Full text : Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes. 1867. (1)

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Die  vertragenden  Theile  räumen  sich  ferner  auch  gegenseitig  das  Recht
ein,  zur  Abwehr  gefährlicher  ansteckender  Krankheiten  für  Menschen  und  Vieh
die  erforderlichen  Maaßregeln  zu  ergreifen.  Im  Verhältnisse  von  einem  Vereinslande
  zu  dem  andern  dürfen  jedoch  keine  hemmenderen  Einrichtungen  getroffen
werden,  als  unter  gleichen  Umständen  den  inneren  Verkehr  des  Staates  treffen,
welcher  sie  anordnet.

Artikel  5.

Die  vertragenden  Theile  werden  ihr  Bestreben  darauf  richten,  eine  Uebereinstimmung
  der  Gesetzgebung  über  die  Besteuerung  der  in  ihren  Gebieten  theils
bei  der  Hervorbringung  oder  Zubereitung,  theils  unmittelbar  bei  dem  Verbrauche
mit  einer  inneren  Steuer  belegten,  nicht  unter  die  §§.  3.  und  4.  des
Artikels  3.  fallenden  Erzeugnisse  im  Wege  des  Vertrages  herbeizuführen.  Bis
dahin,  wo  dieses  Ziel  erreicht  worden,  sollen  hinsichtlich  der  vorbemerkten  Steuern
und  des  Verkehrs  mit  den  davon  betroffenen  Gegenständen  unter  den  Vereinsstaaten,
  zur  Vermeidung  der  Nachtheile,  welche  aus  einer  Verschiedenartigkeit  der
inneren  Steuersysteme  überhaupt,  und  namentlich  aus  der  Ungleichheit  der  Steuersätze,
  sowohl  für  die  Produzenten,  als  für  die  Steuereinnahme  der  einzelnen
Vereinsstaaten  erwachsen  könnten,  folgende  Grundsätze  in  Anwendung  kommen.

I.  Hinsichtlich  der  ausländischen  Erzeugnisse.

Von  allen  bei  der  Einfuhr  mit  mehr  als  15  Gr.  —  52½  Kr.  —  vom
Zentner  belegten  Erzeugnissen,  von  welchen  entweder  auf  die  in  der  Zollordnung
vorgeschriebene  Weise  dargethan  wird,  daß  sie  als  ausländisches  Ein-  oder  Durchgangsgut
  die  zollamtliche  Behandlung  bei  einer  Erhebungsbehörde  des  Vereins
bereits  bestanden  haben  oder  derselben  noch  unterliegen,  darf  keine  weitere  Abgabe
  irgend  einer  Art,  sei  es  für  Rechnung  des  Staates  oder  für  Rechnung  von
Kommunen  und  Korporationen,  erhoben  werden,  jedoch  —  was  das  Eingangsgut
  betrifft  —  mit  Vorbehalt  derjenigen  inneren  Steuern,  welche  in  einem  Vereinsstaate
  auf  die  weitere  Verarbeitung  oder  auf  anderweite  Bereitungen  aus
solchen  Erzeugnissen,  ohne  Unterschied  des  ausländischen,  inländischen  oder  vereinsländischen
  Ursprungs,  allgemein  gelegt  sind.

Unter  diesen  Steuern  sind  für  jetzt  die  Steuern  von  der  Fabrikation  des
Branntweins,  Biers  und  Essigs,  ingleichen  die  Mahl-  und  Schlachtsteuer  zu  verstehen,
  welchen  daher  das  ausländische  Getreide,  Malz  und  Vieh  im  gleichen
Maaße,  wie  das  inländische  und  vereinsländische,  unterliegt.

In  denjenigen  Staaten,  in  welchen  die  inneren  Steuern  von  Getränken
so  angelegt  sind,  daß  sie  bei  der  Einlage  der  letzteren  erhoben  oder  den  Steuerpflichtigen
  zur  Last  gestellt  werden,  findet  der  Grundsatz  der  Freilassung  verzollter
  ausländischer  Erzeugnisse  von  inneren  Abgaben  in  der  Art  Anwendung,
daß  die  erste  Einlage  verzollter  ausländischer  Getränke,  d.  h.  diejenige,  welche
dem  direkten  Bezuge  aus  dem  Auslande  oder  dem  Bezuge  aus  öffentlichen
Niederlagen  oder  Privatlägern  unmittelbar  folgt,  von  jeder  inneren  Steuer  befreit
  bleibt.

Diese