lilitich hat die 
Glasindustrie ihren Herztsiz. die im Jahre 1912 eine 
Produktion von rund 100 Mill. Fr. Ertrag lieferte. 
Begünstigen im südlichen Mittelbelgien die Kohlen- 
lager die hochentwickelte belgische Industrie, so ist der 
Überaus fruchtbare Boden Mittelbelgiens die Grund- 
lage einer intensiv betriebenen Landwirtschaft. Un- 
atsehbare Zuckerrlben- und Weizenfelder dehnen sich 
Über die gesegneten Fluren des Hesbengaues und 
Brabants aus, welch letztere auch als eines der Haupt- 
pferdezuchtgebiete Belgiens besondere Erwähnungver- 
dient. Für den Absatz der landwirtschaftlichen und 
industriellen Erzeugnisse Mittelbelgiens ist dessen 
Oberflächengestaltung von maßgebendem Einfluß. 
Nirgends stößt hier der Bau von Schienenwegen auf 
nennenswerte Schwierigkeiten, und die Anlage von 
Kanälen vor allem nach dem Iufustricgebter von 
Mons-Charleroi war für die Ausfuhr von Kohlen 
und Industrieerzeugnissen dieser Gegend von hoher 
Bedeutung. So geßrt WMittelbelgien zu den Teilen 
des Königreiches, die das dichteste Netz von Verkehrs- 
wegen aufweisen. Nur wenige Stellen auf der Erde 
aber dürfte es geben, wo sich die Bevöllerung. in glei- 
cher Weise zusammendrängt wie hier; im Lütticher 
Industriegebiet kommen an 600 Menschen auf 1 ckm 
und in der Gegend von Mons-Charleroi seigt diese 
Zahl auf fast 800 an; auch in Brabant ist mit 464 
auf 1 akm die Volksdichte noch sehr bedeutend. 
Im Ventrum Mittelbelgiens ist Brüssel, das mit 
seinen Vororten 645000 Einwohner zählt, die Haupt- 
stadt Belgiens geworden. Das östliche Mittelbelgien 
zählt nur wenige Städte von Bedeutung; Hasselt 
(17100 Einw.), Diest (8230 Einw.), Tongeren, 
St. Truijen (St. Trond) und Thienen (Tirlemont) 
sind stille Landstädtchen; nur Löwen, am Austritt der 
Dyle aus dem mittelbelgischen Hügellandelmit 42000 
Einw.), hat Bedeutung. Im südlichen Teile des west- 
lichen Mittelbelgiens liegen eine große Zahl namhaf- 
ter Industrieorte, wie Charleroi, Jumet, Gosselies, 
Fontaine 1'Eveéque, Binche, La Louviere und Bergen 
#on Weiter im Norden sind Tournai, Ath, Hall, 
essines, Ronsse (Renaix), Audenarde, Geertsbergen 
und Aalst (Alost) zu nennen. 
Nördlich der bis zur Quelle schiffbaren Schelde und 
der Dyle bzw. Demer dehnt sich bis zum Meer bzw. 
der tis Grenze „Niederbelgiene aus, das 
durch den Unterlauf der Schelde in zwei große natür- 
liche Landschaften gegliedert wird. Ostlich der Unter- 
schelde dehnen sich die weiten Flächen des Kempen-
	        

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