Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

358 König soll Benedettl keinerlei Erklärung über Rücktritt des Erbprinjen geben. 
Junächst hielt Bismarck, obwohl mit dem Fortfall der spanischen Thronkandidatur dle 
Velle nach Ems eigentlich ibren Sweck verlor, noch an der Weiterreise fest. Glelch nach der 
Ankunft in Berlin telegraphierte er an den König, # er komme, indem er glei 049 bat, 
Kelnenfalls vor seiner Ankunft irgendeine Erklärung an Benedetti zu geben. 
Berlin, den 12. Juli 1870. 
labgesandt: nachm. 
Ich fahre heut abend, komme morgen. ongekommen: 6 nachm.] 
Bitte ehrfurchtsvoll und dringend, vor meiner Ankunft keine Erklärung an Benedetti 
zu geben. 
1507. Immedlattelegramm. 
[Cigenhändiges Konzept.)] 
Kurz nach dem Abgang des s91# an Abeken, worin er seine Wooltetcen nach 
Ems für den Abend ankundiate (I. Ar. 1596), muß Bisworch, der sich infolge der Fahrt von 
Varjin nach Berlin noch sehr anpegriifen füptte, auch d urch- 5 e bier vorgefundenen Nach= 
richten über das Verhalten des Körigs gegenüber Venedett und boer den Rücktritt des Erb- 
prinzen in eine auf frin körperliches Befinden zurückwirkende starke seelische Erregung geraten 
war (ogl. Ar. 1590), sich entschlossen baben, von der Weiterreise Abstand zu nehmen. Der 
Entschluhß wurde gesaßt, während Bismarcks Kollegen v. RNoon und Graf Eulenburg bei ihm 
weilten. An Bismarcks Stelle übernahm Graf SCulenburg die Reise nach Ems, um dem Köni 6 
im Hinblick auf etwaige neue Zumutungen Benedektis den Rücken stärken. Es ist lehr wo 
mögich, daß Culenburg ermächtigt war, dorauf binmdeuten, doß Bismarck bei weiterer Pol 
giebigkeit des Königs sich veranlaht sehen könne, von lelnem Amt #inrückzutreten; direkt aber 
bat Bismarck mit seinem Bücktritt nicht gedroht. Ehe Bismarck nach Ems mitteilte, daß er 
lur Weiterreise nicht imstande sei, richtete er nochmess einen dringenden Appell an den König 
wie an Aberen, daß nur ja keine Erklärung des Königs über den Thronversicht des Erbprinzen 
an Benedetti erfolgen moge. Berlin, den 12. Juli 1870 
rlin, den 12. Juli k 
labgesandt: 72° nachm. 
angekommen: 9/5 nachm.)] 
Noon ulnd) Eulenburg eben bei mir, bitten mit mir Ew. Maojlestät] ehrfurchtsvoll ulnd) 
dringlich, Benedetti gegenüber keine Erklärung irgend welcher Art zu geben, sondern ihm nur 
nu sagen, der Erbprinz wolle die Entschließung, die er nach Berathung mit seinem Herrn Vater 
fassen werde, der spanischen Regirung direct mittheilent. Dieses müßte dann der Erbprinz 
womöglich noch heut telegraphisch tbun. · 
RandbenietlcungKsnigWilhelnisLaufdercntziffetunm 
1 Darauf ist ja garnichts m thun, da wir ja morgen aus dem Briefe erst erfahren, ob der 
Sohn anwesend war; ulnd] Iliehe] Telegramm Tr. 3172. W. 12. 7. 70 
R. H. Lord, The Origins of the War of 1870, p. 203. 
1598. Telegramm an den Rat im Königlichen Gefolge 
Abeken, z. Zt. in Ems. 
[Kontept von der Hand des Vortragenden Aats von Keudell.] 
Berlin, den 13. Juli 1870. 
lur Station: 720 nachm.] 
Ich bitte Seine Moajestät den König ebenso dringend wie ehrfurchtsvoll, Benedetti gegen- 
über keinerlei Erklärung geben und keine Vermittelung für eine Erklärung des Erbprinzen 
Bei Telegramm Ar. 31I7 bandelt es sich um eine Meldung Wertbers aus Daris vom 12., wonach 
dte Olojaga dem Heriog von Gramont die offizielle NMücktrittserklärung des Fürfsten 
“. " 2 * Bobnes m“m babe. Vgl. R. H. Lord, p. 201 f.