Full text : Sachsen in großer Zeit. Band II. Die Kriegsjahre 1914 und 1915. (2)

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Die  eignen  Verluste  waren  sehr  schwer,  aber  im  Hinblick
  auf  die  siebenfache  Uberlegenheit  des  Feindes  nicht
zu  hoch:

Reserve-Jäger  13:  Offiziere:  4  tot,  2  verwundet.
Unteroffiziere  und  Mannschaften:  126  tot,  158  verwundet.


Reserve-Infanterieregiment  104:  Offiziere:  7  tot,  10  verwundet,
  1  vermißt,  1  gefangen.

Unteroffiziere  und  Mannschaften:  158  tot,  296  verwundet,
  78  vermißt,  44  gefangen.

Reserve-Infanterieregiment  107:  Offiziere:
14  verwundet,  s  vermißt,  11  gefangen.
Unteroffiziere  und  Mannschaften:  82  tot,  233  verwundet,
  404  vermißt,  1037  gefangen.

Reserve-Infanterieregiment  133:  Offiziere:  11  tot,  3  verwundet,
  s  vermißt,  14  gefangen.

Unteroffiziere  und  Mannschaften:  250  tot,  349  verwundet,
  319  vermißt,  723  gefangen.

III.  Reserve-Infanterieregiment  102:  Offiziere:  7  verwundet,
  3  vermißt.

Unteroffiziere  und  Mannschaften:  26  tot,  220  verwundet,
  135  vermißt.

Reserve-Feldartillerieregiment  24:  Offiziere:  1  tot,  1  verwundet.


Unteroffiziere  und  Mannschaften:  1  tot,  12  verwundet.

Reserve-Feldartillerieregiment  40:  Offiziere:  1  tot,  1  verwundet,
  1  vermißt.

Unteroffiziere  und  Mannschaften:  s  tot,  20  verwundet,
27  vermißt.

Fußartillerie:  Offiziere:  1  tot.

Unteroffiziere  und  Mannschaften:  16  tot,  35  verwundet.


3.  Pioniere  14:  Offiziere:  —

Unteroffiziere  und  Mannschaften:  2  tot.

Summe:  Offiziere:  40  tot,  38  verwundet,  15  vermißt,

26  gefangen.
Unteroffiziere  und  Mannschaften:  666  tot,  1323  verwundet,
  963  vermiss,  1804  gefangen.  .
Unter  der  Zahl  der  als  „Vermißt“  Gemeldeten,  befindet
sich  eine  große  Anzahl  Verwundeter,  die  in  der  Nacht  vom
25.  zum  26.  September  nicht  mehr  zurückgeschafft  werden
konnten,  im  Abschnitt  des  Reserve-Infanterieregiments  133
nach  Meldung  des  Regimentsarztes  allein  450  Mann.
Unter  „Vermißt“  sind  auch  alle  Offiziere  und  Mannschaften
aufgeführt,  deren  Tod  nicht  einwandfrei  festgestellt  werden
konnte,  z.  B.  die  zahlreichen  Verschütteten,  die  den  bei  weitem
größten  Teil  der  „Vermißten“  bilden  und  die  Zahl  der  Toten
entsprechend  vergrößern.

Die  Materialverluste  betrugen:

I.  Geschütze:

a)  16  unbrauchbar  in  Feindeshand.

b)  14  als  völlig  abgenutztes  Material  abgegeben  an  den
Kommandcur  der  Munitionskolonnen.

11  tot,

II.  Maschinengewehre:
a)  6  russische  und  9  deutsche,  unbrauchbar  in  Feindeshand
  gefallen.
b)2  durch  feindliches  Feuer  zerschossen.

III.  Minenwerfer:

4  schwere  und  s  mittlere,  unbrauchbar  in  Feindeshand
gefallen.

Die  feindlichen  Verluste  waren  außerordentlich  hoch.  Es
wurden  allein  in  und  vor  der  Aubérive-Stellung  etwa  1000
Tote  gezählt,  vor  den  Abschnitten  der  Infanterieregimenter
104,  107  und  133  war  die  Jahl  entsprechend  höher.

Als  Beute  meldeten:

Reserve-Jäger  13:  6  Offiziere,  480  Mann  gefangen,  3

Maschinengewehre,  1023  Gewehre,  465  Seitengewehre

und  entsprechend  viel  Kriegsmaterial;
Reserve-Infanterieregiment  104:  15  Offiziere  (darunter

3  Stabsoffiziere)  und  losg  Mannschaften  gefangen,

3  Maschinengewehre  und  viel  Kriegsmaterial;
Reserve-Infanterieregiment  133:  rund  250  Mannschaften

gefangen.

Summe:  21  Offiziere,  1780  Mannschaften,  6  Maschinengewehre.


