Full text : der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

                                                        —  792  —

die  deutschen  Waffen  so  erfolgreichen  Kämpfen  bei  Lodz  festgestellt:  Die
Teile  der  deutschen  Kräfte,  welche  in  der  Gegend  östlich  Lodz  gegen
rechte  Flanke  und  Rücken  der  Russen  im  Kampfe  waren,  wurden  ihrergeites
  wieder  durch  starke,  von  Osten  und  Süden  her  vorgehende  russische
Kräfte  im  Rücken  ernstlich  bedroht.  Die  deutschen  Truppen  machten
angesichts  des  vor  ihrer  Front  stehenden  Feindes  kehrt  und  schlugen  sich
in  dreitägigen  erbitterten  Kämpfen  durch  den  von  den  Russen  bereits
gebildeten  Ring.  Hierbei  brachten  sie  noch  12  000  gefangene  Russen  und
25  eroberte  Geschütze  mit,  ohne  selbst  auch  nur  ein  Geschütz  einzubüßen.
Auch  fast  alle  eigenen  Verwundeten  wurden  mit  zurückgeführt.  Die
Verluste  waren  nach  Lage  der  Sache  natürlich  nicht  leicht,  aber  durchaus
keine  „ungeheuren“.  —  Gewiß  eine  der  schönsten  Waffentaten  des  Feldzuges!
                                         Oberste  Heeresleitung.  (W.  T.B.)

                       Die  russischen  Offizierverluste.
                                                                        Basel,  1.  Dezember.

Nach  einer  amtlichen  Zusammenstellung  des  „Rußki  Invalid“  betragen
  die  russischen  Offiziersverluste  bis  20.  November  9702  tote,  19  511

verwundete  und  3679  vermißte  Offiziere.


                            Der  französische  Jahrgang  1915.
                       Fast  alles  der  Infanterie  einverleibt.

Bordeaux,  1.  Dezember.  Der  Kriegsminister  gibt  bekannt,  daß
nahezu  der  gesamte  Bestand  der  Altersklasse  1915  der  Infanterie  einverleibt
  wird.  Der  Kavallerie  sind  einzig  die  Tierarzneischüler  zugeteilt

worden.

Lyon,  1.  Dezember.  Dem  „Nouovelliste"“  zufolge  sind  die  Rekrutierungsarbeiten
  der  Altersklasse  1915  am  30.  November  beendet  gewesen.
Der  Prozentsatz  der  tauglich  befundenen  Mannschaften  entspricht
ungefähr  dem  Prozentatz  der  Jahresklasse  1914.  Die  Verteilung  der
Rekruten  auf  die  Garnisonen  soll  am  20.  Dezember  beendet  sein.

                                                                              (Post,  2.  Dezember.)

                              Serbien  im  Todeskampf.

Wien,  1.  Dezember.  Vom  südlichen  Kriegsschauplatz.  wird  amtlich
gemeldet:
                                                                                        1.  Dezember.

Auf  dem  südlichen  Krietsschauplatz  hat  ein  weiterer  Abschnitt  in
den  Operationen  seinen  siegreichen  Abschluß  gefunden.  Der  Gegner,
welcher  schließlich  mit  seinen  gesamten  Streitkräften  östlich  der  Kolubara
und  des  Ljig  durch  mehrere  Tage  hartnäckigsten  Widerstand  leistete  und
wiederholt  versuchte,  selbst  zum  Angriff  überzugehen,  ist  auf  der  ganzen
Linie  geworfen  und  im  Rückzuge.  Er  hat  neuerdings  empfindliche  Verluste
  erlitten.

Auf  dem  Gefechtsfelde  von  Konatice  allein  fanden  unsere  Truppen
etwa  800  unbeerdigte  Leichen.  Desgleichen  bedeuten  die  zahlreichen  Gefangenen
  und  die  materiellen  Verluste  eine  namhafte  Schwächung,  denn
seit  Beginn  der  letzten  Angriffsbewegungen  wurden  19  000  Gefangene