Full text : Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stettin. 1914. (104)

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innerhalb  der  Haushaltungen  bereits  in  besonderen  Kästen  Sxeiseabfälle,  Sperrstoffe  sowie  Asche  und
Kehricht  getrennt  werden,  und  daher  viel  geringere  und  reinere  Massen  auf  den  Schüttelböden  zu  bewegen
sind.  Die  Sperrstoffe  werden  in  Charlottenburg  der  Verwertungsanstalt  in  verhältnismäßig  wenig  verunreinigtem
  Zustand  usw.  eingeliefert,  und  die  Asche  kann  sofort  von  den  Städten  in  besonderen  Behältern
der  landwirtschaftlichen  Verwertung  als  Meliorationsmittel,  besonders  auf  Wiesen  und  sumpfigen
Niederungen  zugeführt  werden.  «

Anlage  8.

Die  Rentabilität  und  Gewinnung  gewerblicher  Abfälle  aus  dem  Müll.

Die  Werte,  die  alljährlich  als  Bestandteile  des  Hausmülls  der  Vernichtung  anheimfallen,  sind
sehr  beträchtlich  und  tragen  dazu  bei,  die  Müllbeseitigung  aus  den  Großstädten  zu  einem  lohnenden.
Unternehmen  zu  machen.  Wie  in  Anlage  7  ausgeführt  ist,  werden  die  gewerblichen  Abfallstoffe  oder
sogenannten  Sperrstoffe  am  besten  sofort  in  den  Häusern  von  den  Küchenabfällen  und  der  Asche  getrennt
geßanemell  Je  nach  der  Wohlhabenheit  der  Bewohner  werden  sie  in  den  einzelnen  Stadtteilen  und
Orten  außerordentlich  verschieden  sein.  So  beträgt  der  Wert  der  gewerblichen  Abfallstoffe  nach  Mitteilung
  der  Gesellschaft  „Dreiteilung“-Charlottenburg  bei  400  000  Einwohnern  jährlich  ungefähr
120  000  ½.  Die  Preise  unterliegen  je  nach  der  Konjunktur  starken  Schwankungen.  Ob  daher  die  nachfolgend
  aufgeführten,  von  der  „Dreiteilung“  mitgeteilten  Preise  sich  jederzeit  an  anderen  Orten  erzielen
lassen,  steht  nicht  fest.  Diese  Angaben  zeigen  aber  jedenfalls,  daß  beträchtliche  Werte  gewonnen  werden
können  und  daß  es  bei  richtiger  Einrichtung  des  Betriebes  lohnend  sein  muß,  sie  wieder  der  gewerblichen
Nutzung  zuzuführen.

e  kosten  je  100  kg:

Papierabfälllll  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  .  etwa  M  1,50  bis  8,60
Pappe  ..  ..  .  .  .  .  .  .  ...  "...................·......  ,,  „  4.—
Metallellll  .  .  .  .  ..  „  „  32,—  „  220.—
GGrli....  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  „  „  20.—  „  55,—
Lederabfällleelle  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  „  „  3,75
Glas...........·............................  ,,,,0,80,,3,—
Konservenbüchfen...............................  ,,  ,,5,——
Lumpen(inzahlreichenSorten)....·......·......  ,,  ,,4,—,,52,—
FlaschenperStück.............................  „  323  „  4½
Korken  .  .  .  .  ..  „  4  12,=  „,  52,—
Teppiche  .  .  .  ....  b  „  5,50
Topfguß  „  „  4.—
Celluldd;  .  .  .  ..  „  „  12,—
Glühlampen  je  1000  Stück  ....  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  „  „16,  —  ,  18—
Anlage  9.

Die  Müllverbrennung.

Die  bei  der  Sortierung  der  gewerblichen  Abfälle  des  Mülls  übrig  bleibenden  Teile,  wie  kleine
Papierabfälle,  Kehricht,  Reste  von  Brennmaterial,  können  gemeinsam  mit  den  gröberen  Bestandteilen  der
Asche,  wie  unverbrannter  Koks  und  Steinkohle,  oder  allein  zu  Feuerungszwecken  verwandt  werden,  so  daß
damit  die  Kessel  für  den  Dampfmaschinenbetrieb  und  auch  die  Trocknung  der  Speiseabfälle  ganz  oder
zum  Teil  betrieben  werden  können.  "  »  ·  »  .

An  manchen  Orten  werden  auch  die  ganzen  Abfälle  verbrannt  (Müllschmelze),  wohl  in  der
Annahme,  daß  darin  in  gesundheitlicher  Beziehung  die  beste  Art  der  Müllbeseitigung  zu  erblicken  sei.
Dr.  Hans  Thiesing  führt  in  einem  Vortrag  „Die  Müllverwertung“"")  folgendes  aus:

)Thiesing,  Hans,  „Müllverwertung,  Zeitschrift  des  Osterr.  Ingenieur=  und  Architekten-Vereins“  1906  Nr.  3.