354 Entsendung von Militärbevollmächtigten an die silddeutschen Höfe.
Natur gründen, welches für die Erbaltung des europäischen Sriedens und der für alle
Länder so notwendigen Rube von großem Erfolg sein würde.
Beantworte das Wiener Kabinett dagegen diese Srage mit Aein, so würden wir
zunächst darauf angewiesen sein, die engere Verständigung mit Rußland m suchen. Wenn
dies auf bisher unerkannte Schwierigkeiten stieße, so bleibe uns die Wahl, ob wir einen
Krieg mit Srankreich auf unsere eigene Hand führen wollten, worin wir die Chancen als
nicht gerade ungünstig für uns ansähen, oder ob wir es vorzögen, ein festes Bündnis mit
Frankreich einzugehen, was wir auch unter den gegenwärtigen Umständen unter Bedin-
gungen, die für uns annehmbar sein könnten, für möglich bielten.
Graf Wimpffen erklärte, wie zu erwarten stand, daß er bierüber keine Instruktionen
habe, aber nach Wien berichten werde.
H. Oncken, Die Abeinpolitik Kaiser Rapoleons III. von 1863 bis 1870, II, 315 ff.
*7738. Erlaß an den Gesandten in München Freiherrn von Werthern.“
[Konzept von der Hand des Vortragenden Aats Hepke.]
Berlin, den 14. April 1867.
Die gegenseitigen Beziehungen Preußens und der süddeutschen Staaten, insbesondere
die Swecke des Schutz- und Trutzbündnisses, machen es zum beiderseitigen Bedürfnis, über
die militärischen Verhältnisse stets in wechselseitiger Orientierung zu bleiben. Wir halten
deshalb die Suordnung von Militärbevollmächtigten zu den Gesandtschaften, wie wir sie
3. B. in St. Petersburg seit langen Jahren haben, für unabweislich erforderlich.
Diese Einrichtung würde einen Ersatz für den früheren Gedankenaustausch in der
Bundes-Alilitär-Kommission gewähren und die Wahl der Bevollmächtigten zu dem Zwecke
aus älteren erfahrenen Offizieren erfolgen.
Wir hoffen, daß unfere Absicht den dortseitigen Wünschen begegnen und eine günstige
Aufnahme finden werde. Bringen Ew. pp. dieselbe sogleich zur Kenntnis des Sürsten
Hobenlohe, und befürworten Sie die möglichst schleunige Ausführung derfelben. Sch sehe
einem baldigen Berichte darüber ergebenst entgegen. ·
759. Erlaß an den Gesandien in Wien Freiherrn von Werther.
[Konzept von der Hand des Vortragenden Vats Bucher.)
Auch nach dem nicht ermutigenden Ausfall der Mission des Dublizisten Julius Fröbel
nach Wien (ogl. Ar. 734, Anm.) gab Fürst Hohenlobe die Hoffnung noch nicht auf, eine Al-
lian) wischen Preußen und Österreich zustande zu bringen. Er schlug daher dem Könige Lud-
wig II. om 10. April die Entsendung des Ministerialrats Grafen Cauffkirchen nach Berlin
und Wien vor. Dieser follte suchen, die einer Allian; zwischen Preuhen und Ölterreich ent-
gegenstehenden Hindernisse zu ermitteln und soweit als möglich zu beseitigen. Weiter sollte er
eine solche Allion; „im allgemeinen oder doch Ipejiell bejüglich der Luxemburger Srage um
Abschluß bringen und derselben für Bapern, vorbehaltlich der Vemebmigung, Seiner Aljestät
des Königs, beitreten, dafür aber von Dreußen günstige Bedingungen bei den über die
Stellung Bayerns und der übrigen südwestdeuischen Staaten jum Aorddeutschen Bunde mu
eröffnenden Unterhandlungen zu erzielen und ein Übereinkommen bierüber, vorbehaltlich der Ge-
nehmigung Seiner Moajestät des Königs, abzuschliehen luchen“. Vgl. dasu Denkwürdigkeiten des
ürsten Chl. zu Hobenlohe-Schillingsfürst, 1, **5 . A. v. Müller, Die Tauffkirchensche
Histen Niezler-Festschrift, S. 382 ff. Tauffkirchens Unterredung mit Bismarck fand am
2 Der gleiche Erlaß ging auch an die Gesandtschaften in Stuttgart und Karlsrube.