Die  Gefangenen  gehörten  den  französischen  IV.  und
XXXII.  Armeekorps  und  der  37.  (afrikanischen)  Infanteriedivision
  an  (Regtr.  Zuav.  2,  3,  Jäg.  8,  16,  Terr.  301,
315,  Li.  R.  151,  162,  44,  104,  94,  Tir.  Alg.).

11  Uhr  abends  wurde  der  Generalstabsoffizier  der  Division
  vom  Armee-Oberkommando  3  angerufen,  das  folgendes
mitteilte:  Der  Chef  des  Generalstabes  des  Feldheeres,
General  v.  Falkenhayn,  habe  sich  besonders  anerkennend
über  die  glänzenden  Leistungen  der  24.  Reservedivision
ausgesprochen,  die  bei  der  Abwehr  des  Angriffs  noch  über
1500  Gefangene  gemacht  habe.  Vom  Armee-Oberkommando
  wurde  hinzugefügt,  es  käme  alles  darauf  an,  daß
die  24.  Reservedivision  auch  noch  am  26.  standhielte;
bis  zum  Abend  seien  Verstärkungen  eingetroffen.  —

Am  17.  Oktober  besuchte  S.  M.  der  König  die  24.  Reservedivision
  und  betonte  in  seiner  Ansprache  an  die  versammelten
  Abordnungen  der  Regimenter,  daß  die  Taten  der
24.  Reservedivision  in  der  Herbstschlacht  zu  den  größten  und
rühmlichsten  der  sächsischen  Heeresgeschichte  gehörten.  Bei
dieser  Gelegenheit  verlieh  S.  M.  der  König  zahlreiche
Ordensauszeichnungen  an  die  Tapferen  aller  Dienstgrade.  —

Ich  ergänze  das  Bild  dieses  ersten  „Großkampftages“
durch  einen  Ausblick  auf  die  übrige  Angriffsfront
(Skizze  44).

10  französische  Divisionen  waren  in  vorderster  Linie  gegen
die  von  4  deutschen  Divisionen  besetzte  Linie  Massiges—
Aubérive  einheitlich,  gleichzeitig  und  sehr  energisch  vorgeführt
worden.  Aber  das  Ziel  des  Angriffs,  der  operative  Durchbruch
  war  vollständig  mißglückt.  Nur  an  zwei  Stellen  hatte
der  Gegner  die  erste  deutsche  Stellung  durchbrochen,  zunächst
  nördlich  St.  Hilaire-le-Grand  an  der  Straße  nach
St.  Souplet  und  dann  weiter  ösilich  an  der  Straße
Souain—Somme-Py.  An  ersterer  Stelle  wurde,  wie  aus
dem  vorstehenden  Bericht  der  24.  Reservedivision  schon
hervorgeht,  dem  Gegner  bereits  in  einer  Zwischenstellung
Halt  geboten.  An  der  Haupteinbruchsstelle  in  der  Gegend
von  Souain  gelang  es  den  Franzosen,  auf  einer  Breite
von  17  Kilometern  in  die  deutsche  Stellung  einzudringen
und,  nachdem  sie  der  Besatzung  der  von  ihnen  genommenen
ersten  Stellung  erhebliche  Verluste  zugefügt  hatten,  in
13  Kilometer  Ausdehnung  vor  die  zweite  deutsche  Kampfstellung
  zu  gelangen.  Hier  mußten  die  in  dem  Raume
zwischen  dem  Walde  westlich  Perthes  und  der  Mühle  von
Souain  die  Besatzung  der  vorderen  Linie  bildenden  8  Bataillone
  verschiedener  Regimenter,  darunter  zwei  aus  Mannschaften
  der  Kavallerieregimenter  der  Armee  gebildete,  dem
Druck  der  gegen  sie  zum  Angriff  vereinigten  3—6  französischen
  Divisionen  nach  vollständiger  Vernichtung  ihrer
Kampfgräben  nachgeben.

Eine  weitere  Ausdehnung  der  Haupteinbruchsstelle  nach
Osien  wurde  durch  einen  Gegenangriff  der  nördlich  Le  Mesnil
  kämpfenden  Truppen  verhindert.  Nur  auf  dem  äußersien
  linken  Flügel  der  Armee  gingen  die  auf  dem  vorderen
Hange  der  Höhen  nordwesilich  Massiges  liegenden  Gräben
verloren.

Auf  der  ganzen  Armeefront  wurden  aber  die  Franzosen
an  der  Weiterführung  des  taktischen  Durchbruchs  und  an
seiner  Ausgestaltung  zu  einem  operativen  Durchbruch  trotz
ihrer  riesigen  zahlenmäßigen  Uberlegenheit  verhindert.  Es
gelang  den  Deutschen,  rechtzeitig  zwischen  den  zurückge-