84 Die Reichsbank im Weltkriege
Gelder für Anleihezwecke ohne Kündigung frei. Die Reichsbank lieferte bei den
letzten Anleihen den Sparkassen und Kreditgenossenschaften Anteilscheine zur
Weitergabe an die kleine Sparkundschaft, um dem vielfach geäußerten Wunsche
nach Abschnitten unter 100 Mark entgegenzukommen. Durch Gewährung von
Vorschüssen wurden die Zeichnungen der Beamten erleichtert. Auch eine große
Zahl privater Unternehmer forderte ihre Angestellten und Arbeiter zur Zeichnung
auf und erleichterte die Zeichnungen durch Vorschußzahlungen. Post und
Eisenbahn erklärten sich bereit, die Zinsscheine der Kriegsanleihen und Schatzanweisungen
kostenlos einzulösen. Die Portofreiheit in Schuldbuchangelegenheiten
wurde erweitert. Die Reichsdarlehnskassen stellten zur Beseitigung der
Schwierigkeiten, die durch den Abzug größerer Guthaben infolge der Anleihezeichnungen
bei den Geldinstituten sich hätten ergeben können, ihre Dienste zu
Vorzugssätzen zur Verfügung, indem sie für nachweislich zum Zwecke der
Kriegsanleihezeichnung benötigte Lombardvorschüsse einen geringeren Satz berechneten
als für die übrigen Darlehne vorgesehen war. Außerdem wurde vom
16. Februar 1917 ab der Beleihungssatz für Kriegsanleihen von 75% des Nennwertes
auf 85⅝ des Kurswertes erhöht. Die Inanspruchnahme der Darlehnskassen
für diese Zwecke blieb jedoch gering. Sie erreichte nur bei der 1. Kriegsanleihe
reichlich ein Viertel der gesamten am ersten Pflichteinzahlungstermin
bezahlten Summe und blieb bei den folgenden Kriegsanleihen in wachsendem
Maße stark dahinter zurück.
Alles in allem war das Ergebnis der Kriegsanleiheemissionen ein außerordentlich
günstiges. Insgesamt wurden über 98 Milliarden Mark gezeichnet.
Die Zeichnungen verteilten sich auf die einzelnen Anleihen wie folgt:
Gesamtzeichnungsergebnis in Millionen Mark:
1. Kriegsanleihe 4 481
2. ç„ 9106
3. „ 12 163
4. „ 10 768
5. „ 10 699
6. „ 13 122
- „ 12 626
8. „ 15 001
9. „ 10 433
98 399